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Am Samstag, den 1. April 2000 traf sich bei der Amiga-2k-Show in Saint Louis Bill McEwen, Präsident von Amiga, mit einer Gruppe offizieller Mitglieder aus Amiga-User-Gruppen. Das Treffen war vom Users Group Network (UGN = Anwendergruppen-Netz) organisiert worden. Der vollständige Text ist unter http://www.io.com/~joeobrin/A2KUGN.html zu lesen.
Es folgen Auszüge aus den Aussagen von Bill McEwen bei diesem Treffen, hauptsächlich in Bezug auf die Lage und Zukunft von Amiga. Dabei gab sich McEwen offen, ehrlich und optimistisch.
Die Aussagen selbst sind zum Teil noch unbestätigt.
McEwen sprach darüber, dass Fletcher Haug, früher beim "Amiga Informer" und beim "Amazing Amiga" nun der Redakteur der "Amiga World" ist. Es ist nicht die Vielen bekannte "Amiga World" von IDG Communications, sondern diese Mitteilungen werden die offiziellen Veröffentlichungen der Amiga Company enthalten. Sie wird sich auf Fakten konzentrieren und keine Gerüchte verbreiten. Besonders wird sie Amiga dazu dienen, offiziell Produkte und Pläne bekannt zu geben, aber nicht, um z.B. Tutorials zu veröffentlichen.
Wenn diese Funktion nicht mehr so dringend benötigt wird, werden die Mitteilungen sich auf die Bedürfnisse der außen stehenden Entwickler konzentrieren.
"Amiga World" soll über die User-Gruppen und mit jedem verkauften Amiga verteilt werden. Sie wird online sowohl im HTML- wie auch im druckbaren Format erhältlich sein. Eine Liste aller anderen Amiga-Magazine wird enthalten sein. "Amiga World" wird nicht mit existierenden Magazinen konkurrieren, sondern diesen ermöglichen, nach offiziellen Mitteilungen wesentlich umfangreichere Einzelheiten darüber zu veröffentlichen.
Zwei kleine Brauereien bewerben sich um das Recht, "Boing-Bier" herstellen zu dürfen.
Auf die Bitte um Möglichkeiten, durch finanzielle Unterstützung User- Gruppen beim Überleben zu helfen, zeigt McEwen als Weg an, dass Amiga Anzeigen in den Klub-Nachrichten plazieren könnte. Er empfahl den interessierten Redakteuren, eine eMail an kari@amiga.com mit dem Betreff "Advertising Request" zu senden. Kari (Anm.d.Ü.: Kari Erickson - Executive Administration) stellt die Verbindung zu den User-Gruppen her.
Innerhalb eines Vierteljahres soll Amiga 76 Mitarbeiter haben.
Das Entwickler-System soll zu einem Preis von $750 (ausschließlich Monitor) verkauft werden, was unter Amigas Produktionskosten liegt.
McEwen erwähnte kurz, dass Amiga auch bereit ist, Jugend-Sportgruppen zusammen mit örtlichen User-Gruppen zu unterstützen. (Siehe auch: Amiga aktuell 04/2000 ...AMIGA sponsort Fußballteam ...)
Er versprach, etwa im Juni/Juli eine "User-Gruppen-Tour" zu unternehmen. Ein hochrangiger Vertreter von Amiga, möglicherweise McEwen, Fleecy oder Randy Hughes wird jede der örtlichen (local) User-Gruppen besuchen. (Anm.d.Ü.: Es ist nicht erkenntlich, auf welchen Bereich sich dieses "local" bezieht.)
In Zusammenarbeit mit den Händlern will Amiga den A1200 zum Preis von 200 Dollar verkaufen. Unglücklicherweise existieren für diesen Rechner keine Entwicklerdaten mehr. Wenn der Vorrat an A1200 verkauft ist, wird es keine neuen mehr geben. 17 000 Geräte sind noch am Lager, aber nur 1000 sind NTSC.
Mit dem Preis von $200 verliert Amiga Geld, aber die Gemeinschaft soll so stark wie möglich gehalten werden. Ein A1200 mit PPC-Beschleuniger kann mit dem neuen Amiga-OS laufen.
McEwen sprach auch über den Mangel an PPC-Beschleunigern. Amiga arbeitet eng mit MetaBox zusammen, um neue AmiJoe-PPC-Beschleuniger für den A1200 zu fertigen und dass dieser Beschleuniger mit dem neuen OS laufen kann. Amiga bemüht sich mit MetaBox, einen Preis für den Beschleuniger unter $200 zu erreichen. Amiga arbeitet wo immer möglich mit Entwicklern auf dritter Seite zusammen, um die Kosten zu drücken.
Amiga kooperiert auch eng mit DCE, die die Rechte erwarben, die alten Entwicklungen von Phase5 weiter zu fertigen. Es ist sicher, dass der DCE-Beschleuniger mit dem neuen OS arbeiten kann.
Wegen der Lage bei den Amiga-Custom-Chips und dem zu erwartenden Erscheinen neuer Maschinen wird Amiga keine Entwicklung auf der jetzigen Grundlage mehr durchführen. Aber ein richtig beschleunigter klassischer Amiga kann mit dem neuen Betriebsystem verwendet werden. Der Hauptgrund dafür, dass das neue OS nicht auf einem 68k laufen wird, besteht darin, dass Motorola ein Investor bei Tao, Amigas OS-Partner, ist. Motorola bemüht sich, alle seine Kunden von der 68k-Prozessor-Familie abzuziehen und hat Tao veranlasst, ihr OS nicht für den 68k zu entwickeln.
Inoffiziell soll der neue Amiga zum Ende des Sommers 2000 erhältlich sein. Es ist die Zielvorstellung, bei seinem Erscheinen mehr Programme zur Verfügung zu haben als jede andere Rechner-Plattform bei ihrem Auftritt in der Vergangenheit. Zum Ende des Jahres sollen 127 Programme für die neue Maschine veröffentlicht sein.
McEwen sagte, dass bei der Ankündigung von Suns Partnerschaft mit Amiga beinahe ein Video mit McNealy (CEO = Chief Executing Officer von Sun) bereitgestanden hätte. Das zeigt, wie wichtig Sun die Zusammnearbeit mit Amiga nimmt.
Suns Interesse kann auch in ihrer Mithilfe bei der Herstellung wichtiger Dokumentationen für die neue Plattform erkannt werden. Wie schon an anderer Stelle aufgezeigt, wird Java ein Markstein für die Architektur des neuen Amiga sein. Leute, die an der Java-Entwicklung beim neuen Amiga interessiert sind, werden sich bald Literatur beschaffen können, die zusammen mit Sun und IDG erstellt wurde.
Außerdem hat Sun zwei Teilnehmerkarten für die Java1, eine Entwickler- Konferenz, die in diesem Sommer stattfindet, gestiftet. Diese Karten werden, wahrscheinlich über die User-Gruppen, in der Amiga-Gemeinschaft verlost werden. Jede Karte hat einen Wert um $3500.
Sun versucht auch den Kontakt ihrer örtlichen Repräsentanten zu Amiga- User-Gruppen zu vermitteln. Und wie Sun sollen auch Red Hat und Corel bereit sein, ihre Zusammenarbeit als Amigas Partner zu erklären.
Für den neuen Amiga wird Scala zur Verfügung stehen, ebenso wie Real Audio, Video und jukebox. Zum Zeitpunkt der Freigabe der neuen Maschine werden auch Quicktime und andere Multimediaformate als fertig erwartet.
Jim Collas hat, um Ihre Neugier zu befriedigen, einen technologischen Brutkasten an der Westküste, der in keinem Zusammenhang mit Amiga steht. Bei seinen Partner in diesem Betrieb sind einige, mit denen er bei Gateway zusammen arbeitete. Zur Zeit ist Collas in *keiner* Weise mit Amiga verbunden.
McEwen gab an, dass er nie einen Wordprozessor oder irgend ein anderes Anwendungsprogramm machen würde. Er stellte fest, dass Amiga nie in Konkurrenz mit dritten Amiga-Entwicklern oder der Amiga-Basis treten würde.
McEwen teilte mit, dass er 4,5 Millionen Dollar bezahlt hat, um Amiga zu kaufen. Dieses Geld wurde spekulativ von Finanzgebern zu Verfügung gestellt, denen nun 30% der Firma gehört. McEwen und seinen Partnern, Fleecy Moss und Randy Hughes, gehören die übrigen 70%. Der Wert der Gesellschaft wurde von Kapital-Analysten auf 250 Millionen Dollar angesetzt.
Auf die Frage, ob diese Pläne innerhalb der Gemeinschaft vertraulich behandelt werden sollten, wie es jemand wünschte, der vor Kurzem am Ruder von Amiga stand, wobei die Frage tatsächlich unsere Sorge wegen Microsoft betraf, antwortete er: "Ich habe keine Sorgen wegen Microsoft. Microsoft ist keine Konkurrenz für uns. Wir werden ein Betriebssystem haben, das auf Allem, vom Handy bis zu einem Server, laufen kann. Niemand sonst hat so etwas." McEwen deutete an, dass Cisco, deren einziges Produkt Internet-Routers sind, heute nach Stand der ausgegebenen Aktien mehr wert ist als Microsoft. Dies zeige, dass der PC auf dem absteigenden Ast ist und dass die Zukunft in der Zusammenführung von Geräten besteht.
McEwen sagte zum Schluss, dass jene, die seit langem mit dem Amiga waren, verstünden, was hätte sein können. Und deshalb sind sie immer noch wertvoll beim Fortschritt des Amiga. Er und seine Partner seien die ersten Eigner von Amiga, die nichts anderes täten als Amiga. Und er entschuldigte sich bei den Anwendern mit Original-Amigas: "Die ersten Pioniere sind die, welche den Pfeil in den Rücken bekommen haben".
Diese Zusammenfassung wurde von Gernod Schomberg erstellt. (Quelle des Originaltexts: http://www.io.com/~joeobrin/A2KUGN.html)