Der Zwischenruf
---------------

Alles Internet oder was?!

Das technische Wunder Internet hat sich in Wirtschaft, Government und 
Gesellschaft etabliert. Immer mehr Geschäftsprozesse und
Freizeit-/Konsumanwendungen gesellen sich hinzu. 

Trotz der vielen Vorteile halten langsam auch die Nachteile dieser 
technischen Innovation Einzug. In bisher nicht gekannter Aggressivität 
werden seit Ende letzten Jahres Werbemails mit mal mehr, mal weniger 
zweifelhaften Angeboten an die entnervten Empfänger gesandt. 

Insbesondere Anbieter von Pornoseiten scheinen den Nerv der Bürger 
übermäßig strapazieren zu wollen. Ob man nun von einem Anbieter umworben 
werden will oder nicht, hat zwar bislang noch nie einen Werbeprofi 
interessiert.
Irgendwann ist jedoch eine Grenze erreicht, an der es auch an den 
persönlichen Geldbeutel geht; selbst heute kostet der Internetzugang Geld. 
Haben wir das wirklich nötig?

Es ist dem Verbraucher mit keiner noch so verklausulierten Begründung 
vermittelbar, wieso man jetzt für unerwünschte Werbung auch noch zahlen 
soll. Die Webservices selbst scheinen machtlos angesichts dieser 
gigantischen Ressourcenverschwendung. Nur selten kann die Quelle der Mail 
zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Über den Einfluss der Politik oder der Exekutive kann man geteilter Meinung 
sein. In diesem Fall scheint mir jedoch das Verbraucherschutzministerium 
gefragt, sich auch dieser offenkundigen Netz-BSE-Fälle anzunehmen. Nicht 
jeder Mist hat ein Recht auf Vermarktung.

Ich jedenfalls weigere mich, wegen dieser Belästigung meinen Mailaccount zu 
ändern, zumal ich mit den Leistungen der Mailanbieter eindeutig zufrieden 
bin. Jedoch wird auch diese Branche durch die unerwünschte Werbemailflut 
wirtschaftlich geschädigt. Das kann Arbeitsplätze kosten.

Bald sind Wahlen in Deutschland, und auch dieses Problem kann man durchaus 
bei Gesprächen mit dem lokalen Bundestagsabgeordneten anbringen. Vielleicht 
bildet sich ja auch eine Netzinitiative zur Bekämpfung dieser Werbeseuche. 
Schlagen wir zurück! Es reicht!

Lebt lang und erfolgreich,

euer

Ralf Driesner <global-dries@gmx.de>