Das Amiga-Magazin des MagnaMedia-Verlages wird ab sofort nur noch in Bahnhofsbuchhandlungen und per Abonnement verkauft.
Gleichzeitig wurde mit der Ausgabe 9/97 auch die Amiga-Games, die erst vor kurzem (teilweise) in das Amiga-Magazin integriert wurde, eingestellt.
Damit wird das Amiga-Zeitschriftenangebot in Deutschland immer kleiner.
Der MagnaMedia-Verlag hatte in der Vergangenheit finanzielle Schwierigkeiten und wurde an die WEKA-Gruppe veräußert. Im Zuge erster Umstrukturierungen wurden die Zeitschriften PowerPlay und Videogames an den DMV-Verlag verkauft.
Nach Mikronik (die allerdings die Original 1200er Motherboards verwenden), wurde von Amiga International Inc. eine weitere Lizenz zur Produktion von Amigas vergeben. Index Information möchte eigene Amiga-Motherboards und Computer fertigen.
Index hat einen "Access"-Computer entwickelt, der auf dem Amiga-Chipset und OS basiert. Die ersten Ausführungen der später auf eine Produktlinie erweiterten Acess-Rechner sollen im dritten Quartal 97 erhältlich sein.
Vorproduktions-Motherboards sollen derzeit bereits an Entwickler und Tester gesandt werden.
Die ebenfalls britische Firma Intrinsic Computer Systems sorgte für Verwirrungen in Sachen Amiga-Lizenz, da sie für sich eine Lizenz, ähnlich der Mikronik-Lizenz in Anspruch nahmen (fertige 1200er-Boards mit unterschiedlicher Ausstattung in Tower-Gehäusen). Sie verbreiteten bereits eine eigene Pressemeldung, die, wie sich herausstellte, nicht mit Amiga Int. in Einklang stand, die von der Lizenz nichts wußten. Es soll sich um ein Mißverständnis handeln.
Auch echte Lizenzstreitigkeiten sind im Gange. Denn Mitte Juli veröffentlichte die Firma Lotus Pacific eine Pressemitteilung, nachdem sie über ihr in New Jersey ansässiges Tochterunternehmen Regent Electronics Corp. die fernöstlichen Rechte für den Commodore-Amiga (Patente, Lizenzen, Handels- marken) von der ebenfalls in New Jersey beheimatete Firma Righttiming Electronics Corp. für 5 Millionen US-Dollar, sowie 8 weiteren Millionen in Regent-Aktienanteilen gekauft hätte.
Die Rechte würden für China, Taiwan, Hong Kong, Macao und den angrenzenden Staaten zwischen China und der früheren Sowjetunion gelten. Rightiming hätte im vergangenen Jahr eine Multimedia-Settopbox, namens Wonder-TV A 6000 entwickelt, die gerade im und für den chinesischen Markt produziert werden solle.
Gateway 2000 oder Amiga International wurden mit keinem Wort erwähnt.
Insider meinten, daß das Ganze auf einem Vor-Vertrag zwischen Escom und Righttiming aus dem Jahre 95 basieren würde. Weiterhin soll Rightiming angeblich im Grunde identisch mit Lotus sein.
Fast gleichzeitig veröffentlichte Lotus die Mitteilung, daß sie eine strategische Allianz mit Sichuan Changhong, dem größten chinesischen TV-Hersteller (achtgrößter der Welt) eingegangen wären, der noch vor Ablauf des Jahres 1998 200.000 Einheiten Wonder-TV 6000 produzieren wolle.
Die Reaktion von Gateway 2000 ließ nicht lange auf sich warten. In ihrer Pressemitteilung bestritten sie, daß Rightiming/Lotus irgendwelche Amiga- Rechte besäßen und somit nichts verkaufen könnten. Sie alleine hätten die weltweiten Amiga-Rechte.
www.lpfc.com...und nochmal Lizenzstreitigkeiten: VillageTronic hat die Distribution des Amiga-OS 3.1, die nach einer gerichtlichen einstweiligen Verfügung auf Veranlassung durch Amiga Technologies i.K. vor etwa einem halben Jahr grstoppt wurde, wieder aufgenommen. Petro Tyschtschenko, Präsident von Amiga Intern. habe seine Rechtsabteilung einschalten müssen.
Ende Juli gab Amiga Intern. die offiziellen neuen Distributoren für das Amiga-OS 3.1 bekannt. In Deutschland "Computer-Vesalia", in den USA "Software Hut" und in Großbritannien "Power Computing".
Eine Lizenz vergab Amiga Intern. auch an das schwedische Unternehmen Vidamus Multimedia zur Herstellung und dem Vertrieb von Werbeartikeln mit der Aufschrift Amiga.
Mit dem Hardwareentwickler Jeff Schindler hat die neugegründete Entwicklungsabteilung von Amiga (als Amiga, Inc. in Dakota Dunes, USA, residierend) einen Chef. Bisher hatte er aber noch nichts mit dem Amiga zu tun.
Petro Tyschtschenko bleibt von Deutschland aus, als Präsident von Amiga International Inc. weiterhin für weltweiten Verkauf und Marketing zuständig.
Am 11.08.97 fand dann auch in Dakota Dunes ein erstes `konstitutionelles` Treffen zwischen Jeff Schindler, Petro Tyschtschenko und einigen amerik. User-Groups und diverser privater Amiga-Initiativen statt, um sich kennenzulernen und besser zu verstehen.
Kommentar:
An sich eine sehr lobenswerte Sache. Warum ist so etwas aber
nicht in Deutschland möglich? Man darf doch nicht vergessen,
daß der Amiga in den USA niemals über den Status eines Randgruppensystems
hinausgekommen ist und die User-Basis in Zentral-Europa und Deutschland wesentlich größer ist.
Laut Derrick Lisle, bei Amiga Inc. PR-und Veranstaltungs-Koordinator, sind "die Leute bei Epson einverstanden mit uns zu arbeiten und uns mit allem zu unterstützen, was wir benötigen, um ihre gesamte Produktlinie von Druckern und Scannern zu unterstützen."
Gerüchten zu Folge soll Maxon Computer planen sich vom Amiga zurückzuziehen bzw. alle Aktivitäten einzufrieren.
Phase5 hat nach eigenen Angaben mit der Produktion der PowerUP-Turboboards begonnen. Die Auslieferung soll ab der 37. Kalenderwoche erfolgen.
Oberland plant mit der o/box eine eigene PPC-A4000T-Komplettvariante anzubieten. Es handelt sich um originale Amiga 4000 Tower mit phase5- PPC-Beschleunigerkarten und 2 MB Chip und 32 MB FastRam.
Basispreis mit PPC604e/150 MHz und 68040/25 MHz ab ca. 4.000 DM.
Mit der SoundStage von Applied Magic Inc. kommt eine Soundkarte für Zorro-III. Sie ist insbesondere zur Unterstützung der JPEG-Videokarten der selbigen Firma gedacht und von ihnen bisher im Moment auch abhängig. Basieren tut sie auf einem 40 MHz-Texas Instruments DSP. Über ihn soll sie auch Videoeffekte beschleunigen können, teilweise 4-10 mal schneller als ein Standard-A 4000.
Basispreis ab ca. 1.400 US-Dollar.
Applied Magic Inc.,Digital Lightyear Technologies bringt die Argent Ethernet-Karte heraus. Es handelt sich um eine Zorro-II-Karte, die bis zu 10MBit/Sekunde schnell und 100% Ethernet-Kompatibel ist.
Der Preis liegt mit etwa 100 US-Dollar unter vergleichbaren bisherigen Angeboten für den Amiga.
1517 105th Ave. Ct. E.
Edgewood Washington, 98372 USA
Tel. (206) 927-3817
Mit dem GG2 Bus+ sollen in Zukunft preiswerte ISA-Bus-Interfacekarten an den Amiga angeschlossen werden können. Z.B. zusätzliche parallele und serielle Ports, sowie Netzwerk-Karten, interne Modems, IDE-Kontroller und mehr. Es werden so gut, wie alle Nicht-DMA AT- kompatiblen PC-Steckkarten unterstützt (8 MHz-Bus). Die Treiberunterstützung soll gut sein.
Basispreis etwa 125 US-Dollar.
Die französischen Entwickler von Ateo Concepts wollen mit der Pixel64 die erste Grafikkarte für den Amiga 1200 zur Marktreife bringen. Allerdings paßt sie aus Platzgründen nur in mit Towergehäusen aufgerüstete 1200er. Sie basiert auf dem GD5434-Chipsatz von Cirrus Logic und wird mit einem neuen speziellen Expansionsbus ausgerüstet sein, der sogar schnellere Datendurchsatzraten, als Zorro-III erreichen soll und für den weitere Erweiterungen geplant sind. Als WB-Emulations-Software soll Picasso 96 eingesetzt werden.
Der Preis soll sich zwischen 250-300 US-Dollar bewegen. Im September/ Oktober 97 soll die Karte erhältlich sein, ein erster Prototyp ist bereits im Test.
Außerdem wird überlegt, ob ein PPC-Turboboard für den 1200 entwickelt werden soll. Die Entscheidung ist aber noch nicht getroffen.
Mit dem Smaky 400 kommt eine PCI-Karte mit einem 68040 als Prozessor für PC`s heraus. Obwohl ursprünglich nicht dafür gedacht, sollen evtl. auch die Betriebssysteme des Amigas und Ataris dafür genutzt werden können.
Die nächste PowerPC-Generation ist nicht mehr fern. IBM und Motorola haben die neuen Prozessoren PowerPC 740 und 750 angekündigt. Die ersten 750`er Versionen sollen mit 266 MHz bei einer Leistungsaufnahme von 5 Watt auf den Markt kommen.
Der 740 stellt die Embedded-Variante dar. Ihm fehlt im Gegensatz zum 750 der eingebaute Cache-Controller. Erste geringe Stückzahlen sollen bereits verfügbar sein und die Massenproduktion im 4. Quartal 97 anlaufen. Gleichzeitig wurden neue Versionen des 604 mit bis zu 350 MHz angekündigt.
Die rtgmaster.library, ein System um Spiele Grafikkartenunabhängig entwickeln und spielen zu können, wird gegenwärtig auf PPC umgesetzt, obwohl der Programmierer Steffen Häuser noch keine Karte besitzt.
Die rtgmasterPPC.library soll trotzdem schon weit gediehen sein.
Microcode Solutions neuer Macintosh-Emulator FUSION wird von Haage&Partner für 169 DM in der aktuellen Version 1.1 vertrieben.
Nova Design kündigt mit der Version 5.0 den Aladdin 4D-Nachfolger an. Er benötigt unter anderem keinen Dongle mehr, glänzt im OS2.1/3.0-Look, hat volle CyberGrafX-Unterstützung und natürlich zahlreiche neue Effekte.
Upgradepreis zu allen vorherigen Versionen ca. 100 US-Dollar.
Bob Fisher, Nova Design, Inc. , USA, Tel.: 804-282-5868
Martin Wulffeld, dänischer Programmierer des verbreiteten Virenkillers XTruder, hat in seinem eigenen Programm einen Virus versteckt und dann verbreitet!
Wegen der Zunahme gefälschter Keyfiles und aus persönlicher Rache gegenüber einem bestimmten User, hat er in Version 3.5 einen eigens dafür programmierten Trojan eingebaut, der bei Einsatz eines gefälschten Keyfiles aktiviert wird und Dateien auf der Systempartition verändert.
Nachdem die Aktion bekannt wurde, hat Wulffeld angekündigt, das XTruder ab Version 3.6 wieder "sauber" sei.
Kommentar:
Eigentlich braucht man dazu nicht viel sagen oder schreiben.
Unabhängig von den Gründen ist eine solche Vorgehensweise
einfach skandalös!
Von dem bekannten Web-Browser Voyager soll eine Version 3.0 erscheinen, die unter anderem Javascript und HTTP 1.1 unterstützt. Auf der Messe Computer 97 soll bereits eine Vorab-Version zu sehen sein.
Die Rechte für Pinball Brain Damage liegen laut dem APC&TCP nicht bei
Vulcan, sondern bei dem Club! Es soll im Laufe des Jahres 97 erscheinen
und mehrere Tische im HiRes-Modus (640x256) mit Multiballmodi im
Super-HiRes-Modus (1280x512) bieten, sowie eine Pseudo-3D-Darstellung.
Voraussetzung: AGA-Chipsatz.
Weiterhin plant der APC&TCP gegen Ende des Jahres den Action-Hit Pulsator herauszubringen. Dabei handelt es sich um ein klassisches Shoot`em`up in der Tradition von Project-X und Apydia.
Es soll durch einen neuartigen Zwei-Spieler-Modus glänzen, sowie ein Extrawaffensystem besitzen, das noch nicht seinesgleichen gesehen hat. Das AGA- Chipset soll bis zum äußersten ausgereizt werden, 512 Farben gleichzeitig anzeigen, Parallaxscrolling und andere Effekte bewerkstelligen. Manche Endgegner sollen mehrere Bildschirme groß sein.
Pulsator wird in einer aufgebohrten CD-Version erscheinen, sowie auf HD- Disketten (!). Der Preis soll ca. 70 DM betragen.
Ein Screenshot gibt es auch. :-)
Noch ein weiteres Spiel soll Ende des Jahres Bewegung in den Amiga-Markt bringen. Denn Phoenix soll Maßstäbe setzen. Das Team nennt sich "Future Tales" und prorammiert "eine Art WingCommander mit ELITE-Elementen und durchgehender Story...".
Es gibt Echtzeit-3D-Gefechte, sowie Adventure- und Handelssimulations- Elemente. Man darf also gespannt sein. Geplant ist unter anderem auch eine TCP/IP-Implementation für Multiplayer-Spiele. Voraussetzung wird ein A1200/4000 mit mindestens 68030/50 MHz sein. Grafikkarten sollen über die rtgmaster.library unterstützt werden.
APC&TCP, Dorfstr. 17, 83236 Übersee
BlitzBombers, "Amigas bestes Multiplayer-Spiel", soll jetzt doch in Bälde erscheinen. Red When Excited Software war im Februar 96 gezwungen die Auslieferung zu stoppen, da andere Software-Entwickler aus rechtlichen Gründen Einspruch erhoben.
BlitzBombers ist eine gelungene Mischung aus dem bekannten Dynablaster und der Bomberman-Serie. Es wurde sehr stark aufgepeppt und macht bereits in der Demoversion einen Heidenspaß.
Das Erscheinen hängt allerdings von dem Zuspruch der Amiga-Fans ab, die auf der Web-Site votieren können. Hier ist auch die Demoversion ladbar, die ebenfalls im Aminet erscheinen soll.
Mit Forgotten Forever soll ein guter Command&Conquer-Clone für den Amiga erscheinen. Charm Design benutzt konsequent OS-Aufrufe, so daß z.B. alle AGA- und CyberGrafX-Auflösungen mit 256 Farben verwendet werden können. Vier unterschiedliche Geländetypen, 50-60 Missionen, 50 verschiedene Fahrzeuge, digitallisierte Sprachsamples und ein Nullmodem-Zweispieler-Modus werden höchstwahrscheinlich keine Langeweile aufkommen lassen. Die Ungarn haben bis jetzt noch keinen Publisher.
onEscapee ist das Spiel des ungarischen Invictus Team`s, dessen Vertrieb, wie schon bei Foundation, Sadeness Software aus Großbritannien übernommen hat. Es handelt sich um eine Mischung aus `Another World` und `Flashback` und macht in der Demoversion einen vielversprechenden Eindruck. Diese ist allerdings ca. 5MByte groß, wodurch sie sicher nicht allzuviele `Vorkoster` aus dem Aminet runterladen werden. Von onEscapee wird gleichzeitig eine Amiga- und eine PC-Version entwickelt.
Vulcan plant ein weiteres neues Spiel. Hard Target soll als 3D-Shoot`em`up mit vollständig geraytraceten Charaktären die Amiga-Antwort auf "Virtua Cop" werden. AGA, 2MB Chipram, 8 MB Fastram und CD-Laufwerk sollen Voraussetzung des im Frühjahr 98 erscheinenden Spiels sein.
Guildhall Leisure plant neben Gloom 3 zusammen mit EPIC Marketing auch eine Umsetzung des für die unterschiedlichsten Systeme erschienenen Street Racer an. Es soll eines der besten Rennspiele für den Amiga werden und scheint grafisch in Richtung XTreme Racing zu gehen. AGA ist Voraussetzung.
Anfang August kündigten Steve Jobs, Vorstandsmitglied und Mitbegründer der Apple Computer Inc. und Bill Gates, Aufsichtsratsvorsitzender und CEO der Microsoft Corp. auf der MacWorld in Boston eine neue Allianz zwischen ihren Unternehmen an. Microsoft übernimmt nichtstimmberechtigte Aktien im Werte von 150 Millionen US-Dollar und wird u.a. Office 98 für den Mac herausbringen. In Zukunft wird der Internet Explorer von Microsoft mit dem Mac gebündelt, so daß er nach der Auslieferung bereits vorinstalliert ist.
Wie bekannt, ist der Computerhersteller Apple schon seit längerer Zeit ins Trudeln geraten. Marktbeobachter vermuten in der Aktion einen geschickten Schachzug Microsofts mit Augenmerk auf die amerikanische Monopolbehörde, die die zunehmende Monopolstellung Microsofts im Betriebsystemsektor argwöhnisch betrachtet. So würde vordergründig ein Gegenpol im Markt erhalten bleiben und das bei einer vergleichsweise geringen Summe von 150 Millionen Dollar, denn Microsofts Kriegskasse ist mit einigen Milliarden gefüllt und somit kaum belastet.
PIOS plant seinen Börsengang. In Hardwarefragen gibt es dagegen nichts Neues zu vermelden.
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