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Über den Tellerrand geblickt: Das Apple-Durcheinander

Nachdem der Software-Riese Microsoft bei Apple eingestiegen ist, kommt der krisengeschüttelte Hersteller von Macintosh-Rechnern nicht mehr aus den Schlagzeilen.

Hier eine Zusammenfassung der Ereignisse:

9. Juli:Apple-CEO (Chief Executing Officer) Amelio tritt zurück

6. August:Auf der Macworld Expo in Boston wird bekanntgegeben, daß Microsoft 150 Mio. US-$ in stimmrechtslose Apple-Aktien investiert. Viele Mac-Fans reagieren mit Buh-Rufen; der Apple-Aktienkurs schnellt in die Höhe.

7. August:Auf der MacWorldExpo kommt es zu einem offenen Streit über Apples Lizenzpolitik zwischen Joel Kocher, Chef des Mac-Clone-Herstellers PowerComputing, und Guerrino de Luca von der Apple-Marketing-Abteilung.

20. August:Joel Kocher, Chef von PowerComputing, tritt zurück. Das Unternehmen ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

2. September:Apple kauft PowerComputing. Wichtige Mitarbeiter werden von Apple zur Gründung eines Direktvertriebszweigs übernommen.

4. September:Apple will die Mac-Clones einstampfen. Bestehende Verträge sollen nicht mehr auf neue Rechner ausgedehnt werden. In Mac-Newsgroups wird heftig gegen diesen Schritt protestiert.

16. September:Exponential, der Entwickler des PowerPC-kompatiblen Prozessors X704, verklagt Apple auf 500 Mio. US-Dollar Schadenersatz, weil Apple den Chip nun doch nicht, wie urprünglich angekündigt, in den PowerMac-Spitzenmodellen verwenden will.

16. September:Der neue Apple-Vorstand wählt Apple-Mitbegründer Steve Jobs zum Interims-CEO. Bislang hatte Jobs nur eine weitreichende Beratertätigkeit bei Apple.

17. September:Offenbar als Reaktion auf die Ernennung von Jobs zum CEO tritt Apple-Vizepräsident und Marketing-Chef Guerrino de Luca zurück.


...und die Gerüchteküche brodelt: Zwischenzeitlich wurde sogar über eine Verlagerung der PowerPC-Entwicklung auf industrielle Anwendungen bzw. gänzliche Einstellung der PowerPC-Prozessorreihe spekuliert, sollte Apple für sein neues Betriebssystem "Rhapsody" Intel-Prozessoren verwenden. Dies wurde jedoch postwendend von IBM und Motorola zurückgewiesen.

Laut der amerikanischen "Computer Reseller News" sehen Motorolas PowerPC- Planungen wie folgt aus: So sollen die Spitzenmodelle 740 und 750 bis Mitte 1998 Taktfrequenzen von 500 MHz erreicht haben. Für 1999 plane Motorola die Einführung der neuen PowerPC-Generation G4 mit Taktfrequenzen von bis zu 750 MHz.

In Macintosh-Newsgroups diskutieren die User öffentlich über einen möglichen Umstieg auf andere Computersysteme. Auch der AMIGA wird des öfteren genannt.


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