Amiga-Aktuell 10/97 - Abschließend
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Abschließend

Der AMIGA in den Schlagzeilen

Seit dem Escom-Konkurs hat außerhalb der AMIGA-Welt kaum jemand von unserem Computersystem Notiz genommen. Dies hat sich jedoch im letzten Monat schlagartig geändert. Nicht nur Computer-News-Dienste im Internet berichteten über die Zukunftspläne, die Gateway 2000 mit seinem AMIGA verfolgt (siehe auch AMIGA aktuell 10/97), selbst im Nachrichtenmagazin Focus war ein entsprechender Artikel zu lesen.

Titel wie "Totgesagte leben länger" (RTL-Videotext), "AMIGA kehrt zurück" (Heise-Newsticker), "AMIGA-Revival" (Focus), "AMIGA: Die neue Generation" (ZDNet Deutschland), "AMIGA lives! Gateway resurrects a pioneering PC", übersetzt: Der AMIGA lebt! Gateway läßt einen PC-Pionier wiederaufleben, "AMIGA reborn", übersetzt: AMIGA wiedergeboren, "A new day dawns for AMIGA", übersetzt: Für den AMIGA bricht ein neuer Tag an (alles ZDNet Int.), "Gateway brings back the AMIGA", übersetzt: Gateway bringt den AMIGA zurück (Buyer's Alert) erwecken den Eindruck, als glaubten selbst die Medien-Macher fest an ein Wiedererstarken des AMIGA. Vielleicht ist es ja auch der Wunsch nach einem absehbaren Ende des Microsoft-Monopols, nachdem der einstige Hoffnungsträger Apple plötzlich die Seite gewechselt hat und zum einstigen Erzfeind übergelaufen ist.

Das ZDNet zumindest schreibt in Zusammenhang mit einem der AMIGA-Artikel: "Our take: Long live the "C" word: competition" - Lang lebe der Wettbewerb!

In der Tat standen die Zeichen für eine AMIGA-Wende zum Positiven in den letzten dreieinhalb Jahren nie so gut wie im Moment:

  • Wir haben mit Gateway 2000 ein finanzstarkes und angesehenes Mutterunternehmen, dessen Bereitschaft, in den AMIGA zu investieren, jetzt offensichtlich wird.

  • Durch PowerUp von phase 5 ist die moderne PowerPC-Technologie für uns AMIGA-Anwender kein Fremdwort mehr. Zwar wird noch über die beste Betriebssoftware für die Karten gestritten, aber vielleicht deutet sich schon nach der Computer '97 eine Tendenz an, welche Software am Ende die Nase vorn haben wird.

  • Nach vierjährigem Stillstand ist die Weiterentwicklung des AMIGA OS in Angriff genommen worden. Zunächst soll innerhalb der nächsten fünf Monate die Version 3.5 zu einem günstigen Preis von etwa 100 DM auf den Markt kommen; sechs Monate nachdem die AMIGA-Entwicklungsabteilung AMIGA, Inc. ihre volle Personalstärke erreicht hat, soll ein AMIGA OS 4.0 erscheinen, das diese Versionsnummer auch verdient. Etwa zum selben Zeitpunkt soll es auch erste AMIGA-Rechner mit neuentwickelter Technologie geben.

  • Vom MAN (Möchtegern-AMIGA-Nachfolger) transAM von Pios ist kaum noch etwas zu hören, so daß von dieser Seite aus wohl keine Spaltung der AMIGA-Plattform befürchtet werden muß. Selbst wenn das System in absehbarer Zeit auf den Markt kommen sollte, dürften seine Erfolgschancen aufgrund der zu gewöhnlichen Hardware (Standard-PC-Komponenten) und zu ungewöhnlichen Software (BeOS, pOS usw. als Betriebssysteme) wohl minimal sein, von der fehlenden AMIGA-Kompatibilität und dem recht hohen Preis ganz zu schweigen.
    Die positiven Anzeichen beim "echten" AMIGA dürften ihr übriges bewirken.

Damit bis nächsten Monat,

Euer

Carsten Schröder


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