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Softwaretest: Das Epic Multimedia-Lexikon (von Christian Hoklas)
»Das Epic MultiMedia-Lexikon
Einleitung:
Zum ersten Mal hat es eine Firma gewagt, ein "multimediales" Lexikon für
den Amiga zu erstellen und zu vertreiben. Das Ergebnis sieht auf den ersten
Blick vielversprechend aus. Aber wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht,
wie multimedial ist das Ganze wirklich, gibt es trotz des Drumherums auch
Informationen, gehört die CD in jede gepflegte Programmsammlung? Diese und
andere Fragen soll dieser Artikel beantworten!
Systemvoraussetzung:
Die Anforderungen sind relativ hoch, aber jeder normale Amiga-Besitzer kann
sie erfüllen!
- AGA Amiga (KEINE Grafikkartenunterstützung)
- 4 MB RAM (mehr ist immer besser)
- CD-ROM (was wohl sonst bei einer CD)
- Festplatte (für Hotlist und Export von Daten)
Features:
Erstmal ein paar Zahlen, damit jeder Bescheid weiß:
- etwa 4100 Stichworte (in Deutsch)
- mehr als 1500 Bilder (Farbe & S/W)
- hunderte Samples
- dutzende Filmclips
- Querverweise auf andere Lexikonseiten
- 3 Suchfunktionen und Hotlist
- mit CanDo realisiert
- CD mit 253,4MB gefüllt
Benutzung:
- Installation:
Die Installation sieht erstmal einfach aus. Wenn man die CD einlegt und sie
öffnet, findet man ein 'Setup'-Icon. Durch das Anklicken startet man ein
Shell-Script, das leider ungefragt ein paar Libraries auf die Platte
kopiert und auch vor neueren Versionen nicht haltmacht. Danach läuft eine
Memory-Anzeige mit großen Lettern von 0 auf x in Byte-Schritten hoch.
Eigentlich unsinnig. Die Installation hätte man besser mit dem Installer
lösen sollen!
- Erster Start:
Nach kurzer Ladezeit erscheint ein Menü mit 4 Buttons. Jeder Anwender
sollte erstmal die voll gesprochene Einleitung in das Lexikon mitmachen,
hier nennt man sie "Guided-Tour"! Man wird von einer netten Frauenstimme in
alle Funktionen eingewiesen und kann sich gleich auf das Lexikon stürzen.
Zum Glück ist die Bedienung so einfach, daß man hier ausnahmsweise auf eine
gedruckte Anleitung verzichten kann.
Es fällt gleich auf, daß man mit Grafik und Sound nicht spart. An allen
Ecken und Enden piept, klappert und klickt es. Die grafische Gestaltung ist
sehr gut, man hat z.B. die Farben so gewählt, daß das Erscheinungsbild
farbig aber nicht bunt ist. Hier waren Profis am Werk.

- Das Lexikon:
Um einen ersten Eindruck von der Oberfläche des Lexikons zu bekommen, kann
man den Screenshot betrachten.
Sie ist übersichtlich aufgebaut, und alle Schalter sind leicht zu
erreichen.
Das Wichtigste an einem Lexikon sind aber wohl immer noch die Beiträge!
Diese sind in gutem Deutsch geschrieben und relativ umfangreich. Ein
weiterer Vorteil gegenüber den Buchausführungen ist, daß auf Abkürzungen
verzichtet wurde und man daher auch als normaler Mensch den Inhalt schnell
nachvollziehen kann. Auch die Hyperlinks, also die Verknüpfungen zwischen
den einzelnen Artikeln, helfen, in ein bestimmtes Thema einzusteigen.
Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, und so findet man auch
Schwachstellen. Zum Beispiel findet man keinerlei Informationen zu
berühmten Personen wie Goethe, Schiller, J.F.K., Mozart, u.a.. Personen
enthält das Lexikon einfach nicht! Hat man da bei Epic was vergessen?
Außerdem ist eine Artikelanzahl von 4100 natürlich nicht sonderlich viel.
Richtig große Lexika haben die 100fache Artikelanzahl. Aber man kann
ja noch auf neue Versionen hoffen! Schließlich hat die englische
Originalversion 16000 Stichwörter.
Im Hauptmenü des Lexikons gibt es noch eine Exportfunktion zum Speichern
oder Drucken des jeweiligen Artikels, und einen Hotlist-Manager, mit dem
man wichtige Artikel schneller auffindet.
Die Suchfunktion ist ein weiterer Pluspunkt. Es gibt 3 Möglichkeiten:
Stichwortsuche (es wird genau das angegebene Wort gesucht), Ähnlichkeit (es
werden ähnlich geschriebene Wörter gesucht), Full-Search (die gesamten
Artikel der CD werden durchsucht). Die ersten beiden Suchfunktionen sind
schnell und laufen praktisch ohne Wartezeit ab, aber die letzte dauert
schon mal 10 Minuten pro Wort (schließlich werden alle 4100 Artikel
durchsucht)!
Ein weiterer Teil des Lexikons ist die Europedia. Hier findet man
verschiedene Informationen zu allen Staaten Europas. Ein Text beschreibt
das jeweilige Land, und ein Kartenausschnitt zeigt dessen Lage.
Bei einem Klick auf die Landflagge, erklingt bei einigen Ländern deren
Nationalhymne. Als Verbesserung wäre nur noch eine Weltübersicht
wünschenswert.
Und dann gibt's noch die Explorapedia. Dies ist ein Teil des Lexikons,
welcher für Kinder gemacht ist.
Es gibt 6 verschiedene Bildschirme zu unterschiedlichen Themen (z.B.
Dinosaurier, Musik, Fernsehen, u.a.).
Dort kann man auf verschiedene Objekte klicken, und es ertönt das Geräusch
des jeweiligen "Dings". Für jeden normalen Anwender ist sowas wohl ziemlich
unwichtig. Die Zeit, die hier investiert wurde, hätte man besser ins
Lexikon stecken sollen. Aber für jüngere Anwender ist das eine gute Idee.
- Fazit:
Alles in allem ist das Multimedia-Lexikon recht gut gelungen. Eine größere
Artikelanzahl stünde ihm aber trotzden gut zu Gesicht. Aber man kann noch
hoffen. Vielleicht gibt's dann irgendwann mal Epic Multimedia-Lexikon 2.
Wer weiß? Auf jeden Fall sollte man nicht sofort seine alten Buchlexika
wegwerfen. Man könnte sie noch brauchen!
Der Preis von rund 80 DM ist angemessen, wenn man mal den Aufwand dahinter
sieht. Sehr schön wäre eine Update-Möglichkeit übers Internet. So könnte
man stets aktuelle und richtige Informationen lesen.
Tip:
Wer sich nun mit dem Gedanken trägt, das Lexikon zu kaufen, sollte mal
einen Preisvergleich anstellen.
Das Ergebnis ist sehr unterschiedlich, der eine verkauft es für 79,- und
der andere für nur 55,-! Bei Vesalia Computer (http://www.Vesalia.de) ist
das Multimedia-Lexikon für tolle 55 Mark zu haben. Man spart also
über 20 Kröten.
--
Christian Hoklas (CHoklas@T-Online.de),
http://home.t-online.de/home/CHoklas , für die Amiga aktuell«
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Ausgabe 12/97

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