From: J_Plewka@Amtrash.comlink.de (Joern Plewka)
Newsgroups: de.comp.sys.amiga.misc
Subject: Re: TransAM ist kein Amiga
Date: 20 Sep 97 16:48:04 +0200
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MICHI@HIGHVOLT.gun.de (Michael Thaler) -> "Re: TransAM ist kein Amiga"
(18.09.1997)

> Nein, aber erst seit einigen Monaten. Und ich habe bis jetzt 
> tatsächlich sehr wenig über den Unterschied des TransAm zu anderen 
> CHRP-Plattformen gelesen. Gut, CPU-Karte und noch ein paar andere 
> Dinge, aber das gibt es auch für den PC und macht den TransAm sicher 
> nicht zum Amiga. Vielleicht läßt es ihn ähnlicher erscheinen.
Es gibt eigenlich nicht viele Leute, die ich kenne, die überhaupt
eine Ähnlichkeit der Hardware in Deinem Sinne wollen.
Bei der ersten Frage noch ja...dann aber immer weniger.

> Wenn diese Entscheidende Anregung nur eine CPU-Karte ist, dann ist 
> das zwar ein Vorteil, aber sicher macht das den TransAM nicht zum 
> Amiga-Nachfolger. Da muß es schon ein wenig mehr Verwandtschaften 
> geben.
Wenn Du _soo_ viele Verwandschaften suchst, durchwühle doch einfach den
Sperrmüll....das klingt böse, aber die Ära dieser Rechner ist vorrüber.

Achso, mich würde interessieren, wie Du einen Amiga
definieren würdest. Was erwartest Du von diesem Rechner, wenn wir
mal _alle_ scheinbar existierenden Alternativen ignorieren?
Es wäre hilfreich, wenn es nicht auf Trämen basieren würde, sondern
mit etwas Bezug auf Realität.

> Möglicherweise. Aber siehe anderes Posting. Commodore hatte vor, mit 
> Hombre ein eigenes Grafik-System zu schaffen, das AmigaOS zu 
> portieren. Das geht beim TransAM ab und das ist schon ein 
> entscheidender Punkt.
!? Wie meinst Du das?! Das Teil hat einen Erweiterungsbus, wie fast
alle Rechner dieser Art (incl. Amiga) seit Jahren.
>  
> So habe ich es nicht gemeint, das ist ja wohl offensichtlich. Ein 
> Ferrari benutzt auch einen Motor und vier Räder, deswegen ist es ja 
> wohl nicht genau das gleiche, wie ein Golf, oder?
Denkst Du, Du kannst ein in Handarbeit gefertigen Rechner bezahlen?
Aber auch Dein Vergleich zeigt, daß niemand heute anfangen würde
einen Ferrari nachzubauen.

> Naja, was ist mit Grafikkarten, Soundkarten usw. Aber kein so gutes 
> Argument, sehe ich selbst, bei den Preisen von PC-Karten und dem, 
> was man dann an Mehrleistung bekommt.
Nur positiv ist das ganze beim reinen Massenmarkt leider nicht.
Gute Karten sind kaum bekannt. Alles frißt den billigen Schrott mit
6.5Bit Soundqualität. Man wird nie mehr als 14bit bieten können,
aber das sollte man wenigstens anstreben.
Bei Grafik sieht es ähnlich aus...mit Matrox sind _erstaunlicherweise_
auch mal gute Komponenten auf dem Markt. Die Änderung von Millenium
zu Mystique gibt aber auch zu denken.
Es fängt bereits bei guten SCSI-Kabeln an...man muß schon wissen, wo
man überhaupt noch gute Kabel herbekommen. Normalerweise gibt es nur
noch Müll.

Trotzdem: Der Markt will es so, man kann sich dagegen nicht wehren,
wenn man überleben will. Zumindest gibt es bestimmte Dinge überhaupt
in irgendeiner Form. Das ist besser als gar nichts zu haben...

> Moment, das ist ja wohl das letzte, was ich will. Ich finde es nur 
> nicht gut, alles mögliche als Amiga-Nachfolger zu verkaufen. Ich 
> möchte irgendwas, das die Faszination des Amigas bietet, irgendein 
> faszinierendes Konzept. Der Hombre-Amiga von C= wäre sowas gewesen. 
Es ist tot...träumen hilft nicht, das können wir immer noch.
Es geht darum, daß es zumindest überhaupt etws gibt, auf das man
aufbauen kann. Ein Flickwerk wie bei Apple macht alles kaput.

> Die A/Box mit AmigaOS oder irgendetwas, was mal der Nachfolger davon 
> wird, wäre faszinierend (für mich). Selbst der TransAM könnte mit 
> einem Amiga-OS-Nachfolger einige faszinierende Möglichkeiten bieten.
Eben...wenn Du alle Alternativen wirklich _gleich_ behandelst, sind
wir auf einem Nenner. Einige Alternativen scheiden auf Grund von
Machbarkeit (SGI) oder Prinzipien (x86) aus.
Ich hätte eigentlich auch keine Probleme mit dem Alpha, aber irgendwie
finde ich den Chip sehr unpraktisch. Einen Laptop, der 70 Watt
für die CPU weghämmert, kann ich mir eben nicht vorstellen....

> Aber wie es im Moment aussieht, wird der Amiga-Markt zersplittert, 
> jeder kocht sein eigenes Süppchen. Und das finde ich nicht gut, weil 
> das auf lange Sicht das schlechteste ist, was dem Amiga passieren 
> kann.
Sicher? Ich glaube das nichtmehr. Am alten Amiga ist nicht viel zu
retten, wenn sich entsprechene Firmen nicht öffnen. Man muß sich etwas
ausdenken, was kein Kurzzeitbehelf ist, sondern etwas, was auch
andere User, die vorher keinen Amiga hatten, interessieren.
Das wenige, was wir hier über PowerUp und A/box wissen reicht dafür
schonmal nicht. Am Beispiel von Picasso96 sieht man doch auch, wie
positiv es ist, wenn andere Leute mitdenken, oder!?

> Wenn ein zukünftiges AmigaOS sowohl auf dem TransAM läuft, PowerUp, 
> als auch der A/Box, dann bin ich der letzte, der über den TransAM 
> herzieht.
Aha...So weit ich die Bemühungen bezüglich TransAM sehe, arbeiten
die Konzepte _nicht_ nur mit dieser Art Gerät, was man aus umgekehrter
Richtung wohl nicht behaupten kann, oder?

> Aber diese Konzepte sind halt sehr
> verschieden zu denen vom PC, Mac und CHRP und sowas gibt es nicht am 
> Markt. Deswegen favorisiere ich sie. Eine Koexistenz wäre mir am 
> liebsten.

Richtig, deshalb in erster Linie ein offenes System favouritisieren.
Spezieller geht es immer.

Es kann sein, daß Du auf der WOC eine PowerUP-Karte sehen wirst, die
z.B. mit Melody und ggf. Delfina MPEG-Filme sammt _synchronem_ Ton
abspielen kann. Auf dem 68060 ist bei 7 Bildern Schluß...
Optimierungen kaum noch sinnvoll, da man 25-30 nicht erreichen kann.

Als Rechenknecht ist das Ding witzig (dennoch sehr teuer), aber es
bietet keine Perspektive. Alles was dafür über neu-compilieren
hinausgeht, ist verschenkte Zeit, IMO.


    | /   /\  -----  --     - OctaMED Soundstudio (Amiga)
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