3. Review: Internet-Strategiespiel »Tales of Tamar« (von Michael Scholz) 

Geschichten aus Tamar

Lange ist es her, seit ich das erste Mal von "Tales of Tamar" hörte. Es war 
damals, als ich mit meinen Freunden auf der Amiga-Messe in Neuss war, da 
lief am Stand der Firma Eternity ein Intro, das die Massen in seinen Bann 
zog. Auch ich versuchte damals unbedingt zu sehen, was da vorgeführt wurde, 
ich war schlichtweg wie der Rest der Anwesenden gebannt von dem Spektakel. 
Dies war mein erster Kontakt zu "Tales of Tamar".

Dann wurde es für mich eine Weile still um "Tales of Tamar" (im folgenden 
ToT genannt), doch im März 2001 las ich auf Amiga-News.de, dass noch neue 
Betatester für das Spiel gesucht werden. Frohen Mutes meldete ich mich an 
und bekam auch kurze Zeit später mein NDA und kurz darauf meine 
Zugangsdaten, um mir das Spiel herunterzuladen.

Das Spiel wird mittels des AmigaOS-Installers auf die Festplatte des 
heimischen Computers installiert; dies sollte selbst für den unerfahrenen 
Anwender kein Problem darstellen. Sollte der Installer des AmigaOS ab 
Version 3.5 zur Verfügung stehen, wird die Installation mit 
Hintergrundgrafik und Musik unterlegt.

Das Basis-Set des Spiels soll auf 3 CDs ausgeliefert werden, wovon eine das 
Intro enthält, eine den Soundtrack und eine das Spiel selbst.


Also begann im Winter des Jahres 78 meine Herrschaft über ein kleines Reich 
in Tamar. Ich, genannt Skar, siedelte mit meinen treuen Gefolgsleuten nach 
langer zehrender Reise auf der Insel Eternia, um dort ein neues Reich 
aufzubauen. Doch wie sollte uns das gelingen?

Nun schauen wir uns einmal an, wie sich ToT dem geneigten Spieler 
präsentiert. Als erstes werden wir vom Residenzscreen begrüßt. Dieser 
stellt die Steuerzentrale unseres Reiches dar, von hier aus erreichen wir 
alle anderen Screens, die für unser Spiel wichtig sind, die Forschung, die 
Diplomatie, die Karte, die Berichte, die Steuern, die Statistik, die 
Optionen, die Spezialisten, den Stammbaum und natürlich unsere Stadt.

Der Residenzscreen:
Der Residenzscreen

Im Optionenscreen können wir die Einstellungen vornehmen, die zur 
Soundwiedergabe benötigt werden, und im zweiten Screen müssen wir unsere 
Konfiguration der E-Mail-Adresse, über die wir ToT spielen wollen, 
eintragen, denn ToT spielt man über das Internet. Deshalb wird es auch als 
sogenanntes "Massiv-Multiplayer-E-Mail-Spiel" beworben.

Was heißt das aber? Muss ich jetzt etwa die ganze Zeit, während ich meinen 
Zug plane, online sein? Natürlich nicht! Denn ToT baut seine Verbindung 
über die am Amiga gebräuchlichen TCP/IP-Stacks Miami, MiamiDx, Genesis und 
AmiTCP auf, holt die E-Mail vom Server und geht dann wieder offline. Es 
besteht für die Flatrate-Benutzer unter uns natürlich auch die Möglichkeit, 
ToT auf "Immer online" zu setzen. :)


Erklären wir aber erst einmal das Prinzip, das hinter ToT steckt.

Wie anfangs erwähnt, begann ich im Winter 78 mit meinen Mannen in Tamar auf 
der Insel Eternia ein Reich zu gründen. Was können wir davon ableiten? 
Richtig, ToT läuft mit seinen Spielzügen jeweils ein Quartal durch, d.h. 
Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter, wobei im Winter die Landschaft auch 
mit Schnee bedeckt ist. Was einen im Normalfall auch daran erinnert, dass 
im Frühjahr wieder die Saat fällig ist, denn ohne Saat keine Ernte und ohne 
Ernte bekommt die Bevölkerung kein Korn und ohne Korn passiert es auf kurze 
oder lange Sicht, dass die Bevölkerung einen lyncht. Das Lynchen durch die 
Bevölkerung ist auch eine der wenigen Möglichkeiten, in ToT zu sterben, 
eine andere Möglichkeit wäre, durch die Hand eines anderen Spielers zu 
sterben.

Denn das Wichtigste in der Welt von Tamar ist die Kommunikation mit anderen 
Spielern, es gibt hier keine direkten Computergegner, jedes andere Reich 
hat einen Menschen hinter sich, der einem die eine oder andere Aktion übel 
nehmen könnte. Als Kommunikationsmöglichkeiten könnte ich einmal die 
Taverne anbieten, hier gibt es ein schwarzes Brett, den Mail-Editor, in dem 
sämtliche Nachrichten von allen Spielern gelesen werden können (später soll 
man hier nur noch die Nachrichten von den Spielern lesen können, die man 
bereits entdeckt hat), und den Online-Chat, einen eingebauten IRC-Client, 
mit dem man sich im IRC-Kanal des Spieles einloggt.

Die Taverne (mit Requester):
Die Taverne (mit Requester)

Dies kann man natürlich auch mit AmIRC oder BlackIRC tun, wenn man will. 
Stammtisch ist immer Sonntagabend um 21 Uhr, aber es sind auch an den 
Wochentagen viele anzutreffen. Die genauen Zugangsdaten gebe ich hier nicht 
bekannt.


Der Aufbau des Reiches

Als junger Herrscher steht man vor dem Problem: Wie gehe ich nun vor? Unser 
Reich hat noch keine allzu große Dimension und unser "Dorf" ist auch noch 
nicht wirklich ansehnlich, uns stehen sieben Morgen Land, eine Taverne, ein 
Bürgerhaus, zwei Mühlen, ein Kornlager und ein wenig Gold zur Verfügung. 
Doch womit sollen wir anfangen?

Wichtig ist es auf jeden Fall, Steuern zu erheben. Hier kann dann jeder 
beweisen, dass er besser als unsere jetzige oder ggf. zukünftige 
Bundesregierung ist :), und hohe oder niedrige Steuern erheben, um den 
Staatshaushalt zu finanzieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die 
Forschung, denn nur durch Forschung stehen uns in Zukunft neue Techniken, 
verbesserte Waffen, besserer Schiffbau oder einfach nur eine bessere 
medizinische Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung. Allerdings ist zu 
beachten, dass uns die Forschung ebenfalls Gold kostet, und dieser Betrag 
ist abhängig von der Bevölkerung: Je mehr Untertanen auf ein entsprechendes 
Forschungslevel der Bereiche Astronomie, Alchemie, Naturkunde, Theologie, 
Heilkunde, Kampfkunst und Technik gebracht werden sollen, um so höher sind 
die Kosten dafür. Eine Erleichterung bei der Entscheidung, in welche 
Richtung wir forschen wollen, gibt uns das Spiel natürlich auch, denn zu 
den entsprechenden Gebieten gibt es immer eine kurze Beschreibung, so wäre 
das z.B. bei Astronomie Stufe 6: "Durch den Stand der Sterne könnte es uns 
nun auch nachts gelingen, die exakte Position der Schiffe zu bestimmen.", 
also sollte die Forschung auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Doch kommen wir zurück zu unserem kleinen Reich, genannt "Enwor", welches 
ich versuchte, aufzubauen. Es war die Zeit, als sich die ersten Kriege 
anbahnten und mein Kundschafter, diesen bewegt man auf der Karte von ToT, 
um die Gegend zu erkunden, täglich neue Gegenden entdeckte und natürlich 
auch die ersten annektierenden Truppen auf Tamar zu sehen bekam. Diese 
Truppen waren von ihren Herrschern ausgesandt worden, um die noch 
unbesetzten Ländereien in Besitz zu nehmen. Doch wie es immer auf der Welt 
ist, gab es auf der einen Seite Neid und Missgunst über die blühenden 
Reiche des jeweils anderen Herrschers, und so passierte es, das sich 
Bündnisse bildeten, um nicht allein gegen andere im Krieg dazustehen. So 
kam es, dass um das Jahr 92 der erste große Krieg auf Tamar ausbrach, auf 
der einen Seite die Herren Wolfen und Siegfried, auf der anderen Seite ein 
Bündnis namens VSZOT, heute unter dem Namen VSZE bekannt. Die Mitglieder 
des "Vertrag für Sicherheit und Zusammenarbeit in Ost-Tamar" waren zu 
dieser Zeit Lord Alberich von Schmiedefeld, Lord Fox von Sion, Freiherr 
Taurik von Bärenanger und Lady Morgana. Es schien lange Zeit so, dass die 
Herren lange kämpften, ohne den jeweils anderen bezwingen zu können, bis um 
das Jahr 110 die Meldung an alle Reiche verbreitet wurde, dass Wolfen tot 
sei. So kam für uns die erste Chance, unser kleines Reich zu vergrößern, 
denn mein Reich war komplett umgeben von dem des Herrn Wolfen. Wir konnten 
unser Reich nur ein wenig vergrößern, da auch die anderen Nachbarn Wolfens, 
vor allem sein Verbündeter Siegfried, ebenfalls schnell die umliegenden 
Ländereien einnahmen und für uns nicht allzu viel übrig blieb. Doch werfen 
wir einmal einen Blick auf die Karte von ToT.

Der Kartenscreen:
Der Kartenscreen

Hier können wir viele kleine Hexagons erkennen, welche jeweils einen Morgen 
Land darstellen. Es gibt verschiedene Terrains. Einige davon können wir 
hier erkennen, da wäre das Grasland, die Laub-, Nadel- und Dunkelwälder, 
die Hügel und Berge, es gibt aber auch noch Wüsten und Sümpfe auf Tamar. 
Auf der Karte können wir verschiedene Figuren sehen, welche uns in ToT zu 
Verfügung gestellt werden: den Kundschafter, um die Ländereien zu erkunden, 
Kavallerie-, Infanterie- und Artillerie-Truppen (hier nicht zu sehen). 
Diese Truppen können je nach Bewaffnung und Rüstung verschiedene Stärken 
annehmen. Es gibt leichte, mittlere und schwere Einheiten. Die Kategorie 
einer Einheit richtet sich nach der Rüstung der Truppe, welche wir ihr im 
Kasernenscreen (Waffen und Rüstungen) zuweisen, die Rüstungsklassen 
erstrecken sich von RK0 bis RK12. Wobei man sich hierbei natürlich denken 
kann, dass eine Einheit mit der Rüstungsklasse 12 wesentlich bessere 
Chancen im Kampf hat als eine Einheit mit der Rüstungsklasse 0.

Mit dem Schalter "Grenzen", welcher hier zu sehen ist, kann man die Grenzen 
zu den benachbarten Ländern einblenden, mit dem Schalter "Rohstoffe" kann 
man sich die Ressourcen der Felder anschauen und mit dem Schalter 
"Symbolkarte" werden die Namen der eigenen Städte eingeblendet.

Wie wir erkennen können, gibt es auch Orks, welche in den Bergen hausen und 
in regelmäßigen Abständen auftauchen, um uns Land zu stehlen, und so kommen 
wir zu einem weiteren Teil der Geschichte um das Reich von Satai Skar.

Kurz nach dem Tode Lord Wolfens und der Erweiterung unseres Reiches gab es 
die erste größere Bedrohung für dieses, denn auf einmal wurde Eternia von 
Orkhorden überrannt, unsere Ländereien fielen zu einem Großteil an die Orks 
und unsere Schmiede waren durch den Verlust unserer erzträchtigen Berge 
nicht mehr in der Lage, Waffen für uns herzustellen, mit welchen wir den 
Orks Herr hätten werden können. So kam es, dass unser Reich vor sich 
hinsiechte. Alle Truppen, die wir gegen die Orks aussandten, wurden von 
diesen dahingeschlachtet, da unsere Mannen mit schlechten oder gar ohne 
Waffen ausgerüstet waren und somit den Orks nichts entgegenzusetzen hatten. 
Aber dann nahte die Rettung, Lord Fox von Sion, Mitglied des VSZE (der 
VSZOT wurde mittlerweile umbenannt in "Vertrag für Sicherheit und 
Zusammenarbeit in Eternia"), bot uns Hilfe bei der Vertreibung der Orks an, 
und seine Truppen wüteten unter diesen, so dass wir die Ländereien wieder 
in unseren Besitz nehmen konnten. Daraufhin entschloss sich Satai Skar, 
Mitglied des VSZE zu werden, am Anfang noch als nicht öffentliches 
Mitglied, da der Krieg mit Herrn Siegfried immer noch tobte und eine 
Bekanntmachung sicher einen Angriff Siegfrieds auf unser Reich provoziert 
hätte.

So verging wieder eine gewisse Zeit bis die Wissenschaftler Tamars neue 
Errungenschaften präsentieren konnten.
Dann war es soweit, um das Jahr 150 herum gelang es den ersten Herren, 
Schiffe zu Wasser zu lassen.

Eine Stadt der Stufe 2 mit Hafen:
Eine Stadt der Stufe 2 mit Hafen
Der Hafenscreen:
Der Hafenscreen

So begannen die ersten Herrscher, die Meere zu erkunden, uns war dies 
leider nicht vergönnt, da wir über keine Stadt am Meer oder einem Fluss 
verfügten, so dass wir traurig zusehen mussten, wie andere die Weiten des 
Ozeans erkundeten. Doch nur wenige Jahre später bot sich uns die Chance 
unseres Lebens. Sergus, der die ehemaligen Ländereien des verstorbenen 
Wolfen übernommen hatte, war durch Misswirtschaft von seinem Volk verjagt 
worden. Bis heute ist noch nicht geklärt ob ihn das Volk gelyncht hat oder 
ob er mit einem Schiff fliehen konnte. So gelang es uns, die auch erst 
wenige Jahre zuvor entdeckte Möglichkeit der Übernahme fremder Städte 
auszuprobieren und so ebenfalls nach dem Aufbau der Stadt einen Hafen zu 
bauen und die Meere zu erkunden.


Zurück zum Test

Die Meere können mit Handels- und Kriegsschiffen befahren werden, welche es 
in jeweils drei Stufen gibt, kleine, mittlere und große. Hier muss ich 
allerdings hinzufügen, dass bis heute noch kein großes Kriegsschiff 
gesichtet werden konnte, wahrscheinlich hat noch keiner der Lords die 
technischen Voraussetzungen dafür gefunden. Während Kriegsschiffe dazu in 
der Lage sind, die Küstenstreifen des eigenen Reiches zu annektieren und 
andere Schiffe zu versenken sowie Piraterie zu betreiben (ja richtig 
gelesen, es ist möglich, Handelsschiffe anderer Spieler zu überfallen und 
den Gewinn der verkauften Waren zu stehlen), sind Handelsschiffe für den 
Transport ausgelegt, mit diesen kann man seine Kundschafter, Siedler und 
Truppen auf andere Inseln transportieren - womit wir schon beim letzten 
Bericht aus Enwor angelangt wären.

Es muss um das Jahr 180 gewesen sein, als unser Verbündeter die neue Insel 
Exevor entdeckte, daraufhin machten sich Freiherr Taurik, Lord Alberich, 
Lord Fox und ich, Satai Skar, auf, um diese neuentdeckte Insel zu 
besiedeln. Doch leider waren wir nicht die Einzigen, und es kamen noch die 
Herren Lancelot und Lucksi hinzu, welche sich ebenfalls an der Besiedlung 
Exevors beteiligten. Nach langen Verhandlungen wurde eine Einigung erzielt, 
und jeder sollte ein Sechstel der freien Ländereien auf Exevor erhalten. 
Dies ist nun schon ein paar Jahre her, und ich kann auf ein stolzes Reich 
von 197 Morgen Land und neun Städten herabschauen. Doch sehen wir, was die 
Zukunft für ToT bringt.
  

Kommen wir nun aber zu einigen trockenen Details

Die Grafik wird auf einem 640x480-Screen in 256 Farben dargestellt, d.h. es 
muss ein AGA-Amiga oder eine Grafikkarte zur Verfügung stehen, um in den 
Genuss, ToT spielen zu können, zu kommen. Den Grafiken sieht man an, dass 
an dem Spiel mit viel Liebe und Hingabe gearbeitet wird, denn die 
Hintergrundgrafiken und Figuren sind wirklich erste Sahne. Des weiteren 
finden sich auch die ganzen Gebäude und Waren, die zum Kauf oder Verkauf 
angeboten werden, im jeweiligen Screen als Raytracing-Animation wieder, so 
dass man sie von allen Seiten betrachten kann. Auf meinem 68060-Amiga habe 
ich keine Probleme mit der Darstellung der Animation, allerdings soll es 
auf langsameren Systemen (ToT ist theoretisch ab 68030 spielbar) zu 
Geschwindigkeitseinbußen kommen. Dies könnte eventuell gelöst werden, indem 
man die Animationen abschaltbar macht, was aber zum jetzigen Zeitpunkt noch 
nicht implementiert ist.

Der Sound wird wie bereits erwähnt auf einer Extra-CD ausgeliefert, welche 
sich während des Spiels im CD-ROM-Laufwerk des Amiga befinden sollte. Der 
Soundausgang des Laufwerks sollte irgendwie mit eingespeist werden, wie 
z.B. beim Amiga 4000, damit man sich die Musikstücke auch zum Spiel anhören 
kann. Je nach Situation (Spielscreen) wird ein anderes Musikstück 
wiedergegeben. Man kann natürlich auch einen Kopfhörer an den Frontausgang 
des CD-ROM-Laufwerks anschließen, allerdings hört man dann die 
Hintergrundgeräusche nicht mehr, wenn einem im Winter der Wind auf der 
Karte durch die Haare fährt oder wie die eigenen Truppen auf der Karte 
einen begrüßen, wenn man sie anklickt, oder das Vogelzwitschern im Sommer.

Wann müssen die Züge eigentlich abgeschickt werden? Jeden Tag um 12 Uhr 
ME(S)Z erfolgt die Auswertung der Spielzüge. Da diese per E-Mail geschickt 
werden, reicht es theoretisch aus, den Zug kurz vor 12 Uhr loszuschicken, 
man sollte aber immer eine gewisse Toleranz einrechnen und spätestens um 11 
Uhr den Zug gesendet haben. Dann erfolgt serverseitig die Auswertung, was 
aufgrund der geringen Spielerzahl in der Betatestphase noch recht schnell 
geht, und der Server schickt die Mails an die Spieler raus. Als Richtzeit 
ist 18 Uhr ME(S)Z angesetzt, bis dahin sollten theoretisch alle Züge 
angekommen sein, zur Zeit ist der Zug manchmal schon vor 13 Uhr da.

Aber ToT ist noch lange nicht fertig, Martin Wolf (Wolfen) hat mit diesem 
Spiel noch viel vor, so dass es in regelmäßigen Abständen Updates zu ToT 
geben wird, welche selbstverständlich kostenlos sind, um ToT zum besten 
Spiel aller Zeiten zu machen. Dort, wo noch erweitert wird, bekommen wir 
eine Meldung angezeigt, die wie folgt lautet: "Mein Lord, hier wird für Sie 
in Zukunft erweitert, damit Tales of Tamar irgendwann zum besten 
Strategiespiel aller Zeiten wird! Ihr ToT-Team".
Apropos Erweiterungen: Seit kurzem wandern auch Elfen durch die Wälder von 
ToT, und bald werden auch Zwerge die Berge bevölkern.

Aber trotz der Tatsache, dass ToT noch nicht zu 100 Prozent fertig ist, 
kann ich es nur begrüßen, dass es endlich veröffentlicht wird, denn so 
haben nun auch viele andere die Möglichkeit, an diesem süchtigmachenden 
Spiel teilzunehmen.


Preise

Wie viel kostet mich ToT eigentlich? 

Nichts!!! ToT ist kostenlos zu erhalten, lediglich die Spielzüge kosten 
Geld.

Aber das Basis-Set kostet beim Erwerb 59,90 Euro, warum das denn? 

Einmal ist im Basis-Set bereits ein Kontingent von 300 Spielzügen 
enthalten, und man erhält ein Handbuch sowie die 3 CDs mit Intro und 
Soundtrack. Diese bekommt man nicht, wenn man sich das Spiel herunterlädt. 
Dann muss man ohne diese Zugaben auskommen, aber man kann ja mit der 
Downloadversion erst mal kurz in das Spiel hineinschnuppern.

  
Die geplanten Preise sind:

80   Runden für  20 Euro (knapp 2-3 Monate)
300  Runden für  50 Euro (knapp 1 Jahr)
1000 Runden für 100 Euro (knapp 2,5 Jahre)

Also kann jeder das Spiel erst einmal für 20 Euro testen, und wenn es ihm 
dann gefällt, richtig loslegen.

  
Fazit:

Ich kann ToT allen Strategie- und Rollenspielbegeisterten nur empfehlen, 
denn ich kenne kein anderes Spiel, das einem solche Glücksgefühle bereitet, 
wenn man eine bereits verloren geglaubte Schlacht doch gewann oder wenn man 
nahe eines Herzinfarktes war, weil einen die feindlichen Truppen trotz der 
eigenen Übermacht geschlagen hatten. Kein anderes Spiel ermöglicht es in 
dieser Weise, Bündnisse zu schmieden sowie hinterlistige Pläne auszukochen 
und diese durchzuführen, um einen vermeintlichen Verbündeten zu überfallen, 
um sein eigenes Reich zu vergrößern. All das ist in ToT bereits geschehen. 
Denn das Spielziel ist es, Kaiser zu werden, und dies gelingt nur, indem 
man treue Vasallen um sich scharrt, um sein Reich zu festigen und seinen 
Stand zu erhöhen. Es gibt Lords in ToT, die bereits den Titel eines Vicomte 
inne hatten und nun wieder den Status eines einfachen Lords besitzen. All 
das macht ToT zu einem unnachahmlichen Spiel, das meines Erachtens süchtig 
macht.
  

System:                68k-Amiga (Animationen werden auch auf PPC 
                       wiedergegeben); noch in Entwicklung befinden sich 
                       Versionen für Windows, Linux, MacOS, Atari und Java.

Entwickler:            Eternity Computer

Erscheinungstermin:    September 2002

Preis:                 59,90 Euro

Kosten:                - Onlinekosten zum Spielzug holen und Spielzug 
                         senden, also max. 2-3 Minuten täglich 
                       - Kosten für die Runden (siehe oben)

Bezugsquelle:          http://www.tamar.net

  
Michael Scholz aka Satai Skar <mgf-design@t-online.de>