Amiga-Aktuell 10/97 - Intern
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Leserbrief zu AMIGA aktuell (von Thomas Franziskowski)

»Hallo, Carsten Schröder und alle anderen Redakteure von Amiga aktuell,

ich möchte hiermit einmal meine Meinung über ein hervorragendes E-Magazin loswerden. Ich bin wirklich froh, daß es Amiga aktuell gibt. Selbst wenn man als Amiga-User jeden Monat sämtliche deutschen und englischen Amiga- Magazine am Kiosk aufkaufen und diese von vorne bis hinten durchlesen würde, könnte man gewisse Dinge allenfalls in bestimmten Newsgroups in Erfahrung bringen.
Da wären zum Beispiel Berichte bzw. Kritiken über die drei gängigen amigabezogenen Printmedien, z.B. daß das Amiga-Magazin nun schon wieder um etliche Seiten dünner geworden ist oder daß das Redakteursteam ständig wechselt. Man wird freilich nie dergleichen in diesen Zeitschriften zu lesen bekommen, das gehört sich eben einfach nicht und ist wohl auch mit rechtlichen Problemen verbunden. Um so wichtiger ist da ein Medium, das sozusagen über allem steht und unabhängig von Anzeigenkunden ist wie eben Amiga aktuell und einige andere E-Magazine (ich kenne bisher nur wenige). Dasselbe mit der einmaligen Rubrik "Gerüchteküche": Wo sonst könnte man so etwas lesen? In der Amiga Plus? Oder noch besser: in deren Werbeanzeigen?? Natürlich nicht! Jede Firma erzählt von sich immer nur das Beste, denn es geht ja schließlich um Wettbewerb und vielleicht auch um's nackte Überleben! Da ist eben kein Platz für allzu große Kritik.

Weitere Rubriken, die ich lobenswert finde:
PowerUp-to-date. Es ist eine gute Idee, für eines der wichtigsten Elemente der Amiga-Zukunft (neben einem zeitgemäßeren Betriebssystem) eine eigene Ecke einzurichten. Das witzige Wortspiel tut sein übriges, um unter den vielen anderen Rubriken auch ausreichend aufzufallen.
Der Spieleteil mit seinem ebenso originellen Namen. Hier wird wieder klar, was Amiga aktuell für eine Bedeutung bekommen hat, indem es gleich mehrere Spielemagazine zu ersetzen versucht. Positiv finde ich dabei, daß es von einem zweiten unabhängigen Redakteur produziert wird, anstatt daß einer alles allein "dirigiert". Hier würde ich mir übrigens noch einen regelmäßigen Hinweis wünschen, ob ein Spiel CyberGFX unterstützt oder nicht. Die HiRes- und LoRes-Zeiten sollten eigentlich schon längst vorüber sein!
Die HTML-Version. Sie wurde von mal zu mal besser. Sehr gut finde ich, daß der Text nicht über die gesamte Breite des Bildschirms läuft (ich benutze einen 1024x768er Screen), wie so oft bei anderen HTML-Texten, sondern so eingeschränkt ist, daß er auch wirklich gut lesbar ist. Auch die integrierten Bilder tragen natürlich zur Attraktivität des Magazins bei. Das verbesserte Gewinnspiel. Es ist einfach eine tolle Idee, eine leichte und eine schwere Frage mit einer Umfrage zu kombinieren! So ist für jeden etwas geboten. Diese Kreativität würde ich mir von so manch anderen Medien auch wünschen!
Und natürlich die Amiga-News. Über mangelnde Aktualität kann sich wohl keiner beschweren. Besonders nicht als Abonnent, da man dann ja neue Nachrichten auch zwischen den Erscheinungsterminen des Magazins per E-Mail zugeschickt bekommt.
Wieder ein Novum unter den Amiga-Medien, vermute ich. Was ich mir noch wünschen würde wären Tests nicht nur von rein kommerziellen Produkten, sondern vor allem auch von Shareware und Freeware. Gerade unser Amiga ist regelrecht abhängig von dieser Szene. Oder möchte noch jemand beispielsweise auf MUI, MagicWB, ReqTools, SnoopDOS oder auch YAM verzichten, nachdem er es erst einmal ausprobiert hat? Und gibt es kommerziellen Ersatz dafür?? Bekanntlich nein (und die letzten beiden Produkte sind auch noch kostenlos! Welche Firma verschenkt schon seine Software?).
Das Problem ist nur: Im Aminet schlummern tausende Utilities und Tools, die einem das Computerleben erleichtern, aber leider auch z.B. durch Inkompatibilitäten oder unzureichende Anleitungen erschweren können. Die Vorstellungen in den kommerziellen Printmedien halte ich für zu distanziert. Es wird nur gesagt, was ein Programm kann, und daß man es sich am besten auf jeden Fall einmal downloaden sollte (denn der Autor hat bereits bei diesen Worten schon keine Lust mehr, näher auf die Software einzugehen). Was fehlt, sind solche Dinge wie eine Warnung vor Utilities wie MCP oder Sysihack, die schlecht programmiert sind. Auch interessiert mich, ob eine Software mit deutscher Anleitung kommt oder nicht, oder ob es vergleichbare Programme gibt, die besser sind oder die Freeware statt Shareware sind bei gleichem Funktionsumfang.
So, das soll's jetzt aber erstmal gewesen sein. Ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe. Und seid in Zukunft pünktlicher!

Thomas Franziskowski
München«


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