Amiga-Aktuell 10/97 - Abschließend
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Abschließend

Kaum hat das AMIGA-PowerPC-Zeitalter begonnen, schon scheinen einige Unternehmen ihre Quasi-Monopolstellung beim AMIGA ausnutzen zu wollen. Nein, die Rede ist nicht von der teilweise heftig übertriebenen Kritik an der Preisgestaltung der PowerUp-Karten, ich spreche von den Preisvorstellungen einiger Softwarehäuser.

Stichwort Storm C: Kürzlich hat Haage & Partner eine neue Preisstruktur für sein Programmiersystem beschlossen, und ist dabei (aus seiner Sicht) sehr geschickt vorgegangen: So wurden das günstigere Cross-Update von anderen Compilern sowie der Storm-Starter abgeschafft, statt dessen gibt es jetzt nur noch eine Professional-Version für 498 DM und eine Non-Commercial- Version für 298 DM. Mit letzterer dürfen jedoch weder kommerzielle noch Shareware-Programme kompiliert werden.
Damit überhaupt PowerUp-Programme entwickelt werden können, ist zusätzlich noch der Kauf eines Add-Ons für 298 DM notwendig. Interessanterweise kostet der Zusatz zur Entwicklung von Programmen für das neue Betriebssystem pOS dagegen lediglich 98 DM!

Ist es also wirklich notwendig, daß ein Programmierer, der ein PPC- Shareware-Programm anbieten will, 800 DM ausgeben muß, wenn er früher nicht Storm C, sondern ein anderes Compiler-System benutzt hat?
Denn die Verwendung des zu den PowerUp-Karten mitgelieferten GNU-C- Compilers stellt für ihn kaum eine Alternative dar, nicht in erster Linie wegen der Leistung, sondern vor allem, weil die GNU-Lizenz verlangt, den Quellcode des entwickelten Programms freizugeben, was für einen Programmierer, der mit seiner Tätigkeit Geld verdienen will, nicht akzeptabel sein kann.

Genauso muß man sich fragen, aus welchem Grund die PPC-Version der Animations-Software Wildfire mit 499 DM gleich um 200 DM teurer ist als die 68K-Version.

Es gibt jedoch auch ein positives Beispiel: So können Reflections 4.1- Anwender die PowerPC-optimierte Version des Raytracers zusammen mit allen anderen Versionen auf CD gegen einen Unkostenbeitrag von 15 DM anfordern.

Fazit: Gerade jetzt, wo sich dem AMIGA mit PowerUp die derzeit einzige Chance bietet, in der Geschwindigkeit zu den leistungsstärksten Computersystemen aufzuschließen, müßte es eigentlich selbstverständlich sein, diese Anstrengung mit günstigen Softwarepreisen zu belohnen. Es verlangt sicher niemand, daß die PPC-Version eines Programms zum selben Preis wie die 68K-Variante angeboten wird, eine Differenz von mehreren hundert Mark wird jedoch sicher nicht zu einer schnelleren Verbreitung von PowerUp beitragen.

Damit bis nächsten Monat,

Euer

Carsten Schröder


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