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»Heute schon ge_PDF_t?
Als systemübergreifendes Dokumentformat hat sich das Portable Document Format (PDF) der Firma Adobe Systems Inc.in den letzten Jahren auf den verschiedensten Computer-Betriebssystemen verbreitet. PDF bietet ein Datei- Format, das neben Text auch eingebettete Bilder, Grafiken und Links enthalten kann. Adobe Systems Inc. verteilt für sein Dokumentformat freizügig eine Leseprogramm, den AcrobatReader, für diverse Betriebssysteme. Leider ist der Amiga wieder einmal nicht unter diesen OS. Doch dafür besitzt der Amiga (immer noch) sehr begabte Programmier-Freunde. Einige von ihnen öffneten auch dem Amiga bereits seit einigen Jahren die PDF-Welt. Dabei konnten sie sich auf ähnlich enthusiastische Programm- Schöpfer einer anderen Rechner-Welt stützen: den Unix-Freaks. So schuf Derek B. Noonburg [1] einen Xpdf genannten PDF-Reader, mittlerweile bei Version 0.9 angelangt, dessen Source-Code er allen Interessierten zur Verfügung stellte.
Emmanuel Lesueur, Autor der jüngsten Amiga-Portierung des ursprünglichen Xpdf, nannte seine Umsetzung sinnigerweise Apdf. Schon die erste Version konnte diese Software überzeugen und war bereits in [2] Gegenstand eines Tests.
Das seit kurzem verfügbare Apdf 2.x stützt sich auf Xpdf 0.9 und beherrscht somit im Unterschied zu Apdf 1.x auch PDF-Files einschließlich Version 1.3. Getestet wurde Apdf in der Version 2.2 unter AmigaOS 3.5 und CyberGFX 3.x, 36 MB RAM und einer 68040/40-CPU.
Systemvoraussetzungen
| Apdf stellt seine Dienste ab AmigaOS 3.0, einer 68020-CPU und MUI 3.8 | zur |
| Verfügung. Außerdem sollte GZip 1.2.4 [3] auf Eurem Rechner installiert | |
| sein. |
Je nach Größe des anzuzeigenden Dokuments ist ein mehr oder weniger großer Brocken RAM notwendig. Und prinzipiell gilt wie so oft beim Einsatz eines Computers: Je mehr RAM und je schneller die CPU, desto größer der Spaß. Außerdem unterstützt Apdf Grafikkarten und PPC-Boards, beide erhöhen die Freude beim Betrachten der PDF-Dateien ganz wesentlich.
Installation
Emmanuel Lesueur hat in der aktuellen Version 2.2 die notwendigen Dateien in mehrere Archive aufgesplittet. Das macht auch Sinn, da je nach vorhandener CPU im Amiga nur die notwendigen Module heruntergeladen werden müssen und so die Download-Zeit minimiert wird.
Die Daten-Archive könnt Ihr aus dem Aminet [4] oder von der Homepage [5] des Programm-Autors ziehen. Ihr benötigt auf jeden Fall das Archiv "Apdf_common.lha" sowie die zur CPU passende Datei "Apfd_680x0.lha" bzw. "Apdf_ppc.lha". Um die PDF-Dokumente möglichst originalgetreu darstellen zu können, verwendet Apdf in der aktuellen Version für die Bildschirm- Darstellung anstelle der Amiga-Bitmap-Fonts passende Type 1- oder TrueType- Zeichensätze. Solltet Ihr bereits GhostScript auf Eurem Amiga installiert haben, so lassen sich dessen Type 1-Fonts auch für Apdf nutzen. Ist das nicht der Fall und finden sich auch anderweitig auf Eurem Amiga keine Standard-Schriften in den genannten Formaten, steht das Archiv "Apdf_fonts.lha" zum Download in den bereits angeführten Quellen bereit. Apdf ist in der kompilierten Aminet-Version (ebenso die Version auf E. Lesueurs Homepage) nicht in der Lage, verschlüsselte PDF-Dateien anzeigen. Nicht dass dies programmtechnisch nicht möglich wäre, der Grund sind Gesetze einiger Länder (wie in diesem Falle Frankreich bzw. USA), die Exportbeschränkungen für Verschlüsselungssoftware festlegen. Und dies könnte wie in der Version 1.x die Verwendbarkeit Apdf's erheblich einschränken, da viele kommerzielle Dokumentationen als "encrypted PDF" zu den Käufern/potentiellen Lesern gelangen. Aber entgegen der 1.x-Versionen hat sich der Programmautor diesmal eine ausgesprochen elegante Lösung einfallen lassen: Wer verschlüsselte PDF-Dokumente dennoch ansehen möchte, findet in der Dokumentation und auf E. Lesueurs Homepage den entscheidenden Tipp:
Unter [6] steht ein passendes Modul jeweils für 68k- und PPC-CPUs zum Download bereit. Ihr müsst lediglich dieses Modul in die Apdf-Schublade kopieren, und schon sind "encryptete" PDFs lesbar.
Habt Ihr alle notwendigen Dateien beisammen, brauchen selbige nur noch in ein gemeinsames Verzeichnis entpackt und das Install-Icon angeklickt zu werden.
Nach kurzer Zeit und wenigen Abfragen hat der Installer sein Werk vollbracht und Apdf nimmt dem ihm zugewiesenen Platz ein. Wer Oliver Wagners Web-Browser Voyager 3.x nutzt, kann bei dieser Gelegenheit ein "Vpdf" genanntes PDF-PlugIn für diesen Browser installieren. Mehr dazu ist dem Voyager-Testbericht in dieser Ausgabe zu entnehmen.
Programmnutzung
Apdf läßt sich sowohl von der Shell als auch Workbench aus einsetzen. Ebenso ist die Integration in einen Dateimanager a la DOpus problemlos möglich.
Als erste Handlung solltet Ihr probeweise das mitgelieferte Test-PDF-File anzeigen lassen. Werden dort alle Standard-Fonts auf Anhieb dargestellt (und das ist auf jeden Fall mit dem Apdf_fonts.lha-Paket sichergestellt), sollten auch alle PDF-Dokumente, die sich an die Standards halten, problemlos angezeigt werden können.
Enthält das Dokument Links, so lassen sich diese durch einfaches Anklicken, vergleichbar einem HTML-Dokument, nutzen, um auf den verwiesenen Dokumentabschnitt zu springen. Natürlich könnt Ihr auch Seite für Seite mit einem Schieberegler im unteren Fensterbereich abarbeiten oder zu einer x- bliebigen Seite durch Eingabe der entsprechenden Seiten-Nummer springen. Auch läßt sich das Dokument vergrößert und verkleinert darstellen. Dank der in Apdf eingebauten Suchfunktion sind selbst in Text-Bleiwüsten versteckte Worte innerhalb kürzester Zeit gefunden.
Habt Ihr den Wunsch, aus einem Dokument bestimmte Seiten als Datei zu speichern oder zu drucken, können selbige über einen entsprechenden Menü- Punkt ausgewählt werden. Bei dieser Ausgabe, egal ob als Datei oder auf einen Drucker ist die Seite wahlweise um je 90 Grad-Schritte gedreht speicher- bzw. druckbar.
Die Ansicht des Dokuments auf dem Bildschirm läßt sich über einige Menü- Einträge in sinnvoller Weise beeinflussen. So können neben der Drehung des Dokuments auch geziehlt einzelne Bereiche, egal ob Text oder Bildinformation, freigestellt werden. Der Menü-Punkt "Ansicht/Informationen..." verrät Einzelheiten zum aktuellen Dokument. Wer möchte, kann sämtliche in den Dokumenten verwendeten Zeichensätze durch individuell zu bestimmende Fonts ersetzen lassen. Zusätzlich stehen innerhalb der globalen Einstellungen diverse Optionen für die optimale Anpassung Apdf's an die Gegebenheiten Eures Amigas zur Auswahl. Mit verschlüsselten Dokumenten läßt sich bei installiertem Decrypt-Modul problemlos arbeiten.
Fazit
Dieses fällt wahrlich nicht schwer. Apdf ist DAS PDF-Anzeigeprogramm für den Amiga und sollte auf keinem Rechner fehlen, der PDF-Dokumente beherbergt oder mit solchen gefüttert werden soll.
Emmanuel Lesueur hat mit Apdf eine Software-Perle abgeliefert, die noch dazu Freeware und damit kostenlos, aber keinesfalls umsonst ist.
[1] http://www.aimnet.com/~derekn/xpdfUwe Pannecke <Uwe.Pannecke@t-online.de>«