FoeBuD eV

Wie wirklich unschwer zu erkennen ist, habe ich meinen Schwerpunkt in dieser Ausgabe auf Datenschutz und Datensicherheit gelegt. Wer und was ist FoeBuD?


Der FoeBuD in Bielefeld...
...heißt mit ganzem Namen "Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V." und ist eine Vereinigung, die durch die Bezeichnung "Computerclub" nur unzureichend charakterisiert wird. Hier treffen Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen aufeinander. Der FoeBuD richtet sich in erster Linie an Menschen vor dem Computer: Technikinteressierte sind hier ebenso vertreten wie Menschen, die sich in den Bereichen Politik, Umwelt oder Menschenrechte engagieren, Männer wie Frauen.

Jeden Monat findet die Veranstaltung PUBLIC DOMAIN statt, mit Vorträgen und Aktionen zu Themen aus dem Bereich Zukunft und Technik, Wissenschaft und Politik, Kunst und Kultur. Jede Woche gibt es ein Treffen in einem Café wo sich die Aktiven in großer Runde zum Gedankenaustausch einfinden, und das gleichzeitig auch Anlaufpunkt für alle Interessierten ist. (Alle Schaltflächen sind deaktiviert, da sie sich fast alle auf andere Kapitel innerhalb der Homepage beziehen.)

Der FoeBuD unterhält in den eigenen Räumen die Mailbox //BIONIC. Hier befinden sich auch das Archiv, öffentliche Terminals sowie eine kleine Teeküche - ein beliebter Treffpunkt. Nicht nur auf der jährlichen Computermesse CeBIT in Hannover ist der FoeBuD seit einigen Jahren mit einem eigenen Stand vertreten, auch an anderen Congressveranstaltungen und Messen beteiligt er sich aktiv mit eigenem Programm.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Design anwenderfreundlicher Software, Veröffentlichung allgemeinverständlicher Fachliteratur und Kommunikationsdesign im weitesten Sinne, beispielsweise Konzeption und Organisation eines Mediencafé ("Globaler Dorfbrunnen"). Hier werden Ideen erdacht und Lösungen entwickelt.

Historisch. Futuristisch.

Es begann in einer Galerie: Bei Art d'Ameublement in Bielefeld wurde 1985 zum ersten Mal ein Computerclub als Kunstwerk ausgestellt. Von dort bis zur PUBLIC DOMAIN war es nur noch ein kleiner Schritt -- die KünstlerInnen Rena Tangens und padeluun konzipierten diese monatliche Veranstaltung, um aufzuzeigen, wieviel kreatives Potential im Bereich Technik, Wissenschaft, Kultur und Neue Medien steckt.

Die Veranstaltungen waren auf Anhieb ein großer Erfolg und entwickelten sich schnell zunächst zum Treffpunkt der Bielefelder und später dann der bundesweiten Szene. 1987 gründeten Menschen, die sich bei der PUBLIC DOMAIN zusammengefunden hatten, den FoeBuD e.V. Die Besucherzahlen stiegen und stiegen, längst hatte es sich herumgesprochen, daß die PUBLIC DOMAIN jedesmal ein gesellschaftliches Ereignis ist, das den Rahmen des üblichen sprengt. Viele Besucherinnen und Besucher reisen z.T. erheblich mehr als hundert Kilometer weit an. Die Themenvielfalt ist groß: Werfen Sie einmal einen Blick auf die PUBLIC DOMAINs ...

Feminines Computerhandling

Im Computerbereich immer noch nicht selbstverständlich, deshalb erwähnenswert: Im FoeBuD arbeiten etliche Frauen an entscheidender Stelle. Es gibt hier keine Frauenförderung im Sinne von Entwicklungshilfe, die darauf abzielt, Menschen irgendeinem IndustrieStandard anzugleichen. Vielmehr werden beim FoeBuD unterschiedliche Motivationen im Umgang mit Technik bewußt wahrgenommen. Der soziale Kontext spielt ebenso wie die individuellen Qualitäten eine wichtige Rolle. Weiterhin wird großer Wert darauf gelegt, Vielfalt, Experimentierfreude und eine gewisse Wachheit und Offenheit zu Die eher ganzheitliche Herangehensweise von Frauen an Anwendungen, die Vorliebe für andere Spiele und der andere Stil beim Programmieren bis hin zur (Fach-)Sprache sind eine eigene kulturelle Qualität. Der FoeBuD versucht, den Austausch im Umgang mit dem Rechner und im Umgang miteinander zu fördern und für Frauen und Männern die Entwicklung einer eigenen Identität zu ermöglichen.

Datennetze - Netzstrukturen

Der FoeBuD setzt sich unter anderem für die allgemeine Zugänglichkeit öffentlicher Informationen über MailBox-Netze ein. MailBoxen sind das einzige Neue Medium, das nicht nur interaktiv ist, sondern auch die bisher unüberwindliche Grenze zwischen Produzenten und Konsumenten aufhebt. Jede und jeder kann nicht nur lesen, sondern auch schreiben -- kommentieren, anfragen und selbst veröffentlichen -- ohne Zensur. Die deutschsprachigen Bürgernetze Z-NETZ und CL sind unabhängig und besitzen eine dezentrale Netzstruktur. Sie ermöglichen lokale und weltweite Kommunikation für alle zum Telefon-Ortstarif.

Damit alle (also auch diejenigen, die keinen Computer, kein Modem oder Telefon haben) die Chance haben, an dieser Kommunikation teilzunehmen, fordert der FoeBuD öffentliche Terminals, z.B. in Bibliotheken und in eigens dafür geschaffenen Räumen wie den geplanten Mediencafés. Dort sollen nicht nur die technischen Möglichkeiten vorhanden sein, sondern auch qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen, das den kompetenten Umgang -- technisch und inhaltlich --damit vermitteln kann. Denn was nützt eine allgemein zugängliche Umweltdatenbank, wenn ich nicht weiß, wie die Informationen abzufragen oder wie sie zu deuten sind.

Im kleinen Rahmen passiert das schon in den Räumen des FoeBuD, wo sich neben der Mailbox //BIONIC auch das Archiv, öffentliche Terminals und eine winzige Teeküche befinden. Was hier bereits läuft -- bisher ehrenamtlich und mit großem persönlichen Engagement -- kann als Labormodell betrachtet werden, das nun durch eine öffentliche Finanzierung auf die nächsthöhere Stufe der Entwicklung gestellt werden muß, damit das hier auf engstem Raum versammelte wertvolle Know-How für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden kann.

Techno-Kultur - Kulturtechnik

Dem FoeBuD geht es um die Förderung eines "schöpferisch- kritischen" Umgangs mit Wissenschaft und Technik: Ganzheitliches Herangehen an Probleme, kreative und unkonventionelle Lösungen suchen und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Der FoeBuD will zum einen Forschungs- und Entwicklungsprozesse aktiv mitgestalten und zum anderen wissenschaftliche Erkenntnisse aus Bereichen wie Biologie, Physik und Informatik ebenso wie Pädagogik, Psychologie und Kommunikationswissenschaft für den Alltag einzusetzen.

Unsere Welt wird immer komplexer, das verfügbare Wissen nimmt täglich zu, Probleme spielen sich schon längst nicht mehr nur lokal oder innerhalb einer Fachdisziplin ab. Eine Vielfalt von Wechselwirkungen will bedacht werden, Wahrnehmung und Sprache verändern sich durch die Medien. Ebenso sind neue Kulturtechniken gefragt, beispielsweise ein sinnvoller Umgang mit einem Überangebot an Information. Das Informationszeitalter hat längst begonnen. Über die Bedeutung von Streitkultur, Datenschutz und Privatsphäre in der Demokratie muß neu nachgedacht werden. Umwälzungen in der Technik haben immer auch Auswirkungen auf das soziale Verhalten der Menschen -- ein Bewußtsein für eine zeitgemäße Kultur muß aber erst geschaffen werden.

BigBrotherAwards

Seit Oktober 2000 organisiert der FoeBuD e.V. die Verleihung der BigBrotherAwards: Die BigBrotherAwards Deutschland wurden ins Leben gerufen, um die öffentliche Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz zu fördern - sie sollen missbräuchlichen Gebrauch von Technik und Informationen aufzeigen. Seit 1998 wird ein solcher "Preis" in verschiedenen Ländern und seit dem Jahr 2000 auch in Deutschland an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder (persönliche) Daten Dritten zugänglich machen. Aus dieser Arbeit heraus enstand auch das Projekt Privacy-Card -- viele gute Punkte für den Datenschutz.

Der "Biele-feldversuch"

Jeden Dienstag treffen sich beim FoeBuD Mitglieder, MailBox-NutzerInnen und Interessierte zu einer zwanglosen Gesprächsrunde, in der Themen aufgearbeitet und neue Ideen ausgebrütet werden. So finden sich bereits heute in vielen auswärtigen Projekten Ideen und MitarbeiterInnen aus Bielefeld.

Mit dem "Bielefeldversuch" ist ein Kristallisationspunkt verschiedener Interessen, Fähigkeiten und Talente entstanden. Für einige bietet der FoeBuD den essentiellen Freiraum zum Experimentieren, für andere ist er ein Berufs(er)findungslabor oder eine innovative SoftWare-Schmiede. Eine Bielefelder Zeitung sprach davon, daß hier der Expertennachwuchs der Region gemacht wird und für Art d'Ameublement liegt der Schwerpunkt natürlich auf dem künstlerischen Aspekt.

Es gilt, eine umfassende Konzeption mit Modellcharakter zu entwickeln, um innovative Ideen, soziale Verantwortung und kritischen Geist zur Entfaltung zu bringen und zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft für uns alle einzusetzen.

Unterstützen Sie unsere Arbeit:
Über Menschen, die bei uns mitarbeiten wollen, freuen wir uns ebenso wie über Spenden und Fördermitgliedschaften, die uns ermöglichen, unser Projekt zu finanzieren!


Soweit die eigene Vorstellung auf der Website < http//www.foebud.org>, die hier als Original bewundert werden kann.

Leicht sind die derzeitigen vier wichtigen Engagements unter Aktuell nachzulesen. Wobei der Punkt 4: "PGP, Das deutsche Handbuch" wohl von Anfang mit dabei ist. Dieses Buch gibt es nun in der vierten Auflage und ist komplett als HTML-Datei auf der Homepage lesbar. Bei Bestellung als Buch wird eine CD mitgeliefert. Zur Verdeutlichung des ganzen habe ich die Genehmigung, hier das Vorwort übernehmen zu dürfen:


Von der E-Card zur E-Mail

Vergehen und Verbrechen gegen die "Privatheit" sind heimtückisch: Die Auswirkungen sind zwar zu spüren, aber selten im Zusammenhang mit der Ursache. Die technische Entwicklung und ihre Nutzung ist dissipativ - sie läßt sich nicht umkehren. Alles was wir heute tun und zulassen, werden wir auch in Zukunft ertragen müssen. Nahezu jeder Vorgang in unserem Leben, was wir einkaufen, wann wir an welchem Automaten Geld abheben, wann wir die Toilettenspülung drücken, wann wir uns verlieben, ist fernabfragbar. Die Generation der Großväter war der ethischen Überzeugung, daß diese Daten, die ja meist nur als Abfallprodukt der Abrechnung anfielen, nicht zur passiven Spionage im Alltag genutzt werden würden. Die Enkel jedoch sehen gerade die Auswertung und den Verkauf dieser Daten als Schlüsseltechnologie um "richtig dick Schotter zu machen". Schon bald werden Sie im gehobenen Dienst keinen Job mehr bekommen, ohne daß der designierte Arbeitgeber vorher eine Profilaufstellung von Ihnen in Auftrag gibt. Der Menschheitstraum vom freien Leben innerhalb einer starken Gemeinschaft rückt damit noch ein Stückchen weiter in die Ferne. Nur die Spießer werden - egal ob mit Tattoo und Piercing oder ohne weiterhin ein kleines, klägliches Leben führen können. Bis der Terror auch sie erreicht.

Die Entwicklung ist schleichend - aber rasant. Mit Zugriff auf eine einzige Datenbasis, nämlich z.B. die der Firma EDS (Electronic Data Systems) könnten Sie nahezu jeden 'zivilisierten' Menschen auf dieser Welt 'in den Griff kriegen'. Sie wüßten, wann er gereist ist, mit wem, neben wem er im Flugzeug gesessen hat, wie er sein Ticket bezahlt hat, wann er Geld abgehoben hat, wer vor ihm oder nach ihm am selben Geldautomaten Geld abgehoben hat und wüßten, was er im Restaurant bestellt. Sie kennen seine Lieblingsfarbe und seinen Kreditrahmen. Stellen Sie sich vor: Auch andere Menschen könnten plötzlich mehr über Sie wissen, als Sie selbst.

"Mir doch egal?" - Oder denken Sie einfach nur, daß Ihnen gerade kein Argument gegen diese Entwicklung einfällt? Sie brauchen nicht zu begründen, warum Sie niemand Unbefugtes Ihre Briefe lesen lassen. Sie brauchen nicht zu erklären, warum Sie anderen verbieten, Daten über Sie zu speichern und zu verarbeiten. Es ist Ihr Leben und Sie und Ihre Privatheit sind kein Eigentum anderer. Sie sollten sich nicht an das 'komische Gefühl in der Magengrube' gewöhnen.

Sie wollen eigentlich so berühmt sein wie Marilyn Monroe? Und noch kennt Sie keiner? Nein, dadurch, daß Sie Ihre Privatsphäre aufgeben werden Sie nicht berühmt. Und sicher kennen Sie auch das alte Sprichwort: Reden ist Silber - Schweigen ist Gold. Es nützt Ihrem eigenen Leben mehr, wenn Sie nichts fremdbestimmt von sich preisgeben. Im Gegenteil: Es nützt Ihnen letztendlich mehr, wenn Sie auch die Daten anderer schützen.

"Gebt Ihnen doch die Daten - das kann doch sowieso niemand auswerten." Falsch. "Data Mining" ist einfach. Sie haben es vielleicht selbst schon gemacht, wenn Sie eine Internetsuchmaschine nutzen. Sie geben drei Begriffe ein mit ein paar Pluszeichen davor und statt einigen Millionen sehen Sie plötzlich nur noch drei Treffer. Das ganze in wenigen (Milli-)Sekunden.

"Ich kann ja doch nichts tun." - Falsch. "Jede und jeder hat einen Einfluß größer als null." Unterschätzen Sie das nicht. Ihr Denken, Bedenken und besonders Ihr Handeln beeinflußt die Umgebung weit mehr, als sich die meisten Menschen vorstellen. Eine Umgebung von Duckmäusern wird Duckmäuser erzeugen. Eine geistig anregende, freie Gesellschaft wird geistig anregende, freie Menschen bedingen. Und die Ausnahmen bestätigen dann lediglich die Regel.

Lassen Sie sich nicht erzählen, daß Sicherheit, Ordnung und unsere Demokratie durch Verschlüsselung gefährdet seien: "Es hat keinen Sinn, die Demokratie dadurch zu schützen, indem wir sie abschaffen." Dieser Satz von Ingo Ruhmann ist schlicht, einfach und richtig. Und wenn der Schutz der Privatsphäre kriminell wird, haben nur noch Kriminelle Privatsphäre. Ab wann aber zum Beispiel 'Global Management' kriminell ist, müssen Sie als 'Souverän' bestimmen. Denn gar nicht mehr so sehr 'der Staat' ist der 'Big Brother', sondern wir brauchen endlich wieder mehr Staat (eine wehrhafte Demokratie), die verhindert, daß wir zulassen, daß der letzte Rest Kontrolle über die Kapital- und Machtinteressen vollends aus den Händen der Gesellschaft genommen wird. Liberal ist ok. Aber der real existierende Liberalismus ist mindestens genauso gefährlich wie die Nachbarn Kapitalismus, Nationalismus und Kommunismus.

Gedankenstrich...

Dies ist nun schon die vierte völlig neu bearbeitet Version dieses Buches. Wir sind glücklich über und dankbar für den riesigen Arbeitseinsatz, den Christopher Creutzig geleistet hat. Er hat neben der inhaltlichen Arbeit auch noch das Layout (mit TEX) gemacht, die CD zusammengestellt und ebenso wie Andreas Buhl, der den Windows-Teil schrieb, hat er unglaublich viel ehrenamtliche Lebensenergie in dieses Buch gesteckt. Also lesen Sie das jetzt aber auch bitte gründlich und stecken Sie Ihre Datenpostkarten zukünftig in Briefumschläge. Denn ohne PGP versandten Sie bisher keine E-Mails sondern lediglich E-Cards. Allerdings können wir Ihnen nicht alle Mühe abnehmen. Auch Sie müssen sich ein wenig plagen, PGP und die Verschlüsselung mit Öffentlichem und Privatem Schlüsseln zu verstehen. Es gibt keine Sicherheit mit "Klick&Go". Falsch verstandene und fahrlässig verwendete Verschlüsselung kann den Unsicherheitsgrad noch um den Faktor erhöhen, daß Sie sich nun sicher glauben, aber dennoch ausspioniert werden. In einer Firma, deren Patentunterlagen beim Versand per E-Mail in die Hände der Konkurrenz fallen, kann das unangenehm sein...

Kein Meister wird vom Himmel fallen. Und auch wenn Sie der kluge Kopf in Ihrer Abteilung sind, so müssen es ja auch alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen. Falls Sie weiter Hilfe benötigen, so möchte ich Sie hier auf die Struktur von Seminaren aufmerksam machen, die Ihnen den Einstieg und das Nutzen von PGP erleichtern. Sie finden Informationen dazu unter www.foebud.org/seminare. Bei Drucklegung werden solche Seminare von unseren Partner in Nürnberg, Leipzig, München und von uns in Bielefeld angeboten.

Willkommen im Netzwerk des Vertrauens

Rena Tangens & padeluun

Copyright-Vermerke
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  • 1. Leseanleitung
  • 2. Übersetzung und Fachbegriffe
  • 3. Konventionen
  • 4. Danksagungen

1. Leseanleitung

Dieses Buch beschreibt eine Reihe ähnlicher Programme. Zum Einen sind da verschiedene Versionen von PGP zu nennen, im Wesentlichen die Version 2.6.2i für nahezu alle Betriebssysteme (MS-DOS, Unix, Linux, VMS, MacOS, Amiga, Archimedes, Atari, ...), des Weiteren die Versionen 5.0, 5.5.3i und 6.0 für MS Windows. Darüber hinaus behandelt dieses Buch auch eine "Open Source"-Implementation des OpenPGP-Standards, ein Programm namens GnuPG (für Unix, Linux, MS Windows). Im allgemeinen Teil und auch in Teil II finden Sie Formulierungen der Art "PGP arbeitet so:...". Diese allgemeinen Beschreibungen schließen - sofern nicht aus dem Kontext anders deutlich - auch GnuPG mit ein.

Welche Kapitel dieses Buches Sie in welcher Reihenfolge lesen sollten, hängt außer von Ihren Vorkenntnissen auch davon ab, welche Version von PGP Sie auf welchem Betriebssystem einsetzen möchten. Allen Lesenden wird dringend angeraten, dieses einleitende Kapitel komplett zu lesen, um im weiteren Text zu verstehen, was mit bestimmten Begriffen gemeint ist. Wenn Sie sich fragen, was und wozu Sie verschlüsseln sollten, empfehlen wir Abschnitt 6.1. Weiterhin sei allen Menschen, die sich noch nicht eingehend mit Verschlüsselungssystemen beschäftigt haben, Abschnitt 2.5 ans Herz gelegt, um einen Überblick zu erhalten, was PGP eigentlich tut. Bedauerlicherweise ist es nicht möglich, echte Sicherheit zu erlangen, indem man irgendwo ein paar Knöpfchen drückt, ohne zu verstehen, was passiert. Von Kapitel 4 ist beim ersten schnellen Überfliegen zumindest Abschnitt 4.4.3 ratsam. Kapitel 5 ist kaum zu vermeiden, wenn die durch PGP erreichte Sicherheit nicht ausgesprochen trügerisch sein soll. Kapitel 7 gibt Ihnen das notwendige Wissen an die Hand, um mit Personen, die Sie nie getroffen haben, eine gesicherte Kommunikation aufzubauen. Außerdem bewahrt die Lektüre jenes Kapitels Sie hoffentlich vor einigen schwerwiegenden "Anfängerfehlern".

Erst nach diesen Hintergrundinformationen ist es sinnvoll, sich die Installation und Bedienung des Programms anzuschauen. Falls Sie sich noch nicht sicher sind, welche Version Sie einsetzen sollten, gibt hoffentlich Anhang B die nötigen Informationen für die Entscheidung. Für diejenigen unter Ihnen, die eine kommandozeilenorientierte PGP-Version (und evtl. anschließend ein graphisches Frontend) installieren wollen, ist der Teil II geschrieben. Diejenigen, die lieber eine "reine" Windows-Applikation haben möchten, finden die nötigen Informationen in Teil III. Beide Teile setzen die Kenntnis des allgemeinen Teils voraus.

Informationen zur Lizensierung von PGP, Distribution, Copyrights, Warenzeichen, Gewährleistungen und Exportbeschränkungen enthält der Anhang F.

Noch ein paar Worte über die Verwendung maskuliner und femininer Formen bei Begriffen wie "Anwender" oder "Programmiererin": In dieser Anleitung werden maskuline und feminine Formen austauschbar verwendet. In jedem Fall sind beide Geschlechter gemeint. Nebenbei bemerkt versuchen wir, nach alter Rechtschreibung zu schreiben, Abweichungen davon sind also echte Fehler und nicht einem Versuch der Umstellung zuzuschreiben. Das soll keine Rechthaberei sein wir sind nur in der neuen Rechtschreibung bei weitem nicht sattelfest genug, um Ihnen diesen Text in der Qualität zu geben, die wir selbst von uns erwarten.

2. Übersetzung und Fachbegriffe

Bei Übersetzungen und deutschen Texten zu EDV-Themen ist es häufig schwer, zu entscheiden, in welchem Umfang Fachbegriffe eingedeutscht werden sollten. Werden zu viele Begriffe übersetzt, kann das Leserinnen verwirren, denen die englischen Begriffe vertraut sind. Umgekehrt kann ein zu wenig eingedeutschter Text für diejenigen unverständlich bleiben, die die englischen Begriffe nicht kennen. Wir haben uns für eine recht weitgehende Eindeutschung entschieden. Um nicht zuviel Verwirrung zu stiften, finden Sie in Tabelle I-1.1 eine Liste der Worte, die Ihnen evtl. in der englischen Form geläufiger sind, die wir aber in der deutschen Form verwenden.

Tabelle: Von uns verwendete Übersetzungen
englischer Begriff unsere Übersetzung
default Standard
directory Verzeichnis
environment variable Umgebungsvariable
exit code Beendigungscode
    file name extension Nameserweiterung/Suffix
fingerprint Fingerabdruck
grassroot organization politische Basisorganisation
        key compromise/revocation certificate Schlüssel-Rückrufurkunde
key ring Schlüsselbund
message digest Textprüfsumme
pass phrase Mantra
public key ring öffentlicher Schlüsselbund
private key ring geheimer Schlüsselbund
swapfile Auslagerungsdatei

Weitere Fachausdrücke finden Sie im Glossar erläutert. Wir haben uns Mühe gegeben, Begriffe mit wohldefinierter Bedeutung zu wählen. Formulierungen wie "10 verlorene Bereiche in 8 Bereichen" (dies verlautbarten ältere Versionen des MS-DOS-Programms chkdsk) haben sich hoffentlich nicht eingeschlichen.

3. Konventionen

In diesem Buch verwenden wir die folgenden Darstellungen: Wichtiges wird kursiv geschrieben, Eingaben und Ausgaben werden, ebenso wie Menüeinträge, in Schreibmaschinenschrift dargestellt.
Angaben der Form Sch95] sind Literaturangaben, das Literaturverzeichnis finden Sie im Anhang. In der Kopfzeile finden Sie stets die Angabe des aktuellen Kapitels und Abschnittes darin einschließlich der Nummer des Buchteils, in dem Sie gerade lesen.

4. Danksagungen

An dieser Stelle möchte ich zunächst Philip Zimmermann danken, daß er PGP geschrieben und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hat. Die Existenz dieses Programmes hat vieles überhaupt erst ermöglicht, nicht zuletzt dieses Buch. Ebenso gebührt den weiteren Entwicklern PGPs mein Dank. Marc Aurel möchte ich danken, daß er mich vor vielen Jahren auf meinen ersten Schritten mit PGP begleitet hat. Die erste Übersetzung der Anleitung zu PGP 2.3a (der Ur-Ur-Großvater des Buchs, das Sie in Händen halten) begann als Gemeinschaftsprojekt von sechs Leuten, von denen schließlich Abel Deuring und ich übrigblieben.

Für die Verbreitung PGPs in Deutschland waren mehrere Leute wesentlich. Zunächst müssen wir uns hier selbst nennen, den FoeBuD e.V., der nicht nur diese Anleitung verbreitet hat (als PGP noch kaum bekannt war), sondern darüber hinaus sowohl durch Schulungen als auch politische Arbeit und nicht zuletzt ausführliche Betreuung von Journalisten und Politikern an der Schaffung des nötigen Rahmens mitgewirkt hat. Außerdem sind hier von den vielen beteiligten Menschen Lutz Donnerhacke für seine Arbeit mit dem Aufbau einer Zertifizierungsstruktur und PGP 2.6.3in und Kai Raven für seine Einsteiger-Anleitung zu erwähnen.

Für die aktuelle Auflage geht mein Dank an Donald E. Knuth für sein System TEX und an Leslie Lamport und das LATEX3-Team für LATEX2e; außerdem Markus Kohm für KOMA-Script. Typographische Fehler sind sicherlich meinen Änderungen zuzuschreiben.

Den Korrekturleserinnen und Korrekturlesern möchte ich hier besonders danken, ohne sie wäre dieses Buch zwar eher fertig geworden, aber inhaltlich gewonnen hat es auf jeden Fall. Besonders zu nennen sind hier padeluun, Tom Budewig, Ursula Begerow und Jörg Jenetzky. Weitere wichtige Kommentare kamen von Manuel Beckmann und Arvid Requate. Dem Autoren GnuPGs, Werner Koch, möchte ich außer für jenes Programm auch für seine technischen Anmerkungen und Korrekturen zu diesem Handbuch danken.


So das sollte nun als Vorstellung der sehr interessanten Website reichen. Alles was ich noch geschrieben hatte, habe ich gelöscht, da ja im Endeffekt doch schon alles gesagt ist. Über die Aktion: Privacy-Card habe ich einen ganzen Artikel verfasst, aber da das ganze Verfahren noch offen ist, lasse ich eine Veröffentlich lieber sein.

Autor:   Wolf Zimmer E-Mail: wolf@wozim.de Homepage: http://www.wozim.de