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Man sollte doch meinen, Preisverleihungen sind eine feine Sache. Eigentlich. Doch diese Trophäe wollen die Sieger aber ganz und gar nicht in Empfang nehmen. Den Bigbrother Award. Diese Auszeichnung, die der Chaos Computer Club und andere namhaften Datenschützer einmal im Jahr an Prominente aus Wirtschaft und Politik vergeben, die sich um die Verletzung der Privatsphäre am meisten verdient gemacht haben, ist aus verständlichen Gründen überhaupt nicht begehrt. Um nichts Falsches zu erzählen bzw. falsch zu interpretieren, habe ich den Text der Eingangsseite der o.a. Website hier abgedruckt, zu erkennen an der farbigen Schrift. Die BigBrotherAwards Deutschland wurden ins Leben gerufen, um die öffentliche Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz zu fördern - sie sollen missbräuchlichen Gebrauch von Technik und Informationen aufzeigen. Seit 1998 wird ein solcher "Preis" in verschiedenen Ländern und seit dem Jahr 2000 auch in Deutschland an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder (persönliche) Daten Dritten zugänglich machen. Der Name ist George Orwells negativer Utopie "1984" entnommen, in der der Autor bereits Ende der vierziger Jahre seine Vision einer zukünftigen Gesellschaft entwarf, die unter totaler Überwachung steht. Die Preisskulptur zu den BigBrotherAward Deutschland wurde für die ersten BigBrotherAwards in Deutschland vom Oerlinghauser Künstler Peter Sommer entworfen. Sie zeigt eine mit Bleiband gefesselte Figur, die von einer Glasscheibe durchtrennt wird, auf der ein binärer oder hexadezimaler Code zu lesen steht: Eine Passage aus Huxleys "Schöne Neue Welt". Die deutschen BigBrotherAwards werden vom Bielefelder <http://www.foebud.org/> FoeBuD e.V. organisiert, der sich 1987 als Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs gründete. Bekannt wurde der Verein durch Vernetzungsarbeit im Zerberus-Netz, seine Mailbox <http://www.foebud.org/bionic/bionic.html> BIONIC, das <http://www.foebud.org/archiv/> Friedensnetzwerk ZaMir, das deutschsprachige Handbuch zu dem Verschlüsselungsprogramm <http://www.foebud.org/texte/publish/pgp.html> Pretty Good Privacy (PGP) und seine monatliche Veranstaltungsreihe <www.foebud.org/pd/> PUBLIC DOMAIN zu Themen aus Zukunft und Technik, Wissenschaft und Politik, Kunst und Kultur. Die diesjährige Preisverleihung findet am Freitag, 25. Oktober 2002 im Murnau-Saal der Bielefelder Ravensberger Spinnerei statt. Informationen zu Ort, Anreise und Hotels finden ihr auf <http://www.bigbrotherawards.de/docs/where.html> Schily, Werthebach, Müller, RealNetworks, Loyalty Partner (Payback), .... Wie in den vergangenen Jahren wird auch im Oktober die illustre Liste preiswürdiger Institutionen und Personen um weitere Namen ergänzt. Denn wie schon gesagt, die Verleihung der BigBrotherAwards Deutschland "ehrt" Organisationen und Personen für nachhaltige Angriffe auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte der Bürgerinnen und Bürger. Zur Vervollständigung dieses Artikels möchte ich ein paar Originalseiten aus www.bigbrotherawards.de auszugsweise vorstellen.
Und damit ihr euch ein Bild dieses Awards machen könnt, die Preisskulptur des Oerlinghauser Künstlers Peter Sommer, auf der eine Passage aus Aldous Huxleys negative Utopia "Schöne Neue Welt" (in Hexadezimal) zu lesen ist, sieht so aus:
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| Autor: Wolf Zimmer | E-Mail: wolf@wozim.de | Homepage: http://www.wozim.de |