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Review: TFX

Nun ist es also doch noch gelandet. Nach 4 Jahren hat es die CU AMIGA geschafft, das von vielen herbeigesehnte Spiel TFX auf einer ihrer Cover-CDs zu veröffentlichen. Doch hält das Spiel, was viele von ihm erwarten ? Dies soll der ausführliche Testbericht klären, den Ihr jetzt lesen könnt.

Auf der CD-Rom befinden sich drei unterschiedliche Versionen des Spiels. Eine für 68000 und bessere Prozessoren, eine für Rechner mit FPU und eine für 68040 und bessere Prozessoren. Die 68040-Version soll jedoch laut Berichten einiger Spieler gar nicht laufen. Will man das Spiel auf seine Festplatte kopieren, braucht man ca. 10 MB Platz. Nach dem Doppelclick auf das Icon erwartet den Spieler kein aufwendiges Intro. Dies liegt wahrscheinlich daran, daß das Spiel an sich zwar 1993 halbwegs fertig war, die Entwicklung eines Intros allerdings auf Eis gelegt wurde. Ganz ohne Intro läuft das Spiel dennoch nicht an, etwas Musik, ...Ocean presents TFX, usw.

Als erstes muß der Spieler nun seinen Namen eintippen um eine neue Pilotenkarriere zu starten. Hat er dies getan, gelangt er ins Hauptmenü, in dem er die Art des Spiels wählen kann. Das Spiel gliedert sich in 5 Unterpunkte:
Arcade, Training, Simulator, Tour of Duty und Flash Points. Der Arcade- Modus ist der beste Modus für diejenigen, die vor allem die Action in einer Flugsimulation mögen. Der Modus setzt den Spieler in eine Dogfight- Situation, in der Action garantiert sein sollte. Training ist die Option, mit der man seine Pilotenkarriere startet. Die Modi Tour of Duty und Flash Points setzen eine erfolgreiche Absolvierung des Trainings voraus, bevor man in ihnen richtige Missionen fliegen kann. Das Training ist zusätzlich gut, um sich mit dem Spiel vertraut zu machen. Mehrere Mini-Missionen in verschiedenen Szenarien gilt es hier gut hinter sich zu bringen. Die Simulator-Option ist gut, um sich ein Bild von den fünf verschiedenen Szenarien zu machen, nämlich Europa, Mittlerer Osten, Atlantik, Westafrika und Zentralamerika. Man kann hier außerdem verschiedene Wettersituationen und Tageszeiten wählen. Man kann zum Beispiel im Sturm fliegen, oder bei Nebel, oder in der Nacht, usw.

Also auf in die Trainings-Missionen. Sehr positiv fallen gleich die Grafiken auf, so z.B. der sehr gut gemalte Commander, der den Spieler in die Trainings-Missionen einweist. 10 Missionen gilt es zu erfüllen, in denen man in alle möglichen Situationen kommt, so ist z.B. das Ziel der ersten Trainingsmission, eine MiG über Mogadischu zu zerstören, oder das Ziel der zweiten Mission, ein Bodenziel zu zerstören. Der Schwierigkeitsgrad dieser Missionen ist sehr gut gewählt, um auch Anfänger auf die richtigen Missionen der Tour of Duty einzustimmen. Bevor der Spieler nun endlich ins Geschehen eingreifen kann, muß er noch schnell aus einer fast unüberschaubaren Sammlung von Waffen die für ihn und die Mission passenden auswählen, und los geht's.

Auf den ersten Blick sieht die Simulation etwas enttäuschend aus. Es gibt zwar ein recht gut aussehendes Cockpit, aber die Landschaften sind so farblos. Wäre da nicht das Einstellungsmenü, in dem man Detailstufen, Realismus und vieles andere verändern kann. Im Detailmenü z.B. kann man die für seinen Rechner perfekte Kombination aus Details und Geschwindigkeit auswählen. Farben des Horizonts, Texturen an oder aus, usw. können hier ebenso eingestellt werden wie Soundeinstellungen oder die Joysticksensitivität.

Eins steht fest, stellt man die Details und die Farben auf die höchste Stufe, sieht das Spiel brilliant aus. Noch nie habe ich eine so farbenfrohe Flugsimulation auf dem Amiga gesehen. Auch die Geschwindigkeit ist auf dieser Detailstufe (zumindest auf einem 68030/50) noch annehmbar. Wer ein noch schnelleres Spiel haben will, muß die Details eben wieder ein bißchen runterschrauben. Gerade bei Nachtmissionen kommt ein unglaubliches Fluggefühl auf, wenn man über eine hellerleuchtete Stadt fliegt. Ein weiteres Menü ist das Realismusmenü. Hier kann man einige Einstellungen verändern, die einem das Leben erleichtern oder erschweren können. So kann man bestimmen, ob man überhaupt abstürzen kann, ob Wind und Temperaturen den Flug beeinträchtigen usw.

Aber zurück zum Flug. Eine besondere Option von TFX ist das virtuelle Cockpit. Es erlaubt dem Spieler einen Blick nach links und rechts, als ob man selbst im Cockpit sitzen würde. Natürlich kann man auch andere Sichtpositionen wählen, einige externe Blickwinkel, eine direkte Sicht auf den Feind, oder die amüsante Verfolgung einer Rakete bis zum (hoffentlichen) Einschlag.

Viele Details in der Landschaft hat man ebenso noch nicht in einer AMIGA- Flugsimulation gesehen. Berge sehen nicht aus wie Pyramiden, sondern wie richtige Berge mit Gipfeln, auf denen Schnee liegt usw. Auch Texturen wurden zuvor noch in keiner AMIGA-Flugsimulation verwendet, wenn sie in TFX auch nur für das virtuelle Cockpit verwendet wurden, aber dies sieht zumindest sehr gut aus. Die Wolken in TFX sind ebenso realistischer als in allen anderen vorigen Flugsimulationen. Ein weiteres unglaubliches Feature ist die Größe der Spielregionen. Über 3 Millionen Quadratmeilen Land bzw. Luft sollen im Spiel "befliegbar" sein. Dazu gehören Inseln, Wüsten, Städte, Flüsse, Brücken, Straßen, usw. Je länger man spielt, desto mehr Details entdeckt man.

Auch die Steuerung von TFX ist recht gut gelungen. Wie in allen Flugsimulationen laufen die meisten Funktionen über die Tastatur ab. Hat man aber erstmal die wichtigsten Funktionen im Kopf, stellt dies kein Problem dar.

Zu empfehlen ist aber eine Lektüre der Ausgaben Oktober und November der CU AMIGA, da man ohne die Anleitung mit Tips am Anfang nicht weit kommt. Die hier beschriebenen Features sind aber noch lange nicht alles, was TFX bietet, für jeden, der Flugsimulationen auch nur halbwegs mag, ist TFX ein absolutes Muß, zumal der Preis von 28 DM für die CU AMIGA mit Cover-CD und TFX ja ein sehr geringer ist. Erhältlich ist die Ausgabe Oktober noch über Nachbestellung aus neueren Ausgaben oder direkt über die Website der CU AMIGA (http://www.cu-amiga.co.uk/). Hier nun die abschließende Wertung:

Grafik:     9/10
Sound:      6/10
Handhabung: 8/10
Spielspaß: 10/10

GESAMT:     88 %  <------------- AMIGA AGPJ AWARD !!!

Fazit: Ein Muß für jeden AMIGA-Spieler, der auch nur halbwegs an Flugsimulationen interessiert ist.

Anmerkung zum Wertungssystem: Der Gesamtwert wird direkt aus den vier einzelnen Wertungen berechnet. Ab einem Prozentwert von 85 wird ein AMIGA AGPJ-Award vergeben. Die Wertungen für kommerzielle Spiele lassen sich natürlich nicht mit den Aminet-Wertungen vergleichen. D.h. Spiele, die eine Aminet-Wertung von 10/10 bekommen, sind natürlich nicht unbedingt besser als kommerzielle Spiele, die 80 % bekommen.


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