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Falke-Verlag informiert:
Ȇber den Preis und die Leistung
Liebe Amiga-Freunde,
in den vergangenen Wochen ist viel über die Veränderungen bei der Amiga plus und amigaOS geredet und diskutiert worden - zu Recht, das gebe ich zu, denn eines ist sicherlich wahr: Der Zusammenschluß beider Zeitschriften hat nicht den von vielen Lesern gewünschten Effekt gehabt, dass das Heft bei geringerem oder gleichbleibendem Preis umfangreicher wird. Die Kritik, es wäre für amigaOS-Leser teurer geworden, den Amiga-plus-Lesern sei die Diskette verloren gegangen (ausser den Abonnenten) und insgesamt hätte die Papierqualität nachgelassen, muss ich gelten lassen. Aber gerne möchte ich auch erläutern, wie diese Entwicklung zustande gekommen ist. Ich werde Ihnen ehrlich wichtige Details aus dem Verlagswesen aufzeigen, und ich werde Sie schließlich hoffentlich davon überzeugen können, dass ich den richtigen Weg gewählt habe, um dem Amiga-Markt über viele Jahre hinweg eine gute Publikation sichern zu können.
Der Amiga-Markt hat sich in den vergangenen Monaten stark gewandelt: Traten wir vor 16 Monaten noch gegen 3 Mitstreiter an, erklärt sich heutzutage nur noch unser Verlag gerne bereit, für den Amiga zu publizieren.
Die Grundlage allen Übels ist, dass es für jedes Unternehmen wichtig ist, rentabel zu wirtschaften. Und um eine Printpublikation wirtschaftlich herauszugeben, muss ein wesentlicher Teil der Kosten durch Werbeanzeigen gedeckt werden. Nun schauen Sie sich doch bitte einmal eine Amiga plus vom Sommer 1998 an und vergleichen Sie das Werbeaufkommen mit der aktuellen Ausgabe. Sie werden sehen, dass sich das Volumen marktbedingt mindstens halbiert hat. Und selbst, wenn wir vielleicht ein paar Hefte weniger herstellen und drucken müssen als vor zwei Jahren, so bleibt ein wesentlicher Kostenfaktor, nämlich die gesamte Vorproduktion eines Heftes, stets bestehen. Ganz gleich, ob Sie 100 oder 100.000 Heft vertreiben.
Wir haben uns darüber Gedanken gemacht, wie wir Ihnen den gleichen Netto-Informationsgehalt bieten können und haben folgende Konzepte umgesetzt:
Die ausfallenden Werbeseiten wurden selbstverständlich mit redaktionellem Inhalt gefüllt, und sowohl Schriftgröße als auch Zeilenabstand wurden gegenüber der bisherigen Amiga plus drastisch reduziert. Das Resultat ist, dass Sie durch den Erwerb des Heftes das gleiche Informationsspektrum erhalten wie bei einem Heft, das einige Seiten mehr hat.
Dass die Monatsdiskette nicht mehr jedem im Handel vertriebenen Heft beiliegt, werden einige von Ihnen sicherlich schmerzlich vermissen. Doch stellen Sie sich vor, welche Kosten es verursacht, wenn wir tausende von Disketten herstellen lassen, von denen ein Teil (nämlich der der Heftrückläufer) anschließend überflüssig ist und kostenaufwendig entsorgt werden muss. Schließlich muss jede Zeitschrift in solchen Stückzahlen am Markt sein, dass sie auch noch am Ende ihres Erscheinungszeitraums flächendeckend verfügbar ist. Jeder Abonnent erhält die Monatsdiskette weiterhin ohne jeglichen Aufpreis frei Haus zugestellt. Das ermöglicht eine kalkulierte Produktion für uns - und einen Erhalt der Heftqualität für Sie.
Abschließend ergeben sich folgende Gewinne für Sie und für uns:
Nicht ohne Grund haben soviele Verlage das Handtuch geworfen und einfach festgestellt, dass es genügt, ihre weiteren Publikationen weiterzuführen und den Amiga-Bereich aufzugeben. Aber ich habe mit dem Atari-Markt 1996 die Erfahrung gemacht, dass es möglich ist, eine Zeitschrift über viele Jahre mit hohem Anspruch am Leben zu erhalten, wenn sich die Leser bereiterklären, einen Teil der Mehrkosten für eine exzellente redaktionelle Leistung zu tragen, wenn der Kostenapparat eines Verlags anderweitig nicht mehr gehalten werden kann. Und die ST-Computer lebt auch heute noch prächtig und das übrigens ganz ohne Preissteigerung oder Seitenzahl- Reduzierung seit 4 Jahren!
Ich hoffe, dass ich Ihnen einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise unseres Verlages gewähren konnte, und ich bin mir sicher, dass Sie nun bestens nachvollziehen können, dass wir einen Weg gewählt haben, der langfristig den Amiga-Anwendern dienlich sein wird.
In diesem Sinne verbleibe ich mit den besten Grüßen
Ihr Ali Goukassian
Verlagsleiter«