Amiga Tuning Workshop Teil 1 - "Workbench Design" ************************************************* Wir alle lieben unseren kleinen, aber trotzdem leistungsfähigen Amiga. Leider werden viele, die mit ihm arbeiten, nach kurzer Zeit feststellen, daß er nur eine kleine graue Maus ist. Dies liegt an der vordefinierten Oberfläche, die den Amiga-User täglich mit ihrem Blau, Weiß, Schwarz und Grau begrüßt. Nicht der Hit, wenn man da einen neidischen Blick in Richtung PC oder andere wirft! Aber was solls. Wir sind ja flexibel und wollen uns mal die Möglichkeiten, die uns gegeben sind, genauer angucken. Zum ersten fällt uns Neidhammeln natürlich auf, daß der WB-Screen nicht gerade der Größte unter den Screens ist. Woran liegt's? Werfen wir doch mal einen Blick in die Prefs. Prefs steht für PREFERENCES, was zu Deutsch soviel wie Voreinsteller heißt. Jubel. Dort finden wir eine Menge von Programmen vor, die uns die Möglichkeit der WB-Manipulation geben. Also. Wir haben uns über den kleinen Screen beschwert. Wir starten also das Programm OVERSCAN. Mittels dieses können wir nun die "Trauerränder" von unserem Monitor verschwinden lassen. Das geschieht, indem man den gewünschten Modus anklickt (GFX/TEXT) und dann die schwarzen Markierungen verschiebt. Die Ränder sollten so verschoben werden, daß kaum noch ein schwarzer Rand zu sehen bleibt. Der Screen wird dadurch größer und man kann mehr darstellen. Bitte bei Monitoren mit abgerundeten Ecken darauf achten, daß die Ränder nicht zu weit gezogen werden. Notfalls muß man am Monitor etwas nachregulieren (Trapez und andere Spielereien). Nun haben wir schon einmal einen "grösseren" Monitor :). Was fehlt denn nun noch? Man kann den Monitor noch größer machen. Dazu gibt es den Screenmode-Einsteller. Er befindet sich ebenfalls im Prefs-Ordner. Dann starten wir das mal. Besitzer einer Grafik-Karte können sich freuen. Dann kann man die Auflösung in schwindelerregende Höhe treiben. Die anderen müssen sich mit PAL bzw. DblPAL zufrieden geben :). Diese Screenmodes ermöglichen jeweils die maximale Farbanzahl von 256. Bevor man jedoch Auflösungen jenseits des Darstellungs- bereichs verwendet, sollte man sich ein paar Dinge vorher überlegen. Das fängt beim verwendeten Prozessor an. Da muß man selber sehen, wieviel der schafft. Also nur mal als Richtlinie: Bei einem 68000 sollte man auf keinen Fall eine HiRes-Auflösung in 256 Farben auswählen, da der Rechner dann - freundlich ausgedrückt - verreckt. Bei der Wahl des Screenmodes ist also auf eine ausgewogene Gewichtung von Farbanzahl, Auflösung und Geschwindigkeit zu achten. Weiterhin ist darauf zu achten, daß alle Daten in das Chip-RAM geladen werden. Falls man keine Speichererweiterung besitzt, sollte man sich mit einem HiRes-Screen und 8 Farben anfreunden. Dies sollte für die meisten Anwendungen ausreichen. Nun noch ein Wort zu den Dbl-Treibern. Diese offerieren dem Nutzer eine Besonderheit. Sie stellen die PAL bzw. NTSC-Modi auf den neuen Amiga-Technologies-Monitoren flimmerfrei dar. Auf einem normalen Commodore 1084S würde dieser Modus höchstwahrscheinlich zur Zerstörung des Monitores führen. Also Vorsicht. Vorher informieren, welche Modi der Monitor verträgt. Auf dem oben genannten 1084S beispielsweise funktionieren noch die normalen NTSC-Modi und der Euro36. Diese Modi sind aber nicht unbedingt jedermanns Sache, da die Darstellungsfläche auf ein Minimum schrumpft :(. Sie arbeiten aber fast flimmerfrei! So. Das dazu. Nachdem wir uns für einen Screenmode entschieden haben, klicken wir "SAVE" bzw. "SPEICHERN" an. Jetzt steht dieser Modus bei jedem Start sofort zur Verfügung. So. Jetzt haben wir mehr als 4 Farben eingestellt, jetzt fragen wir uns, wo diese denn nun geblieben sind ;). Immer noch alles mausgrau. Hier kann man nur eines tun. Man besorgt sich so schnell wie möglich ein neues Icon-System. Hierbei stehen diverse Sammlungen zur Verfügung. Um nur ein paar zu nennen: - MagicWB (obergeil ;) - NewIcons (am besten mit GFX-Board) - Fred und viele andere. Die meisten dieser Systeme werden mittels eines Installers auf die Festplatte kopiert. Bei NewIcons bleibt zu beachten, daß man auf jeden Fall die 256 Farben anwählen sollte, da es sonst zu einigen Merkwürdigkeiten kommen kann, falls man beispielsweise DOpus5.5 benutzt. MagicWB ist wohl das am meisten verbreitete Icon-System, was man leider auch daran merkt, daß der Autor Geld sehen will. Dafür erhält man, soweit ich weiß, die Grundausstattung an Icons, MagicWB Backdrops (Bilder für den Hintergrund) und diverse Brushes für Hilfsprogramme wie den Toolmanager. Die Bestellung erfolgt per Post oder E-Mail. Die anderen Systeme kosten, soviel ich weiß, kein Geld :). Ein Tip für MagicWB-Fanatiker: Fast jeder Programmierer bastelt sich seine eigenen MWB-Icons für sein Programm. Wenn man die also sammelt, kann man auch schon ein wenig umgestalten. Nachdem wir dann ein Icon-System installiert haben, geht es an die Feinheiten. Der graue Hintergund fällt uns gleich zuerst auf. Das ist eine Aufgabe für den Voreinsteller WBPattern. Starten wir es einfach mal. Mit Hilfe von WBPattern läßt sich ein IFF-Bild in den Hintergund "hängen". Dabei wieder die Auflösung beachten. Nur GFX-Board-Benutzer werden sich an 24-Bit-Bildern erfreuen können :(. Ohne GFX-Board sollte man sich auf maximale 32 Farben beschränken. Das langt aber auch in den meisten Fällen. So. Sieht doch schon ganz nett aus, oder? Immer noch nicht genug Pepp? Wie wäre es mit Win95-Feeling? Im PD-Bereich kann man hierfür frei vertreibbare Programme finden. So geben Workbench95 und MagicMenu einem schon ein gewisses Feeling. Workbench95 macht eigentlich nichts weiter als die Titelzeilen der Fenster zu patchen und dort ein Windowssymbol einzusetzen, welches die ursprünglichen Funktionen der Schalter übernimmt. Toll... Bleibt noch anzumerken, daß es sich nicht soooo toll mit DOpus5.5 verträgt :). Also kein Win95! Ok. Wie wäre es mit dem OS/2 Window-Gezoome? Das geht mit CABOOM. Anders als der Intel- Konkurrent, kann dieses Programm die Windows auf verschiedene Art und Weise öffnen und schließen lassen. Sie drehen sich in den Schirm oder zoomen einfach nur. Ganz wie man möchte. Auch der Mac läßt sich nachahmen. Mir ist nur momentan der Name dieses kleinen Programms nicht bekannt. Das Ergebnis ist jedenfalls dasselbe wie bei Workbench95. Ein Tool, was sich jeder installieren sollte, stellt MagicMenu dar. Es bietet Popup-Menus, die sich voll und ganz konfigurieren lassen. Besonders bei DOpus5.5 macht sich dieses Programm bezahlt. Einfach genial. Nun zu den eigentlichen Tuning-Teilen, die den Rechner ja schneller machen sollen, beziehungsweise das Arbeiten mit diesem. Da wären zum ersten die Toolmanager zu nennen. Der wohl bekannteste dürfte der "Toolmanager" sein (welch genialer Name :). Man kann diverse Klickleisten auf dem Schirm verteilen, denen man dann das Starten von Programmen als Aufgabe zuweist. Auch kann man Projekte direkt übergeben, was einem das umständliche Laden von Projekten aus dem jeweiligen Programm erspart. Die neueste Version liefert noch eine ganze Menge anderer Features. Auch Programme wie TinyMeter oder die diversen Taskleisten bieten diese Möglichkeiten. Wer allerdings die Luxusversion dieser Programme haben möchte, dem lege ich, wie so oft, DOpus5.5 ans Herz. Einen ausführlichen Test kann man in der ersten Ausgabe von Phase6 lesen. So. Das wars dann für's erste zu diesem Thema. Einen Tip möchte ich allerdings noch geben. Die meisten Amiga-Besitzer haben nicht die superaufgerüsteten Maschinen mit CyberGFX-Boards oder AGA-Chipsatz. Auch eine ausreichende Menge an Fast-Ram und Turbo-Power ist nicht immer vorhanden. Diesen Leuten lege ich nahe, es nicht zu übertreiben. Vor allen an der Auflösung und der Farbtiefe der Screens sollte gespart werden, da der Rechner (beispielsweise ein nackter A1200) gnadenlos in die Knie gehen wird. Dies liegt an dem "kleinen" Prozessor und dem sehr geringen Speicher. So wird das Arbeiten zur Qual. Was nützt die am schönsten aussehende Arbeitsumgebung, wenn ich damit nicht mehr vernünftig arbeiten kann? Also. Immer auf ein ausgewogenes Verhältnis von Komfort, Schönheit und Nutzen achten! Auch bei den Patches sollte man darauf achten, daß diese sich nicht ins Gehege kommen (hallo Guru ;). So. Nun wünsche ich allen viel Spaß beim Experimentieren. Auf Wunsch kann ich ja mal ein Screenshot meiner WB beipacken (falls Hoshi keinen Schreikrampf kriegt ;) ; so ein Shot mit 256 Farben... ;) ). Also. Anbei nochmal meine Konfig: Amiga 1230 / 32 MB / HighRes*256 / DOpus5.5 / Nice WB-Pattern *128 / TinyMeter / Tools / Tools / Patches ;) / viel Optimismus * emnid@dame.de