|
Fortsetzung: Vermehrung der Kakteen Die winzigen Sämlinge werden unter Luftabschluß in Einmachgläsern oder anderen lichtdurchlässigen, dicht verschließbaren Behältern herangezogen. Das Wichtigste ist dabei, daß kurz vor dem Säen das Substrat und das Wasser sehr sorgfältig sterilisiert werden; am besten durch Erhitzen auf ca. 100ºC. Die Samen müssen vorher gut gebeizt sein, und gleich nach der Aussaat erfolgt der luftdichte Abschluß. Bei Aussaat ohne Luftabschluß muß die verdunstete Feuchtigkeit immer rechtzeitig wieder ersetzt werden, denn während des Ankeimens sind die Samen besonders empfindlich und dürfen auch nicht eine Stunde wieder ganz austrocknen. Das verwendete Wasser soll etwa wie Regenwasser einen pH-Wert von 5-6 haben, soll also leicht sauer sein. Dieses erreichen wir durch Auslaugen mit Torf oder mit ein paar Tropfen Salpetersäure je Kanne Wasser. Dicht gesät laufen die Samen am besten auf, die Keimlinge müssen aber dann später, wenn sie sich allzusehr drängen, bald mit einer kleinen Holzgabel vereinzelt werden. Anfassen mit Pinzetten könnte durch Druck die zarten Keimlinge beschädigen, daher heben wir sie mit Gabel und einem bleistiftähnlichen Stäbchen, das unten die Wurzel anhebt, aus dem Saatbett. Es werden aber auch Pikiersets im einschlägigen Handel angeboten, die ein optimales Pikieren, so heißt das Umsetzen der Sämlinge, schonend und einfach ermöglichen. |
Der Abstand von Pflanze zu Pflanze darf beim Pikieren nicht zu groß gewählt werden, damit später
die Erde zwischen den einzelnen Pflänzchen nicht austrocknet. Bei kleinen Sämlingen im ersten
Jahr rechnet man den vollen Sämlingsdurchmesser als beiderseitigen Abstand, bei älteren nur noch
den halben Durchmesser sowohl von Reihe zu Reihe als auch innerhalb der Reihe von Pflanze zu
Pflanze. Auch mehrjährige Sämlinge wachsen noch gut in Gemeinschaft in Schalen. Erst wenn sie
Walnußgröße erreichen, pflanzt man sie einzeln in Töpfe. Der Stecklingsschnitt erfolgt im gut ausgereiften, noch nicht verholzten Teil der Pflanze, die sich schon im Trieb befinden soll. Mit einem scharfen, rostfreien Messer, das keinen dicken Rücken haben darf (Quetschwirkung), trennen wir beide Teile, prüfen die Schnittflächen, ob nicht etwa eine gelbliche oder rötliche Ader auf Krankheit hindeutet und stellen den Steckling in einen leeren Tontopf oder lehnen mehrere vorsichtig aneinander in eine Schale oder einen Kasten. Häufig wird aber erst ein weiterer Zuschnitt des Stecklings notwendig sein, weil große Schnittflächen durch Schrumpfung nach innen einsinken, die Wurzeln aber meist aus den tiefsten Punkten der Pflanze hervorkommen; gemeint sind die untersten Areolen. Wir brauchen aber keine einseitige, sondern eine zentrale, kräftige Bewurzelung aus dem Leitbündelzylinder der Pflanze. |
|
Weiter |
|
Zurück |