Abschluss des RPG-Workshops
Mit Teil 10 endet hier der rpgkampf-workshop.Vom beginn an wollte ich mit dieser Serie die zusammenhänge in RPGs (am Amiga) darstellen wobei ich schon auf neuerscheinungen gehofft habe.Leider muss dieser regelmässige artikel hier enden,weil mir erstens nichts mehr einfällt und zweitens die Spiele zum vorstellen ausgegangen sind. Ein wechsel der ziele des workshops von den RPGs am Amiga hin zu Konsolenspielen oder PC-murks steht wegen fehlender Hardware nicht zur verfügung.Allerdings wird Teil 10 die weitere fortsetzung von RPG-serien ausserhalb unserer Plattform behandeln. Bedanken möchte ich mich bei allen die den workshop verfolgt haben und besonders bei jenen welche meine artikel in ihre Top 5 gesetzt haben.
veränderung durch TechnikSeit der anfangszeit der Computerspiele ist sehr vieles verbessert aber auch verschlechtert worden.Gerade RPGs haben in jüngster Zeit unter der umsetzung in 3D zu leiden,denn oft geriet die Grafikengine zum selbstzweck und das eigentliche spiel in den Hintergrund.So reduzierte sich zu beginn des 3D-booms die zahl an RPG-neuerscheinungen drastisch von einem brauchbaren Marktanteil zu einer Ware mit seltenheitswert.Die eher trockenen spiele mit starken Handbüchern sind komplett verschwunden und machten Platz für mehr optisch aufwendige,aber spielerisch sehr einfach gestrickte Modelle. Ein gutes Beispiel ist dafür Diablo,ein spiel das sich auf actionelemente stützt und den RPG-bereich nur als drumherum benutzt.Ob ein solches spiel nun Zaubersprüche oder extrawaffen anbietet ändert nur den Typ der eingesetzten Grafiken aber nicht die Spielmechanik.Zwar ist Diablo als Isometrisch von oben dargestelltes spiel kein 3D-vertreter,aber sein spielsystem zeigt sowenig RPG-eigenschaften dass man es eher zu den actionspielen rechnen muss (wie zb auch Dragonstone,SperisLegacy,usw). Noch mehr auf eindrucksvolle Bilder setzen reine 3D-spiele und glücklicherweise hatte man da doch ein einsehen und bewarb sie nicht mehr als RPG. Natürlich endeten RPG-serien nicht immer schon vor einigen Jahren und so wurde sowohl Might&Magic als auch Wizardry und Ultima fortgesetzt.Teilweise änderte sich hier kaum etwas und dieses festhalten an bewährten mechanismen hat sicher auch mit der sehr langen zeitspanne zu tun in denen neue Teile dieser RPGs erscheinen. Zu den langjährigen RPG-herstellern kamen als spielenachschublieferanten nur wenige Firmen hinzu,obwohl einige sich aus der Produktion von RPGs verabschiedet haben.Fleissig arbeiten da die asiaten mit ihren Konsolenspielen am modernen spielekonzept,dagegen ist im Computerbereich eher ein rückschritt vom komplett fertigen RPG hin zu nachbesserungsbedürftigen spielen zu beobachten.
Lizenzen und die FolgenDa einige RPGs auf spielewelten basieren für deren benutzung eine lizenz vonnöten ist,kann ein wechsel des Teams schon grosse auswirkungen auf das Spiel haben. Die alten AD&D-titel kamen von SSI und waren durch das mehr auf strategiespiele gerichtete angebot auch stärker von genauen Regelumsetzungen und taktischen Feinheiten geprägt als spätere Umsetzungen.Gut erkennbar ist dies bei der klaren einteilung in ein rundenbasiertes kampfsystem und die notwendige Teamarbeit der charaktere im vergleich zu den "nachfolgern" BaldursGate oder IcewindDale. Hier bekam die abkehr von "gemeinsam sind wir stark" hin zu "hauptsache onlinefähig" eine unverdiente bedeutung und so musste die "einzelspielerversion" erst wieder umständlich vom benutzer in den RPG-üblichen Teammodus gebracht werden um nicht durch die hirnlosen verhaltensweisen PC-gesteuerter NPCs mehr Probleme als nötig zu bekommen. Sicher ist ein zusammenspiel mehrerer menschlicher Spieler besser als allein herumzuwursteln aber ein gemeinschaftserlebnis würde ich nicht "online" vor dem Bildschirm sondern eher mit anderen am spieltisch suchen! Ein weiteres Problem der "nicht-SSI" varianten ist die kreative Regelauslegung, welche in BaldursGate 1/2 zb die (meiner meinung nach nie richtig getesteten)Kämpfe unnötig erschwert,weil Regeln nur für spielergesteuerte Figuren zu gelten scheinen. Man hat mit dem einsatz neuerer versionen der AD&D-regeln sicher änderungen im Spiel erhalten die auf die "tischversion"zurückgehen aber die lösung wie die Regeln das Spiel beeinflussen sind schon Softwareseitig vermurkst worden. Aus einem geordneten ablauf wurde durch freie bewegung im Raum und die ständige scharfschaltung von Fallen ein Nachteil des spielers eingebaut,der dann noch durch ignorieren von Regeln durch PC-kontrollierte Gegner zum künstlich aufgepumpten schwierigkeitsgrad wird.Statt sich an der soliden spielmechanik zu orientieren wurde die moderniesierung des sichtbaren und hörbaren Teils eines RPGs zum wichtigsten ziel.Eine kombination aus alt und neu wäre für mich die einzige "umsetzungswürdige" RPG-variante für die Zukunft.
Taktik?Ja wo is sie denn? Das erste "opfer" der modernisierung waren Rundenkampf und spielfeldeinteilung. Aus gezielten,wohlüberlegten Handlungen wurde nun schnelles reagieren und der einsatz möglichst wirksamster attacken um im wilden durcheinander nicht überrannt zu werden. Die verwendung eines sichtbereichs ist eigentlich eine gute Sache in einem RPG. Wenn es aber dann kaum möglich ist mit einer gruppe von gegnern fertig zu werden und man daher alle erst einzeln in einen Hinterhalt locken muss geht doch sehr bald die motivation baden und langeweile bestimmt die geistig anspruchslose Kampfsituation. Als"hilfe" besteht ohne die einteilung in Felder und mit der blödheit der NPCs ständig die gefahr sich selbst zu schaden.So beherrschen zb NPCs es in wirkungsbereiche aktiver Zaubersprüche zu laufen (egal ob vom PC oder Spieler gewirkt).Außerdem ist es so kaum möglich das exakte zielgebiet flächendeckender Zauber zu bestimmen weshalb man daher immer nur zufallstreffer erwarten kann da sich die gegner ja auch noch bewegen. Die action regiert also das geschehen und es ist da nicht verwunderlich wenn hier Regeln nur für spieler gelten und auch Fallen nur vom spieler ausgelöst werden(auch wenn der gegner nur 1 sekunde zuvor genau da drübergelatscht ist!!).
gibt es noch Hoffnung?Manchmal rettet ein einzelnes spiel ein genre vor dem inhaltlichen Stillstand. Bei den RPGs könnten der wiedereinstieg von SSI (Pool of Radiance2) und die verbesserungen in Icewind Dale (im vergleich zu BaldursGate) den Computer-RPGs helfen nicht von den Konsolen untergebuttert zu werden.Die käufergruppe dürfte hier sich zwar überschneiden aber die unterschiede dürften ausreichen um das überleben der RPGs als fester bestandteil der Computerspiele zu sichern. Andreas Guldner |