ISDN verbreitet sich auch bei Privatpersonen immer weiter. Da aber der Umstieg von Analog auf Digital meist nicht gleich 100%ig geschieht (wozu sollte man sein altes Telefon wegschmeißen, insbesondere, da ISDN-Telefone noch recht teuer sind), besteht auch Bedarf an den sogenannten TK-Anlagen.
Diese Anlagen beinhalten meist auch a/d-Wandler, so daß alte Analoggeräte, wie Telefone, Anrufbeantworter, Modems, Fax-Geräte etc., auch am ISDN-Anschluß benutzt werden können.
Mit bestimmten Tastenkombinationen können dann meist auch die weiteren Dienstleistungen des ISDN genutzt werden, ohne daß man sich gleich ein neues, teureres ISDN-Telefon kaufen muß.
Es gibt mehrere TK-Anlagen auf dem Markt, wie z.B. die Istec oder die EuraCom, um nur zwei zu nennen. Neben dem Funktionen und Ausstattungen der Anlagen, ist auch die Benutzerfreundlichkeit ein wichtiges Kriterium beim Kauf.
Eine komplexe Anlage nur per Telefon zu konfigurieren (dazu werden meist bestimmte Tastenkombinationen verwendet) ist auch für eine einmalige Konfiguration etwas umständlich und unübersichtlich. Vielen TK-Anlagen liegen daher Konfigurations-Tools bei, um die Anlage, die meist per seriellem Kabel mit dem Computer verbunden ist, komfortabel einzustellen.
Leider sind die meisten der Programme nur für den IBM-kompatiblen PC und nicht für den Amiga. :-(
Für die EuraCom von Ackermann hat sich jedoch jemand gefunden, der es, trotz schlechten Supports von Seiten Ackermanns, durch viel Probiererei und Puzzlearbeit, geschafft hat, ein Konfig-Tool zu programmieren, mit dem es möglich ist, die EuraCom (und baugleiche Anlagen) auch mit dem Amiga zu konfigurieren.
Sein Programmpaket nennt sich EuraTools und beinhaltet neben dem Konfigurationstool EuraConfig, noch EuraCall zur Gebührenauswertung mit dem Gebührenkit 1000 und PassCall, ein Hilfsprogramm zur Gebührenauswertung, wenn das Gebührenkit 1000 nicht vorhanden ist.
Alle drei Tools verwenden MUI und bieten eine durchdachte Oberfläche.
EuraTools ist Shareware und der Autor verlangt mit 30DM für seine Arbeit auch nicht zu viel. Vor allem ist dabei zu bedenken, daß er das Tool nicht im Auftrag von Ackermann geschrieben und nur minimale Hilfestellung von ihrer Seite bekommen hat, was die Implementierung des Protokolls zur Konfiguration erheblich erschwerte.
Die EuraCom wird mit einem 9-poligen seriellen Kabel ausgeliefert. Falls keine entsprechende Schnittstellenkarte vorhanden ist, muß zusätzlich noch ein Adapter besorgt werden, um das Kabel an der normalen seriellen Schnittstelle des Amigas anzuschließen, zum Beispiel ein "25pol-Buchse zu 9pol-Stecker".
Bei mir konnte ich das Kabel an die serielle Schnittstelle meiner GVP G-Force anschließen. Da das zu verwendende Device in EuraTools einstellbar ist, gab es damit auch keinerlei Probleme.
Die Installation erfolgt mit dem Standard-Installer problemlos, so daß man recht schnell los legen kann. :) Benötigt wird als Minimal-Konfiguration OS2.04, MUI3.6, 1MB RAM und eine Auflösung von 640x256 (bei quervernetzten Anlagen mindestens 640x300) laut Anleitung. Getestet wurde EuraTools auf OS3.1 mit 68040.
EuraConfig ist übersichtlich gestaltet und unterteilt die Einstellung in acht Bereiche.
Die erste Seite dient zur Information welche Version verwendet wird und ob diese registriert ist.
Die zweite Seite "Globales" ist wiederum unterteilt. Bei dem Unterpunkt "Konfiguration" läßt sich z.B. der Anlagentyp (Einzelanlage bzw. vernetzt), der Geheimcode für die Raumüberwachung bzw. den Alarm einstellen. Desweiteren kann man noch die Landes- und Ortskennung überprüfen.
Im zweite Unterpunkt "Gebühren" kann man einstellen, welche Anrufe protokolliert werden, welchen Grundpreis eine Einheit und welche Frequenz der Gebührenimpuls hat.
Im letzten Unterpunkt "Verschiedenes" lassen sich diverse weitere Einstellungen vornehmen, wie z.B. welche Wartemusik benutzt werden soll oder die automatische Amtsholung.
Die dritte Hauptseite konfiguriert die S0-Ports. Bei der EuraCom 180 ist nur ein S0-Port vorhanden. Dieser muß folglich (bei normalem Heimanwender) auf "Externer Mehrgerätsanschluß (PTMP)" konfiguriert sein, dann müssen die MSNs nur noch eingetragen werden. Bei der EuraCom 181/2 gibt es noch weitere S0-Ports, die dann dementsprechend auch eingestellt werden können.
Die vierte Hauptseite ist den Teilnehmern gewidmet. In einer Liste können dann die Teilnehmer eingegeben werden. Es läßt sich jedem Teilnehmer ein Name zuweisen, der zwar auf die Anlage bezogen keine Bedeutung hat, aber es vereinfacht, sich die Zuweisungen zumerken.
Dem Teilnehmer wird dann eine interne Rufnummer zugewiesen und eingestellt, welche Art von ISDN Gerät sich dort befindet (z.B. Modem, Anrufbeantworter, Telefon). Falls der Teilnehmer auch von "außen" erreichbar sein soll, muß ihm noch eine MSN zu gewiesen werden. Die weiteren Einstellungen bestimmen die Eigenschaften des Teilnehmers, ob er z.B. eine Masterberechtigung hat oder ob der Aufschaltschutz aktiviert ist etc. etc.
Auf der fünften Seite lassen sich die Alarmfunktionen der EuraCom einstellen: Wann dieser aktiv ist, wie der Aktor angesteuert wird, welche Rufnummern im Alarmfall angerufen werden sollen.
Die sechste Seite ist den Kurzwahlzielen gewidmet. Dort lassen sich die 200 Kurzwahl-Ziele konfigurieren, die in die Anlage gespeichert werden sollen. Dadurch braucht man sich nicht mehr eine sieben- oder achtstellige Nummer zu merken, sondern nur noch eine dreistellige.
Auf der siebenten und achten Seite lassen sich der Nahbereich bzw. der Sperrbereich definieren, also die Vorwahlen, die zum Nahbereich gehören, bzw. die, die völlig gesperrt sein sollen (z.B. 0190). Es läßt sich je Teilnehmer nämlich noch die Amtsberechtigung konfigurieren, die entscheidet, ob der Teilnehmer nur Intern-, Orts-, Nahbereichs-, Inlandsgespräche führen darf oder keinen Beschränkungen unterliegt. Dadurch kann verhindert werden, daß z.B. Kinder aus Versehen teure Ferngespräche führen.
EuraConfig unterstützt die EuraCom (und baugleiche Anlagen) bis zur Firmware V1.11. Die angekündigte Firmware 2.0 soll ebenfalls unterstützt werden. Allerdings hängt dies hauptsächlich davon ab, ob der Autor das Übertragungsprotokoll entschlüsseln kann. Eine verbindliche Zusage möchte er jedenfalls noch nicht geben.
Alle Tools des EuraTools-Pakets sind sauber programmiert und führten bis her noch nie zu einem Absturz. Ein ARexx-Port ist auch Standard und es werden auch gleich ein paar Beispielscripte mitgeliefert. Die Anleitung ist ausführlich und gut durchdacht.
Mangels des Gebührenkit 1000 konnte EuraCall nicht richtig getestet werden, desweiteren konnte auch PassCall nur bedingt getestet werden, da mein Rechner nicht 24 Stunden am Tag läuft.
EuraTools liegt noch ein Registrierungstool bei, mit dem man komfortabel seine Bestellung aufgeben kann. Als Besonderheit bietet Richard Körber noch die Möglichkeit, den Key, außer auf einer DD oder HD Diskette oder per eMail (nur mit PGP), auch auf einer IOmega ZIP-Diskette zu bekommen (Kostenzuschlag: 35DM).
| Produkt: | EuraTools | Hersteller: | Richard Körber |
| Art: | Konfigurationstool (EuraCom) | Version: | Release 5 |
| Preis: | ca. 30 DM | Bez.Quelle: | Richard Körber |
| Leistungsfähigkeit: | 1 | ||
| Benutzerfreundlich: | 1 | ||
| Dokumentation: | 1 | ||
| Preis-/Leistung: | 1 | ||
| Gesamt: | 1 | ||
| Adresse: | Richard Körber, Hornstr. 20, 51465 Bergisch-Gladbach | ||
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