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AbschließendVerglichen mit den Vorjahren verlief 1997 für den AMIGA gar nicht so schlecht. Gerade wer sich in den letzten Wochen und Monaten (und speziell auf der Computer 97) einen Überblick über den AMIGA-Hard- und Softwaremarkt verschaffte, konnte durchaus positive Tendenzen wahrnehmen: So langsam scheint der AMIGA-Markt aus einer Art Ohnmacht, von der er zwischen 1994 und 1996 erfaßt war, zu erwachen.Diese Tendenzen - es ist wohlgemerkt noch KEIN deutlicher, und erst recht kein selbsttragender Aufschwung - haben wir im wesentlichen zwei Ereignissen und deren Folgen zu verdanken:
Das erste hat nicht nur die symbolische Bedeutung, daß es endlich wieder einen Inhaber der AMIGA-Rechte gibt, der sich um eine Weiterentwicklung der durch die beiden Konkurse jahrelang zum Stillstand verdammten AMIGA- Technologie kümmern will, nein, ohne den Aufkauf wären auch die verschiedensten Lizensierungen im Laufe des vergangenen Jahres nicht möglich gewesen, so daß z.B. AMIGA-kompatible Computer mit neuentwickelten Mainboards nicht legal verkauft werden dürften. Das zweite Ereignis, PowerUp, hat uns einen gewaltigen Schub bei der Rechenleistung beschert. Leider sind PowerUp-Umsetzungen bekannter AMIGA- Programme bislang noch nicht in der Anzahl erschienen, die ich mir persönlich erhofft habe. Vielleicht ändert sich dies ja jetzt nach dem Erscheinen der PPC-Ergänzung für den SAS/C-Compiler bzw. mit der Verfügbarkeit der PowerUp-Karten für den A1200. Angepeilter Termin hierfür: Ende Januar. Als primäres Ziel muß 1998 und in den Folgejahren gelten, den Absatz von AMIGAs und kompatiblen Rechnern zu steigern. Denn nur, wenn es gelingt, allmählich einen größeren Marktanteil unter den Computersystemen zu erreichen, besteht die Chance, daß Firmen, die den AMIGA während der Krise verlassen haben, wieder auf den Zug aufspringen, Solange die Entwicklung einer vollkommen neuen AMIGA-Generation noch nicht abgeschlossen ist, bleibt als einziger Weg in diese Richtung nur eine konsequent niedrige Preispolitik. AMIGA International hat dies richtig erkannt, mit der Folge, daß der Käufer eines neuen A1200 mittlerweile bei einigen Händlern nicht einmal mehr DM 450,- zu berappen braucht. Nicht verschwiegen werden jedoch soll, daß es AMIGA International ohne diese "Preiskur" wohl kaum gelänge, die hohen A1200-Lagerbestände abzubauen. Für die AMIGA-Entwicklungsabteilung bedeutet 1998 ein Jahr harter Arbeit, gilt es doch, schnellstmöglich einen Entwicklungsrückstand von fünf Jahren wettzumachen. Um so unverständlicher ist, daß sich seit der Computer '97 selbst in der Personalfrage - vorrangig ist ja die Einstellung von Entwicklern - offenbar nichts getan hat, wie eine Anfrage von AMIGA aktuell bei Petro Tyschtschenko ergab. Der Präsident von AMIGA International ließ durchblicken, daß er selbst nicht zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen von AMIGA, Inc. ist. Ihm kann man freilich keinen Vorwurf machen, ist er doch ausschließlich für Verkauf und Marketing zuständig - die Entwicklungsabteilung wird dagegen von den USA aus geführt. Allerdings gilt es hier, Ruhe zu bewahren: Jeff Schindler, Chef von AMIGA, Inc., hat auf der Entwicklerkonferenz am 14. November in Köln erklärt, daß sein Unternehmen _weltweit_ nach den besten Entwicklern sucht. Wenn es eine gewisse Zeit beansprucht, die richtigen Leute zu finden, dann sollten wir noch etwas Geduld beweisen. Wollen wir also hoffen, daß dies nur eine Art Ruhe vor dem Sturm ist. Denn eines dürfte sicher sein: 1998 wird ein für den AMIGA entscheidendes Jahr - im wahrsten Sinn des Wortes. Damit bis nächsten Monat, Euer Carsten Schröder |
Ausgabe 01/98 |