Amiga-Aktuell 10/97 - Produktvorstellungen
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Neuer AMIGA: A5000 von DCE

Ende Oktober überraschten AMIGA International und der Hardwarehersteller DCE mit folgender Verlautbarung:


»Freitag 24.10.1997
DCE unterzeichnet Lizenzabkommen mit Amiga International.

DCE Computer Service GmbH hat eine Lizenz erhalten, Computer auf Basis der Amiga Technologie herzustellen und zu vertreiben

Gemaess AMIGA Internationals letzte Ankuendigung, eine offene Unternehmenspolitik in Puncto Lizenzen fuer Amiga durchzufuehren, wurde nun ein weiterer Lizenzvertrag mit DCE Computer Service GmbH abgeschlossen. Der Vertrag bezieht sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Amiga Motherboards und Computern, einer selbst entworfenen Produktpalette von DCE GmbH

Die in Oberhausen ansaessige Firma DCE Computer Service GmbH, hat ein neues Board entwickelt, das technologisch auf neuestem Stand ist, das auf dem Amiga A4000 und auf dem Operating System OS 3.1 von Amiga basiert und mit dem Amiga Chip Set laeuft. Durch den Lizenzvertrag zwischen AMIGA International, Inc. und DCE Computer Service GmbH ist die Benutzung des Amiga OS 3.1 sowie eine Liefervereinbarung ueber Amiga eigene Chips sichergestellt und die Benutzung des Logos "Powered by Amiga" kann an allen Produkten angebracht werden.

Petro Tyschtschenko, Geschaeftsfuehrer von AMIGA International, Inc. in Langen, Deutschland, erklaerte: "wie schon versprochen, werden wir mit unserer offenen Lizenzpolitik weitermachen, um den Amiga Markt zu erweitern.«

»DCE Computer Service GmbH ist in Europa fuer seine richtungsweisenden technischen Entwicklungen sehr bekannt. Dieses neu entwickelte Board im Standard ATX Comfort Tower mit Modularem System, MPEG, Zorro 2/3 Slots, ist ein weiterer Meilenstein fuer die Zukunft unserer Amiga Technologie".

Herr Thomas Dellert, Geschaeftsfuehrer von DCE Computer Service GmbH erlaeutert: "Ich glaube, dass dieses neu entwickelte Board, das auf dem Motorola CPU 68030/50 MHZ und dem 68060/50 MHZ basiert, mit 64/128MB Ram, einem Standard PC Keyboard, 1,76 MB Floppy Disk, 1,7 Gbyte IDE HDD, 10 - 24  Speed IDE Cd Rom, AGA Chipsatz, Scan Doubler und HF Modulator Optional  in einem Standard ATX Comfort Tower Case, fuer Amiga ein weiterer Schritt in die Zukunft ist".


Zu DCE Computer Service GmbH
DCE Computer Service GmbH in Oberhausen, ist ein 1987 gegruendeter Servicedienstleister und befindet sich zu 100 % im Besitz des Firmengruenders Thomas Dellert. Das Unternehmen begann als Servicewerkstatt fuer Grosshaendler und Verbrauchermaerkte und hat sich zu einem der fuehrenden Anbieter von Reparaturen fuer Amiga Geraete entwickelt. Im Jahr 1993 wurde DCE durch die Firma Commodore zum "European Amiga Repair Service Center" ernannt und ist seitdem federfuehrend in dem Bereich Amiga Service. Seit dem Jahr 1995 ist DCE mit der Entwicklung und Fertigung von Erweiterungen fuer Amiga Rechner beschaeftigt. Eine eigene Produktionsstrasse auf dem hoechsten  Stand der Produktionstechnik fuer hoch komplexe Leiterplattenbestückung rundet das Leistungsspektrum ab. Zahlreiche erfolgreiche Tests in Amiga Fachzeitschriften beweisen die hohe Leistungsfaehigkeit der von DCE produzierten Produkte. Die konsequente Weiterentwicklung von Eigenprodukten unterstreicht die Position von DCE als innovatives Unternehmen, welches die Philosophie vertritt, dass eine erfolgreiche Zukunft nur durch eine kontinuierliche Optimierung und Marktanpassung der eigenen Produkt moeglich ist. Zur Zeit beschaeftigt DCE zwoelf Mitarbeiter, deren staendige technische Schulung eine unabdingbare Grundlage fuer die gesamte Zielsetzung des Unternehmens darstellt.


Zu AMIGA International, Inc.
AMIGA International, Inc. ist eine 100%ige Tochterfirma von Gateway 2000, Inc. AMIGA International, Inc ist fuer den Verkauf und den Vertrieb von Amiga Computern weltweit zustaendig. Das Unternehmen fuehrt seine Geschaefte von Deutschland, Langen aus. Unter www.amiga.de des World Wide Web koennen mehr Informationen ueber Amiga abgerufen werden.


Ueber Amiga
Seit der Amiga 1000 im Jahr 1985 auf dem Markt vorgestellt wurde, hat Amiga eine effiziente Benutzung des Speichers und der Hard Drive Kapazitaet verkoerpert, waehrend die Pioniere der Industrie Entwicklungen im Multimedia Bereich, 32 Bit Multitasking und Autoconfiguration machten. Amiga hat die Industrie dazu gebracht Computer Graphics, Animation und File Sequences mit Stereo Sound zu verbinden - genau das, was man heute als Multimedia kennt.

Exclusiver Bericht über unsere neuen Amiga 5000 sowie 6000 nur in der Messe Ausgabe der Amiga Plus Redaktion 12/97. Besuchen Sie uns auch auf dem Amiga International Messestand der Computer 97 und bestaunen Sie den dort bereits vorführbereiten Amiga 5000.


Presse Information:
Thomas Dellert DCE Computer Service GmbH
Fax: +49-(0) 208-63 04 96
Email: dce@ruhr-net.de
Web  www.DCECOM.de
Petro Tyschtschenko AMIGA International, Inc.
Fax: +49-(0) 6103- 58 78 88
Email: ptysch@amiga.de
Web: www.amiga.de«


Desweiteren hat DCE Schritte zur Vermarktung der A5000/6000 unternommen:

»DCE unterzeichnet Distributionsabkommen mit Power Computing UK.

Mittwoch 29.10.1997
DCE Computer Service GmbH und Power Computing LTD. vereinbaren ein Distributionsabkommen zur weltweiten Vermarktung der Produkte A 5000 sowie A 6000. Power Computing wird in den nächsten Monaten ein weltweites Vertriebsnetz aufbauen. Weiter Infos erhalten Sie direkt von Power Computing.


Presse Information:

Power Computing LTD
Unit 82A, Singer Way
Woburn Road Ind. Estate
Kempston
Bedford MK42 7PU
ENGLAND

Email:sales@powerc.com


Telephone number operated from 9:00am to 5:30pm (GMT)+44(0)1234 851500

Facsimile number available 24 hours for all fax orders and enquiries +44(0)1234 855400«


»Deutsche und italienische Distribution gesichert.

Freitag 7.11.1997

Vesalia Computer wird die Distribution der neuen Amiga 5000 und Amiga 6000 übernehmen. Kommen Sie zur Computer 97 in Köln und besuchen Sie Vesalia Computer am Stand F32-G33.

In Italien werden die Produkte durch DB-LINE vertrieben.

Presse Information:

Vesalia Computer
Industriestr.25
46499 Hamminkeln
TEL:02852-914015
TEL:02852-1802

Email: VCOMPUTER@CWW.DE«


                                                    Als nächstes folgt die Ankündigung des A5000 samt Aufzählung der Features:

»PRESSEMITTEILUNG

09. November 1997
Produktvorstellung POWER A5000 auf der Computer ´97, Köln.

Heißen Sie mit uns einen wirklich neuen Amiga kompatibelen Computer willkommen, entwickelt und gefertigt von DCE, Deutschland und weltweit vertrieben von Power Computing Limited, Großbritannien.

Dieser Rechner stellt ,seit dem Bankrott von Commodore, den ersten echten neuen AMIGA Computer dar, der kompatibel zu den früheren AGA Maschinen und mit den neusten Technologien aufrüstbar ist. Dem Power A5000 wird der  Power A6000 folgen, ein Modell, daß sich speziell an professionelle Videoanwender richtet.

Power Computing ist der festen Überzeugung, daß immer noch ein Marktsegment für Amiga- Systeme vorhanden ist und verhandelt bereits mit  Amiga  Softwareentwicklern um Updates und Wiedereinführungen auf den Markt zu bringen, die die aktuellen, als auch die zukünftigen Modelle (incl. PowerPCs) unterstützen.

Im Unterschied zu anderen Produkten, liegt dem Power A5000, wie auch dem A6000, ein hochwertiges, völlig neu entwickeltes Motherboard zu Grunde, welches sich, um Inkompatibilitäten am Zorro Bus zu vermeiden, am A1200 (A4000 für den A6000) orientiert.

Der  A5000 wird auf der Computer '97  in Köln, vom 14. bis zum 16. November 1997 am Stand von Amiga International und auf dem Ständen  F32 und G33 unseres deutschen Distributors, Computer Vesalia zu sehen sein. Die Markteinführung des A5000 (mit 68030 50MHz und Zorro II Slots) wird voraussichtlich Mitte Januar erfolgen.

Features

     
  • Vollkompatibel mit allen AGA Systemen
  • VGA Monitore anschließbar
  • große Auswahl an professionellen Anwendungen
  • ideal für Videobearbeitung und 3D Animationen
  • MPEG Level1 (optional)
  • unterstützt Zorro II oder Zorro III Grafikkarten
  • komplett offen für zukünftige Erweiterungen
  • Anschlußmöglichkeit für eine A4000 Tastatur oder eine PS/2 PC Tastatur
  • Video Composite Signal zum Anschluß an Videorecorder
  • Anschlußmöglichkeit an ein Standard TV-Gerät über optionalen Modulator

  Spezifikationen

     
  • 25/40 MHz 68040 
  • SCSI II Controller optional 
  • Kickstart 3.1 ROMs
  • AGA Chipsatz
  • 2 MB Chip Ram on-board
  • bis zu 128 MB Fast Ram, 2 * Standard 72-pin SIMMs
  • Standard 880KB Diskettenlaufwerk oder optionales 1.76 MB HD Diskettenlaufwerk
  • vier Zorro II Slots oder Zorro III oder zukünftig PCI.
  • Future BUS Connector für PPC Erweiterungen
  • zwei IDE Schnittstellen, für bis zu je  2 IDE Einheiten
  • 1.7 GB Festplattenlaufwerk
  • von 10x bis zu 24x fach CD-ROM Laufwerk
  • Scandoubler on-board
  • optionaler Video Modulator
  • batteriegepufferte Uhr
  • Flash EPROM für zukünftigen Gebrauch
  • ATX Comfort Towergehäuse
  • 230W Netzteil, 110/230V Auto-Switch

Externe Schnittstellen

  • serielle Schnittstelle, 9-pin
  • parallele Schnittstelle, 25-pin
  • VGA Schnittstelle, 15-pin
  • 2
  • Mouse/Joystick Schnittstelle, 9-pin
  • AMIGA-Tastatur Schnittstelle, 5-pin
  • 6-pin mini-DIN for PS/2 keyboards
  • PS/2 Tastatur Schnittstelle, 6-pin Mini DIN
  • 2
  • Audio out
  • VideoComposite out

Preise, Verfügbarkeit und weitere technische Details werden nach der Computer´97 erhältlich sein.«

Im Rahmen einer Messenachlese gibt DCE konkrete Informationen zu den zwischenzeitlich vorgenommenen Änderungen (u.a. war anfangs ein 68030/50MHz als Hauptprozessor vorgesehen) bekannt:

»Die wohl wichtigste Neuerung ist die Tatsache das der A5000 nun sofort mit einem 68040/25 - 40 Prozessor ausgestattet wird. Auch wird eine SCSI-II Schnittstelle neben den IDE Ports verfügbar sein. Um allen Kunden eine Aufrüstung zur ermöglichen wird in enger Zusammenarbeit mit PHASE5 eine PPC Schnittstelle entwickelt und auf dem Board vorhanden sein. Durch unser modulares Schnittstellen  System sind wir in der Lage dem Kunden verschiedenartige Zorro bzw. in Zukunft PCI Schnittstellenerweiterungen anzubieten. Durch dieses offene System ist eine Änderung des Slotsystems jederzeit möglich. Die Zukunft des Rechners ist somit gesichert. Wir werden Sie über die Entwicklung hier auf unsere Homepage auf dem laufenden halten.«

... und nicht nur auf der Homepage: Thomas Dellert, Geschäftsführer von DCE, hat in der Öffentlichkeit weitere Informationen preisgegeben. Demnach wird der A5000 auch den aus dem CD³² bekannten Akiko-Chip enthalten, der u.a. bei gewissen Aufgaben (schneller Grafik usw.) den Hauptprozessor entlasten soll.

Ob Zorro II- oder Zorro-III-Slots zum Einsatz kommen, hänge v.a. davon ab, ob es gelingt, genügend Buster Rev. 11 (wird für die ZorroIII-Ansteuerung benötigt) zu beschaffen.

Der Preis für einen A5000/040-33MHz soll, inkl. 1,7GB-Festplatte, schnellem CD-ROM-Laufwerk und 16 MB Fast-RAM, bei etwa DM 1600,- liegen, die 40MHz- Version wird laut dem DCE-Geschäftsführer etwa DM 120,- teurer sein.


Fazit:

Selten äußere ich meine Meinung dazu, wenn ein Produkt scharf kritisiert oder sehr gelobt wird, da dies meist zurecht geschieht. Daß jedoch einige AMIGA-Anwender dieses Gerät öffentlich geradezu in der Luft zerfetzt haben, hat mich nicht nur sehr gewundert, sondern, ich gebe es offen zu, schlicht geärgert.
Da plant ein Hersteller einen AMIGA mit einem neuentwickelten Mainboard, serienmäßigen Extras (Scandoubler, Akiko-Chip des CD³² usw.), guten Aufrüstmöglichkeiten (ZorroIII-Architektur, PowerPC-BUS usw.) und ordentlicher Rechenleistung zu einem Preis, der bis dato auf dem AMIGA- Markt unerreicht ist - und erntet massive Kritik.

Zwar wurde das Gerät anfangs mit etwas anderen Spezifikationen geplant, so sollte z.B. ein 68030/50MHz zum Einsatz kommen, jedoch ist der Leistungsunterschied zwischen dieser CPU und einem 68040/25MHz im Integer- Bereich minimal, und nur bei Fließkomma-Operationen gravierend. Diese werden wiederum v.a. von professionellen (Grafik-) Programmen benutzt, deren Anwender wohl in der Regel sowieso einen 68060-Rechner vorziehen. Sicher ist eine Aufwertung der Technik bei beinahe unverändertem Preis positiv, aber die ursprünglichen Spezifikationen waren nicht so schlecht, daß man das Gerät derart niedermachen mußte. Es scheint wirklich Anwender zu geben, die meinen, eine Firma wie DCE könne im Alleingang und innerhalb kürzester Zeit eine neue, revolutionäre AMIGA- Technologie (Super-Grafikchips usw.) entwickeln und zu Spottpreisen (womöglich noch unter DM 1000,-) als "den neuen AMIGA" auf den Markt bringen.
Es gibt Haufenweise Gründe, warum das völlig unmöglich ist, und es würde meinen Zeitrahmen sprengen, sie alle niederzuschreiben und zu erläutern, weshalb ich mir das schenke.

Ich fordere nur alle AMIGA-Anwender auf, den Sinn für Realität nicht zu verlieren. Ihr braucht ihn vielleicht noch!


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