5. Kurzanleitung: FFS-Festplatte unter Suse Linux 7.1 (von Andreas Kiefl)

Ich habe heute einen Kernel für Suse 7.1 kompiliert, mit dem ich auf dem PC 
auf eine Amiga-formatierte Platte zugreifen kann. Wer es selbst probieren 
will, hier kurz die Vorgehensweise:

Zuerst müssen die Kernelsourcen installiert sein. Wenn nicht schon 
geschehen, sollte man das jetzt mit Yast2 nachholen. Dann als root eine 
Shell (z.B. xterm) öffnen und ins Verzeichnis "/usr/src/linux" wechseln. In 
dieser Shell (z.B. xterm) "make xconfig" eingeben. Dann kommt eine 
graphische Oberfläche, bei der man alles Nötige aktivieren kann. Hier muss 
vor allem bei "filesystems" affs-Support aktiviert werden. Beim Restlichen 
kann das Vorgegebene unverändert übernommen oder auch nach Bedarf geändert 
werden. Anschließend das Ergebnis abspeichern und xconfig beenden.

Jetzt sollte eine Sicherheitskopie des derzeitigen Kernels /boot/vmlinuz 
unter anderem Namen (eventuell vmlinuz_old) erstellt werden. Anschließend 
nacheinander folgende Befehle abarbeiten (ohne " "). Dazu muss man wieder 
im Verzeichnis /usr/src/linux sein.

"make dep"                       überprüft Abhängigkeiten
"make clean"                     räumt den Festplattenbereich auf
"make zlilo"                     übersetzt und installiert den Kernel
"make modules"                   übersetzt die Module
"make modules_install"           installiert sie.

Zwischen den einzelnen Befehlen abwarten, bis der Computer den jeweils 
letzten Befehl abgearbeitet hat. Das kann unter Umständen einige Zeit 
dauern.

Nach Ende dieser Prozedur ist jetzt im Verzeichnis /usr/src/linux die eben
entstandene Datei "vmlinux" zu sehen; diese ins Verzeichnis /boot unter dem
Namen "vmlinuz" kopieren.

Wer Schwierigkeiten mit dem Kopieren unter Linux hat, kann es auch mit mc
(Norton-Commander-Clone) oder mit tkdesk versuchen, damit geht es ganz 
einfach.

Jetzt den Computer runterfahren, ausschalten und die Amiga-Platte einbauen. 
Anschließend neu starten. Es startet dann schon der neue Kernel. Nun muss 
ein neues Verzeichnis "/amiga" angelegt und der Datei "/etc/fstab" die 
Amiga-Platte hinzugefügt werden.

Beispiel:

/dev/hdc1 /amiga affs noauto, user 0 0

Ähnlich wie die dort schon stehenden Windows-Partitionen, nur muss statt 
"vfat" oder "msdos" "affs" eingetragen werden. Dabei "hdc1" durch die 
Position der Amiga-Platte ersetzen. Wenn sie die erste am zweiten IDE-Port 
ist, kann man "hdc1" so stehen lassen.

Nun noch in einer Shell (xterm) den Befehl "mount /dev/hdc1" (oder "hdc2", 
"hda2", etc., je nachdem, wo die Amiga-Platte ist) eingeben. Anschließend 
müsste die Amiga-Platte unter "/amiga" zu öffnen sein.

Falls wider Erwarten Probleme auftauchen, kann der neuen Kernel wieder 
durch den alten ersetzt werden. Das gilt auch, wenn bestimmte Dinge nicht 
mehr wie erwartet funktionieren sollten. Eventuell reicht es ja auch, den 
neuen Kernel als "vmlinuz_ami" zu sichern und nur bei Bedarf, d.h. wenn 
Daten von Amiga-formatierten Platten auf den PC kopiert werden sollen, zum 
Starten zu verwenden.

Andreas Kiefl <kieflrunding@web.de>