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Die Pläne von AMIGA, Inc.
Darreck Lisle, der bei der AMIGA-Entwicklungsabteilung AMIGA, Inc. für
Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hat sich bei einem Treffen mit der
User-Gruppe "AMIGA Users of the Heartland" am 16. September zu den Plänen
seines Unternehmens geäußert.
Nachfolgend die wichtigsten Punkt kurz zusammengefaßt:
- in Kürze soll der Vizepräsident von AMIGA, Inc. ernannt werden
- es wird eine offene Lizensierungspolitik geben
- ein Gebiet dieser Politik könnte z.B. die Consumer-Elektronik sein
(möglich seien z.B. Palmtop-AMIGAs, AMIGA-basierende Sicherheitssysteme,
Zusatzgeräte für den Fernseher usw.). Es gäbe Anfragen von Firmen der
Consumer-Elektronik, die AMIGA-Lizenzen erwerben möchten.
- eine weitere mögliche Zielrichtung sei der "Destination market" von
Gateway 2000 (Verbindung von Fernsehen und Computer)
- angestrebt seien Kooperationen mit Entwicklern
- ein OS 3.5 soll innerhalb der nächsten sechs Monate auf den Markt
gebracht werden und das/die OS3.1-Kickstart-ROM(s) benötigen
- Ein OS 4.0 soll innerhalb der nächsten zwölf Monate erscheinen
- AMIGA, Inc. versuche derzeit, verwendbare AMIGA-Technologie zu sammeln
- es würde außerdem versucht, eine Bibliothek von AMIGA-Büchern,
Serviceunterlagen, technischen Unterlagen und anderen Dingen
zusammenzustellen
- Interaktion mit User-Gruppen ist im Kommen; ein "User Group Network" wird
gerade gebildet; alle AMIGA-Händler sollen gebeten werden, jeder
hinausgehenden Sendung eine Zusammenstellung von User-Treffen beizulegen.
- in der nächsten Betriebssystemversion soll ein Grafikkarten- und AHI-
(Sound)-Standard implementiert sein
- schätzungsweise in einem Jahr würden die ersten neuentwickelten AMIGA-
Rechner auf den Markt kommen
- Support für den Universal Serial Bus (USB) sei denkbar
- die derzeitige Massen-Piraterie mit den Inhalten von Kickstart-ROMs zur
Verwendung beim Unix AMIGA Emulator (UAE) werde bald ein Ende haben
- AMIGA, Inc. wird UAE wahrscheinlich nicht unterstützen, da die
Geschwindigkeit selbst auf schnellsten Pentium-Rechnern lediglich der
eines unbeschleunigten A 500 entspräche
- AMIGA, Inc. würde gern eine Java-Implementierung im nächsten OS sehen,
aber in dieser Richtung müsse noch viel getan werden
- MUI würde wohl nicht direkt in das OS integriert, da es zu groß und
unhandlich sei, jedoch sei die Implementierung eines TCP/IP-Stacks eine
eindeutige Möglichkeit
- Die Nutzung heutiger Shareware- und PD-Betriebssystemsoftware sei
wahrscheinlich keine Option, weil Programmierer konkurrierender Software
AMIGA, Inc. der "Günstlingswirtschaft" bezichtigen könnten. Deshalb kaufe
AMIGA, Inc. derzeit auch den größten Teil seines Test-Equipments bei
einer Vielzahl von AMIGA-Versandhändlern
- die Preise der heutigen AMIGA-Systeme sollen gesenkt werden, insbesondere
nach Vornahme von Verbesserungen am Hardwaredesign, wie z.B. einer
Optimierung der Custom-Chips, da die AMIGA-Motherboards ein relativ
simples Design besäßen
- auch sei der AMIGA als Multi-Plattform-Maschine denkbar, ebenso wie ein
- AMIGA-auf-einer-Karte, mit der Rechner des Industrie-Standards zu AMIGAs
- würden
- etwa 15 bis 20 ehemalige Commodore-Mitarbeiter sollen für AMIGA, Inc.
arbeiten
Fazit:
Da dieser (ursprünglich englischsprachige) Artikel - wie fast alle
wichtigen Meldungen ;-) - kurz vor Redaktionsschluß eintraf, nur soviel:
Die Aussagen von Darreck Lisle sind ein Beleg dafür, daß AMIGA, Inc.
bereits wenige Wochen nach seiner Gründung Pläne bezüglich der AMIGA-
Zukunft schmiedet und teilweise schon konkrete Maßnahmen durchführt. Sicher
wird es bereits in der nächsten AMIGA aktuell weitere Neuigkeiten über
AMIGA, Inc. geben.
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Ausgabe 10/97



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