The Hidden Truth v1.0

Hinweis: Diese Besprechung wurde in der NoCover-44 veröffentlicht.

The Hidden Truth v1.0

ist eine neue CD von Sadeness Software England. Besonders solche Titel sind schlecht zu übersetzen, aber im vorliegenden Falle kommt "verborgene Wahrheit" doch sehr nahe. Was verbirgt sich nun dahinter? Die englische Einleitung lautet: This CD is a massive HTML multimedia extravaganza. Eine wörtliche Übersetzung wage ich nicht, da das Wort extravaganza ein (theatermäßiges) Ausstattungsstück darstellt und ich finde dabei sehr schlecht einen Kontext zu einer CD. Ein hiesiger Dristributor hätte wahrscheinlich diese CD als eine fantastische Meisterleistung tituliert, welche sämtliche Informationen mit einem Feeling wie beim Surfen im WWW vermittelt.

CD-Cover Bevor wir ins Eingemachte gehen können , müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

Zum Starten sind zwei Konfigurationen von AWeb implementiert. Ist unser Amiga ein 1200er ohne großartige Erweiterungen, dann ist das Icon AWeb-2.0 die einzige Möglichkeit. Stehen aber schnellere Prozessoren, Turbokarten und ausreichend Fast-RAM zur Verfügung, klickt man doppelt auf AWeb-3.0. Ist man sich nicht schlüssig, ein Versuch kann nie schaden.

Nun wird man gefragt, welcher Bildschirm gewünscht wird: PAL, Multiscan, Super72, CyberGFX, Workbench. Als nächstes wird die Farbabzahl abgefragt: 64, 128, 256, on Workbench. Danach darf man zwischen Color und Graustufen wählen. Die notwendige und entsprechende Entscheidung gibt einem schon sein Prozessor und das Fast-RAM vor.

Hat man keinen Multiscanmonitor angeschlossen, sollte man tunlichst vermeiden und es auch unterlassen, Multiscan oder Super72 zu wählen (Versuche werden mit Absturz bestraft).

Hinweis von mir: Die Auswahl PAL bedeutet: PAL HiRes Laced 640*512. Wer das Flackern nicht gebrauchen kann, wähle am besten: Workbench. Dann wird aber die eigen eingestellte Farbanzahl genommen.

Will man seine eigenen Prefs nutzen, ist das AWeb-Demo auf Platte zu installieren = 1,18 MB. Und WB 3.0 User müssen auch noch das Programm V43Datatypes starten. Hierbei werden die eigenen Datatypes überschrieben. Dazu muss aber gleich gesagt werden, dass dieses AWeb II-Demo nur zum Betreiben dieser CD geeignet ist. Wollte man AWeb im Netzbetrieb testen, muss schon auf die Version im Aminet (biz/demo/AWeb.lha) zurückgegriffen werden.

Die mitgelieferte engl. Dokumentation sollte man lesen, besonders diejenigen unter uns, die diesen Browser noch nicht kennen.

Eine Einführung des Handlings ist hier fehl am Platze. Über die Nutzungsmöglichkeit der Schalter, der Shortcuts und der Requester sollte man sich schon erkundigen.

AWeb kann aber auch von der CD betrieben werden. Dafür wird eine Assign-Anweisung mit Doppelklick auf das Icon durchgeführt. Dadurch werden die Fonts eingebunden.

Jetzt sind wir schon auf Seite 4 und wissen immer noch nicht, worum es sich hier bei dieser CD handelt. Zitieren wir wieder die Engländer: Featuring sound samples, movies, pictures, interesting text files and more. Covering a wide range of topics - ranging from UFOs to Serial Killers and Voodoo. We have had contributions from leading UFO and paranormal investigators for added authenticity.

Der deutsche Distributor würde hier wieder sagen: UFOs, Aliens und Science-Fiction usw usw. Untermalt von brillianter Musik und Soundeffekten gespielt von der einzigartigen Kanadischen Sci-Fi Rock und Rollband "The Sci-Fi Prodigy". Dargestellt in GIF- und AVI-Animationen, WAV/AU Soundsamples, JPEG/GIF Bilder, HTML Dokumente, MPEG/ QUICKTIME Movies usw und dies alles in JAVA geschrieben. So hätte er ziemlich richtig getroffen. Aber ein Werbedesigner würde hier viel überschwenglicher und in besserem Deutsch schwelgen.

Die erste Seite entspricht einem Inhaltsverzeichnis

Hat man die ReadMe - Datei zu Beginn nicht oder nur teilweise gelesen, dann sollte man schon beim letzten Punkt anfangen. Hier steht nämlich die "Betriebsanleitung" (How to use this CD), weiter das Copyright, die Danksagungen und wann, wie und warum man Kontakt aufnehmen sollte. (u.a. Anpreisen der Vollversion von AWeb).

Bevor wir uns einen Punkt als Beispiel genauer anschauen, wollen wir uns einen globalen Überblick verschaffen.

So geht es durch alle Titel durch. Es wäre zu weit hergeholt, nun eine detaillierte Inhaltsangabe festzuhalten. Bei SCIENCE FICTION ist vielleicht der INDEPENDENCE DAY hervorzuheben. Unter HUMAN CURIOSITIES werden u.a. Massenmörder, der Untergang der Titanic und Adolf Hitler abgehandelt. In GOVERNMENT COVERUP werden unter dem Titel MILITARY DEVELOPMENTS 12 weitere Vertuschungen festgeschrieben, wobei dem AUFORA Projekt viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Aber auch der Stealth Bomber kommt in allen Variationen einer gut funktionierenden Gerüchteküche vor.

Der letzte große Titel ist:

Bei allen Titeln kann man sich irgendwie und irgendwo Aliens und andere extraterrestrische Ungereimtheiten vorstellen, aber auch bei dem Kometen HALE-BOOP, den wir im vergangenem Jahr alle gesehen haben?

Ja auch hier. Im März wurde ein Foto veröffentlicht, wo im Schweif ein sehr heller Fleck zu erkennen ist. Ein Komet hat keinen Nachbrenner, also schrien alle UFO, UFO, UFO. Und das Internet war voll von Mutmaßungen, die jetzt dort nachgelesen werden können.

Unter dem Titel PARANORMAL INFORMATION hatten wir den Untertitel NOSTRADAMUS entdeckt. Der wird doch wohl nichts mit UFOs im Sinne haben, denken wir. Schließlich ist er 1503 geboren und damals versuchte man den Sternen noch Namen zu geben, wenn mal wieder einer entdeckt wurde. Unsere heutigen Sehhilfen gab es damals ja noch nicht. Das Kapitel NOSTRADAMUS hat 6 Untertitel und der vierte lautet: Analysis of Nostradamus. Die erste Überschrift, die beim Aufschlagen ins Auge fällt: Analysis-1 "Comet HALE-BOOP & Related Predicitions".

Also irgendwie und irgendwo schließt sich immer der Kreis. So auch hier. Zum Inhalt kein Kommentar meinerseits, schließlich sind dies nur 45 Bildschirmseiten und die habe ich nicht gelesen, sondern nur gezählt.

Wo wir schon gerade bei Zahlen sind. Diese CD beinhaltet ca 650 MB an Daten, 617.391.229 MB Data, 12.249.273 MB Amiga (viele Files als lha.), 5.244.540 MB MAC, 5.414.043 MB PC und ca 20 MB Index, ReadMe und Icons. Wie schon erwähnt, um AWeb-Demo auf Festplatte zu installieren, benötigt man 1,179 MB freien Platz.

In der Schublade AMIGA gibt es auch noch ein Verzeichnis "Other". Hier findet man ein IBrowseDemo, MUI3.8, Voyager-NG-Prelease und die V43Datatypes.

Diese gut gemachte und auch gut gelungene CD kostet £29.95, wird aber auch für £25.00 angeboten. Eine deutsche Anzeige für 50.- DM habe ich in der Amiga Plus 10/97 gesehen. Also erkundigen und man spart Geld. Wer sie kauft, muss aber der englischen Sprache mächtig sein und die benötigten Systemvoraussetzungen sein eigen nennen.

Wolf Zimmer



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