@hyperguide Question.hguide
@$VER: Question.hguide 40.1 (27.08.96)
@author "Christian Effenberger"
@annotation "Warum ist die Eroberung des Weltraumes durch bemannte Raumfahrt nicht möglich?"
@copyright "1996 by CHRISTIAN EFFENBERGER"
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@node main "Warum ist die Eroberung des Weltraumes durch bemannte Raumfahrt nicht möglich?"
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Warum ist die Eroberung des Weltraumes durch bemannte Raumfahrt nicht möglich?@{deffont}

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@{object "QUESTION.pics/GALAXY.GIF"}
@{separator}
@{jleft}@{font Helvetica,13}@{line}
¹ @{b}Eduard Verhülsdonk@{ub}`s Argument:
@{lindent 4}@{par}
Würde man in ein 10 cm x 10 cm großes Bild unserer Galaxie mit einer Stecknadel ein
1 mm Loch stechen, so könnte diese Strecke von keinem bemannten Raumschiff jemals durchquert werden.
Die Begründung für diese Annahme liegt in den kosmischen Dimmensionen verborgen. Da unsere Milchstraße
einen Durchmesser von 100 000 Lichtjahren besitzt, ergibt sich aus dem 1 mm großen Loch in der Realität
eine Strecke von 1000 Lichtjahren. Wenn nun ein Raumschiff in der Lage wäre, die für heutige Vorstellungen
utopische Geschwindigkeit des Lichtes zu erreichen, so würde die Reise immer noch 1000 Jahre dauern.
Solange also die durchschnittliche Lebensspanne eines Menschen bei cirka 75 Jahren liegt, ergibt sich eine
maximal erreichbare Distanz von 75 Lichtjahren, was in unserer Modellvorstellung ungefähr 75 tausendstel
Millimetern entspricht.
@{lindent 0}@{par}@{font courier,13}@{code}
    10*10 cm <=> 100000*100000 Lichtjahre
        1 mm <=> 1000 Lichtjahre
    0,075 mm <=> 75 Lichtjahre
@{font Helvetica,13}@{body}
@{separator}@{line}
² @{b}Arthur C. Clarkes@{ub} Argument:
@{lindent 4}@{par}
Unsere Galaxie besteht aus rund 200 Milliarden Sonnen. Seriösen wissenschaftlichen Einschätzungen zufolge sollen
ungefähr 6 Prozent dieser Fixsterne wie unsere eigene Sonne von Planeten umkreist werden, auf denen möglicherweise
Leben enstanden ist. Daraus ergeben sich allein in unserer Milchstraße 12 Milliarden Planetensysteme.
Wenn man nun alle technischen Beschränkungen beiseite lassen würde, und einfach davon ausgeht, das es überhaupt
keine Zeit mehr in Anspruch nehmen würde uns an jeden beliebigen Punkt innerhalb unseres Spiralnebels zu transportieren.
Wenn man zusätzlich annehmen würde, das es innerhalb von einer Sekunde möglich wäre das besuchte System auf belebte
Planeten zu untersuchen und wieder zurück zu kehren. Was für Möglichkeiten ergäben sich denn daraus für uns? Das Ergebnis
ist erschütternd. Selbst bei den geschilderten völlig utopischen Voraussetzungen, würde ein Mensch bei einem 60 Jahre
wärenden Arbeitsleben mit 8 Stunden pro Tag nur 0.3 Prozent der Sterne in unserer Galaxie untersuchen können.
Wenn man sich aber nun vergegenwärtigt, das der uns bis heute bekannte Kosmos mindestens 200 Milliarden Galaxien
beherbergt, die im Durchschnitt jeweils wieder aus 50 bis 100 Milliarden Fixsternen bestehen, dann wird auch dem größten
Optimisten klar, warum die Eroberung des Weltraumes durch bemannte Raumfahrt unmöglich ist.
@{lindent 0}@{font courier,13}@{code}@{par}
                    60*365 = 21.900 Tage
                   21900*8 = 175.200 Stunden
               175200*3600 = 630.720.000 Sekunden
    630720000÷200000000000 = 0,0031536*100 ~ 0,3 Prozent
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@{separator}
¹ [Eduard Verhülsdonk, »Das kosmische Abenteuer«]
² [Arthur C. Clarkes, »Im höchsten Grade phantastisch«]
@{font helvetica,13}
Compilation © 1996 by Christian Effenberger
@{deffont}@{par}
@endnode
