2. Zusammenfassung: Neues von der »AmiWest 2002« (von Wolfgang Hosemann)
Die Amiwest Show 2002 in Sacramento ist zu Ende. Viele Neuigkeiten gab es
nicht, aber dafür einige wenige feine.
Zuerst ist hier die Vorführung des Commodore1 zu nennen, ein "Neubau" des
guten alten "Brotkastens" C64. Er basiert auf Customchips, die von der
Entwicklerin des C1, Jeri Ellsworth, eigens zu diesem Zweck entworfen
wurden. Der C1 wurde lauffähig gezeigt, man konnte den altbekannt blauen
Bildschirm des BASIC-Interpreters bewundern und auch Programme in BASIC
laufen lassen. Der Versuch, ein uraltes "Pac Man"-Steckmodul zum Laufen zu
bringen, scheiterte allerdings mit rauchenden Leiterbahnen. Bis auf kleine
Brandblasen auf der Hauptplatine ist dem C1 aber kein Leid bei dieser
Aktion geschehen.
Neben dem C1 sind die Höhepunkte der Show sicherlich die Interviews mit
Bill McEwen und Thomas Frieden. Hier sind in Stichworten die wichtigsten
Punkte der jeweiligen Interviews:
Bill McEwen:
- OS 4 läuft derzeit schon auf Blizzard-/CyberstormPPC.
- AMIGA hinkt dem Zeitplan aus finanziellen Gründen um 18 Monate hinterher.
- Amithlon V2 ist jetzt "legal" und soll nach einer Namensänderung in Kürze
in den Vertrieb gehen.
- Mit diversen Firmen wurden Verträge über den Verkauf von Amiga Anywhere
zusammen mit den Geräten dieser Firmen abgeschlossen. Im Einzelnen
handelt es sich um die Unternehmen Sendo, O2 und Dixons Retail.
- Nach Abschluss der "I am Amiga"-Promotionsaktion wurde ein AmigaOne
verlost. Gewonnen hat der Brite John Hindle.
- Die Mitgliedschaft im "I am Amiga"-Club soll demnächst auf ein Jahr
beschränkt werden und kann danach jeweils um ein Jahr verlängert werden.
Der jährliche Beitrag soll weiterhin USD 50,- betragen.
- Mr. McEwen geht von einem Erscheinen des AmigaOne zu Weihnachten aus.
Thomas Frieden:
- ExecSG ist praktisch fertiggestellt.
- An Intuition wird noch intensiv gearbeitet.
- Der TCP/IP-Stack ist praktisch fertig; es handelt sich um den derzeit
schnellsten für den Amiga verfügbaren Stack.
- Die derzeitige Entwicklung des OS 4 wird mit Hilfe von Classic-Systemen
vorgenommen.
- Die Spezifikationen des HAL (Hardware Abstraction Layer) sind derzeit
noch im Fluss. Sobald diese feststehen, ist eine Anpassung an den
AmigaOne eine Frage von ein oder zwei Wochen Entwicklungsarbeit.
- Das System für Virtual Memory (virtueller Speicher) wird von Grund auf
neu designed und implementiert.
- Das sogenannte Early-Startup-Menu (der Bootscreen) bleibt auch im OS 4
erhalten.
Ferner wurden auf http://os.amiga.com/os4/OS4GUIPre.php weitere vorläufige
AmigaOS4-Screenshots veröffentlicht.
Wolfgang Hosemann <whose@gmx.de>