das Kakteen - Lexikon von A - Z
Plastschalen und Schalen aus Asbestzement oder Blech bieten beste Beständigkeit der Temperatur und Feuchtigkeit, Schaumplastschalen überdies Wärmeisolation (gegen Kälte, aber auch gegen Sonneneinstrahlung). Bewässerung erfolgt vorzugsweise von unten, vorausgesetzt, dass genügend Bohrungen im Boden angebracht sind.
Hydrokultur muß der Erkenntnis Rechnung tragen, dass nur die Wurzelspitzen in der Lage sind, Wasser und Nährstoffe aufzusaugen, während der Pflanzenkörper am Wurzelhals durch nasse Erde und Bakterien Schaden nehmen kann. Man pflanzt in ein steriles Haltesubstrat, sodass nur die Wurzeln in den Behälter hängen, der zeitweise mit Wasser und zeitweise mit Düngerlösung gefüllt ist. Als Haltesubstrat können Quarzkies, Torfmull mit Sand oder Holzkohle verwendet werden. Schlacke ist meistens zu scharfkantig und wegen der Gefahr der Wurzelbeschädigung kaum verwendbar, zumal man erst die Kalk- und Schwefelverbindungen ausglühen müßte.
Hydrokultur bietet jedoch den Vorteil der einfachen Regulierung des Nährstoffangebotes, der leichten Desinfektionsmöglichkeit der Wurzeln und des
Substrates sowie der Trockenhaltung der Pflanzenbasis. Von den beiden Hauptrichtungen der Hydrokultur ist die Dauerstaumethode, wie sie für Zimmerpflanzen in Hydrotöpfen praktiziert wird, vorwiegend für Blattkakteen und einige andere starkwüchsige Arten geeignet. Für hochsukkulente Kakteen hat sie sich weniger bewährt. Bei dieser Methode taucht die Unterschicht des Substrates, das
sich in einem perforiertem Behälter befindet, während der Wachstumszeit ständig in schwache Nährlösung (um 0,5%). Zu Beginn und gegen Ende der Wachstums- periode wird nur Wasser verwendet, während der Ruhezeit wird nur ab und zu das Substrat befeuchtet. Die Intervallstaumethode dagegen ist für alle Kakteenarten geeignet. Die etwa 0,5%ige Nährstofflösung (bzw. Wasser zu Beginn und am Ende der Wachstumsperiode) wird nur zeitweilig in die Substratwanne eingefüllt und nach einem Tag wieder abgelassen. Dieses Ablassen bietet den Vorteil, dass die schnell nach unten abziehende Flüssigkeit von oben her Luft nach sich zieht, die sich für die Wurzeln günstig auswirkt. Die Häufigkeit des Flutens richtet sich nach der Jahreszeit und dem Wachstum. Die abgelassene Nährstofflösung wird dunkel aufbewahrt und kann wieder verwendet werden. Besondere Wannen mit Absperrventil für den Bodenahlauf sind hierfür sehr praktisch. Es gibt allerdings auch Stimmen, die Hydrokultur für Kakteen ablehnen, weil das anfänglich gute Wachstum nach 2-3 Jahren nachläßt. Zudem geht bei Austausch der Nährlösung gegen Wasser oder umgekehrt jedesmal ein Teil der feinen Wurzeln verloren.
Vorbeugend kann man in etwa halbjährigem Abstand mit einem milden Desinfektionsmittel, z.B. Kaliumpermanganat in schwacher Lösung, fluten.
Den Übergang zu dieser Methode bildet die Kultur in Plastkästen, mit nährstoffarmem Substrat, die mittels Untersätzen mit Wasser oder Nährstofflösung versorgt werden.

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