Wenig Software?
Überall, wo man hinkommt, jammert jeder, es gäbe nicht genug
Software für den Amiga. Es stimmt vielleicht, daß es wenig Spiele
gibt, aber das ist eigentlich auch alles, denn Anwender-Software
insgesamt gibt es eigentlich mehr als genug. Damit ist mit
Sicherheit nicht ein PD-Programm gemeint, sondern nur echt gute
Software. Das es nicht so schlecht mit der Software für den Amiga im
Vergleich zu anderen Platformen aussieht, möchte ich hier mal
beweisen.
Fangen wir also an, am besten mit Brenner Software, denn da sind in
letzter Zeit sehr viele Neuheiten dazu gekommen. Folgende CD-Brenner
Software gibt es bisher: Master Iso, CD-Creator, CD-Designer, BurnIT
und MakeCD. Ich kann nur hoffen, daß ich hier nichts vergessen habe.
Ihr seht also fünf wirklich sehr gute Programme, welche fast alle
Brenner die es gibt, problemlos unterstützen. Die Preise sind auch
noch sehr human. Mehr Brenner Software braucht wirklich kein Mensch,
aber wenn noch was kommt, dann soll uns das recht sein.
Jetzt sehen wir uns einmal die Raytracer Welt an. Da haben wir
erstmal Lightwave, das trotz aller Gerüchte angeblich
weiterentwickelt wird, aber hier weiß man noch nichts Genaueres.
Gleich nach Lightwave folgt schon Cinema4D, das inzwischen zu den
besten Tracern in der Amiga und PC Welt gehört, auch hier hat uns
Maxon zumindest gesagt, daß Cinema4D weiter auch für PPC entwickelt
wird, wenn die PPC Karten endlich erscheinen. Der Amiga in jetziger
Form ist angeblich für viele Funktionen einfach zu langsam, sodaß
die Entwicklung dafür sehr schwierig wäre. Neben Cinema4D gehört
auch Reflections noch zu der oberen Liga und die neueste Version
bietet genug tolle Funktionen und Effekte, um wirklich
eindrucksvolle Szenen kreieren zu können, eine PPC Version ist schon
angeblich fast fertig. Auch der wohl von vielen sehr beliebte
Imagine Raytracer wird weiter entwickelt, und sogar die Oberfläche
ist jetzt systemkonform geworden, eine PPC Version wird auch
erscheinen.
Nach langer Pause wird auch wieder eine neue Version von Alladin
erscheinen, welche sogar den Videotoaster von NewTek unterstützen
soll, und die Oberfläche soll auch inzwischen systemkonform sein.
Der Raytracer hat in der neuen Version sehr viele neue Funktionen
dazubekommen, die wirklich beeindrucksvoll sind. Doch wer glaubt,
daß wir schon hier mit den Tracern am Ende sind, der täuscht sich
gewaltig, schließlich haben wir noch Real3D, daß zwar nicht mehr
weiterentwickelt wird, zumindest hörte man nichts Neues darüber, der
aber immer noch zu den Profi Raytracern zählt, und interessante
PlugIns kommen schließlich von Drittanbietern. Doch auch das war
nicht der Letzte, denn ein neuer Raytracer wurde bereits von
Haage&Partner angekündigt, und erste Screenshoots waren auch schon
sehr beeindruckend. Mit dem Namen Tornado3D soll sich das Programm
zwischen den Grenzen von Lightwave und Cinema4D bewegen. Das sind
sieben professionelle Raytracer insgesamt, kaum ein anderes System
bietet soviele Raytracer, die auch das alles beherrschen, was die
Amiga Programme können, doch was sie noch von den anderen
unterscheidet, ist der Preis, der hier oft unter 400 DM liegt.
Als nächstes schauen wir uns die Textverarbeitungsprogramme an, hier
muß ich leider gestehen, daß es ein bißchen schlechter ausschaut,
denn wir haben nur zwei Programme, welche auch ständig
weiterentwickelt werden. Zu einem ist da Wordworth, daß sehr Vieles
bietet, aber noch an Programme wie Word (PC) nicht herankommt. Das
zweite Programm ist da schon näher dran und heißt Final Writer, sehr
komplex. Manche bezeichnen das Programm schon als ein DTP Programm.
Beide Programme sind wirklich leistungsstark und bieten alle
wichtige Funktionen, die man zum professionellen Briefe schreiben
oder Gestaltung eines Informationsblattes braucht. Es ist also nicht
so, daß wir jetzt traurig auf die andere Welt blicken müssen,
außerdem soll auch irgendwann das Programm EasyWriter von
Haag&Partner kommen. Angeblich soll EasyWriter alles das bieten, was
auch Word zu bieten hat, zumindest sah man der Oberfläche schon an,
welches Programm als Beispiel für die Entwicklung genommen wurde.
Wir werden sehen, was dann daraus wird, also abwarten.
Jetzt kommen wir zu den Mal- und Bildbearbeitungs-Programmen. Als
ein echter Renner erwies sich das Programm ArtEffect, was auch nicht
weiter verwunderlich ist, da man sich hier bei der Entwicklung voll
am Photoshop orientierte. Man muß auch zugeben, daß dieses Vorgehen
wirklich gelungen ist, und vor allem die neuen PlugIns Effekte
sollen für Aufsehen sorgen. Dazu zählen die schon bei Photoshop
längst bekannten Lichteffekte.
Für den Amiga gab es bisher nur ein Programm, welches in der Lage
war, nachträglich noch LensFlares und Sonstiges in das Bild
einzubauen, und das ist ImageFX. Von ImageFX soll auch bald wieder
eine neue Version erscheinen, und das kann auch nur Gutes bedeuten.
Natürlich waren das noch nicht alle Programme, denn noch haben wir
Photogenics, welches vielleicht nicht mehr weiterentwickelt wird,
bisher ist aber noch nichts bekannt. Das sind sozusagen die besten
Bildbearbeitungsprogramme, die es für den Amiga so gibt. Natürlich
haben wir noch paar andere, die auch noch sehr viele interessante
Funktionen bieten, aber diese werden entweder nicht mehr
weiterentwickelt oder sind nur auf Shareware-Basis zu bekommen.
Bei den Pixelpaint Programmen sieht die Situation zwar nicht so
schlecht aus, da an PersonalPaint weiter gearbeitet wird, aber
ansonsten haben wir da kein echtes Malprogramm, welches noch weiter
entwickelt wird. Doch das heißt nicht, daß wir keine anderen
Programme dieser Art haben. Da ist z.B. noch DeluxePaintV, welches
noch heute in manchen Aufgaben PPaint um Vieles überlegen ist.
Programme wie Brillance, XPaint gibt es auch noch, sie bieten
natürlich auch tolle Funktionen für das Erstellen von sagenhaften
Bildern. Es gibt auch wirklich Software-Firmen, die mit diesen
Programmen noch Bilder für PC Spiele produzieren, denn die PC Welt
hat zwar genug Bildbearbeitungsprogramme, aber PixelPaint-Programme
wie DeluxePaintV oder PPaint fehlen denen noch, und echte
handgezeichnete Bilder lassen sich wirklich nur mit diesen
Programmen am besten realisieren.
Die Grafik- und Textwelt haben wir schon fast abgedeckt, man sollte
hier wohl noch die beiden besten Texteditioren erwähnen. Da haben
wir erstmal GoldED, für den fast nichts unmöglich ist, und deshalb
auch von den meisten Programmierern benutzt wird, und dann ist da
noch CygnusED, welcher nach langer Pause hoffentlich bald wieder mit
vielen neuen Funktionen erscheinen wird. Es gibt da noch einige
andere Editoren wie MegaEd, doch an denen muß man noch ein bißchen
mehr tun.
Nicht gerade gut, aber auch nicht schlecht sieht es bei den DTP
Programmen aus. Hier haben wir zwei wirklich gute Programme, von
denen aber nur eines weiterentwickelt wird, und das ist PageStream.
Natürlich kann keines der Amiga-Programme QuarkXPress, dem wohl
besten DTP-Programm, das Wasser reichen, aber mit PageStream und
besonders noch ProfessionalPage wurden schon einige Magazine
gestaltet, und denen merkte man tatsächlich nicht an, daß sie am
Amiga gemacht wurden. Natürlich wären die Programme zu schlecht für
eine wirklich aufwendige Zeitung, aber für regionale Magazine und
sonstige Sachen reichen sie völlig, da die Sachen in den wichtigen
Formaten für die Belichtung sehr einfach gespeichert werden können,
und mit dem Amiga kann man auch problemlos eine PC-Disk formatieren
und benutzen, sodaß der Transport auch keine Probleme verursacht.
Es gibt noch ein Programm, daß in letzter Zeit wirklich Maßstäbe
gesetzt hat, und das man auch eigentlich zu DTP zählen kann. Das ist
DrawStudio. Damit kann man fast so eindrucksvolle Logos und Seiten
erstellen, wie mit dem vom PC bekannten Programm Corel Draw.
Jetzt kommt noch die musikalische Seite des Amigas zum Vorschein.
Vor wirklich sehr vielen Jahren war der PaulaChip, welcher für die
4-8Bit-Stereo-Kanäle des Amigas verantwortlich ist, noch eine
Besonderheit. Der PC konnte zu der Zeit nur pipsGeräusche
darstellen, sowas wie Sound fehlte ihm wirklich. Die Zeiten sind
vorbei, inzwischen ist der 4-Kanal-Sound völlig veraltet und im
Zeitalter der 16- und sogar 24Bit-Soundkarten nichts Besonderes
mehr.
Doch kommen wir zu der Software, mit der man trotzdem noch
beachtliche Leistung aus dem Chip rausholen kann. Das wohl
meistbenutzte Musikprogramm ist noch immer der Protracker, mit dem
ein wirklich guter Musiker fast genauso gute Ergebnisse liefern
kann, wie einer der ein ganzes Tonstudio zur Verfügung hat. Mit der
Zeit hat man erkannt, daß obwohl der Amiga nur 4 Kanäle hat. es doch
möglich sein muß, auch mehrere daraus zu machen, sodaß es auch schon
inzwischen einen Tracker mit 8 Kanälen gibt.
Gleich nach Protracker kommt das Programm OctaMed sehr oft vor, das
sogar noch bessere Funktionen bietet, als der Protracker und das mit
MIDI Unterstützung. Der Protracker ist aber Kult und dazu auch noch
kostenlos. Neu hinzugekommen ist das Programm DigiBooster, das wohl
die größte Konkurrenz für Protracker und auch OctaMed ist. Das
Programm unterstützt fast alle Soundkarten, hat fast keine Grenzen
wenn es um die Samples geht, und es kennt noch die meisten Formate.
Dazu kommen noch die tollen Funktionen und das ähnliche Aussehen wie
der Protracker. Ein anderer Tracker ist Symphonie, dieser geht auf
eine besondere Weise mit den Samples um und bietet soagr Echtzeit
DSP Effekte. Das Spielen auf mehreren Kanälen ist auch möglich und
die Qualität ist wirklich hervorragend. Das sind alles Programme,
die erstmal Musik mit Hilfe der Paula erzeugen, dann gibt es noch
die echten Midi Musikprogramme. Das wohl zur Zeit einzigste
professionelle Programm, das weiterhin entwickelt wird, ist
Camuflage, welches unzählige Funktionen bietet und kaum noch Wünsche
offen läßt.
Dann gibt es noch die zwei weiteren Profi-Programme, welche immer
noch sehr beliebt sind, doch leider nicht mehr weiterentwickelt
werden. Da haben wir erstmal MusikX, wohl das älteste und beste
Midi-Programm für den Amiga und Bars&Pipes, das wohl einfachste in
der Bedienung und günstigste im Preis. Eine ganz andere Art der
Komposition bietet das Programm MidiTRACER, ja es geht denselben Weg
wie der Protracker, mit dem Unterschied, daß hier die Midi-Geräte
gesteuert werden, das Programm ist noch ziemlich neu, sieht aber
jetzt schon ganz gut aus.
Das war jetzt eine kurze Übersicht über die besten Programme, die es
für den Amiga so gibt, natürlich habe ich hier nur die wichtigsten
Sparten vorgestellt, denn wenn ich jetzt anfangen sollte, alles hier
zu beschreiben, was es so gibt, dann wäre ich damit frühestens in
einem Jahr fertig. So habe ich Euch nur gezeigt, daß es so schlecht
wie manche denken, nicht aussieht.
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