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Abschließend

Ist der Amiga-Hardwaremarkt noch zu retten?

In Sachen Software sieht es für die derzeitige Amiga-Linie schon nicht rosig aus - in den verschiedenen Anwendungsbereichen klaffen immer größere Lücken, die nicht mehr ausgefüllt werden. Bestes Beispiel ist das Gebiet der Textverarbeitungen. Final Writer wurde ebenso wie Wordworth vor geraumer Zeit eingestellt, und von der nächsten AmigaWriter-Version existiert bislang nur eine Ankündigung - das jedoch schon seit einiger Zeit.

Aber wenigstens erscheint überhaupt noch Software. Denn noch schlechter sieht es auf dem Hardware-Markt aus. Was ist denn, abgesehen von Schnittstellenkarten diverser Hersteller, in den letzten Monaten an Amiga- Hardware erschienen? Zumindest mir fällt auf die Schnelle überhaupt nichts ein. Die Situation wäre noch erträglicher, wenn zumindest die in letzter Zeit auf den Markt gebrachten Produkte lieferbar wären - nur herrscht hier leider ebenfalls Ebbe. Ein gutes Beispiel ist sicher DCE, das vor kurzem Lizenzen zur Fertigung diverser Phase5-Produkte erworben hat. Erhältlich sind die Erweiterungen bislang aber nicht.

Was es dagegen in Hülle und Fülle gibt, sind Ankündigungen. Angefangen von Village Tronics 3D-AddOn für die Grafikkarte Picasso IV, über G3/G4- PowerPC-Erweiterungen von fünf verschiedenen Herstellern (wobei wir die Phase5-Karten wohl abschreiben können) bis hin zu Amiga-kompatiblen bzw. -ähnlichen Computersystemen ist fast jeder Hardwarebereich vertreten. Das Problem nur: Es kommt nichts.

Nun, zumindest die PowerPC-G3-Reihe von Metabox gibt ab und zu ein Lebenszeichen von sich, so daß wir in diesem Fall wohl mit einem Erscheinen - wann auch immer - rechnen können. Ähnlich ist die Lage wohl bei Village Tronics 3D-AddOn. Wenigstens gibt das Unternehmen offen zu, dass ParaGlide nicht die höchste Priorität genießt, womit eine baldige Auslieferung des Produkts jedoch weiterhin fraglich bleibt. So verhält es sich aus meiner Sicht auch bei der von TigerTronics angekündigten USB-Erweiterung - aus einem ebenso einfachen wie einleuchtenden Grund: Wenn sich die Entwicklung einer solchen Hard- und Softwarekombination einfach gestalten würde, gäbe es längst entsprechende Produkte für den Amiga. Denn neu ist das Thema USB ja nicht, dafür aber um so populärer.

Fazit: Trotz einiger weniger Lichtblicke ist die momentan außerordentlich düstere Lage des Amiga-Hardwaremarktes nicht zu übersehen. Und auch in Zukunft ist wohl kaum mit einer deutlichen Besserung zu rechnen, eher im Gegenteil, denn was fehlt, ist eine ausreichende Zahl an Anwendern, die die Produkte auch kaufen. Um die zu erhöhen, bedarf es aber konkurrenzfähiger Rechner.

Bis nächsten Monat,

euer

Carsten Schröder

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