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Mitsumi-Brenner Nachdem ich versucht hatte so billig wie jeder herkömmlich PC-User wegzukommen indem ich mir einen neuen CD-Brenner für meinen Amiga beim Karstadt um die Ecke kaufe, musste ich nach insgesamt vier Fehlkäufen wegen Inkompatibilität einsehen, dass ich um den etwas teueren Amigafachhandel wohl nicht herumkommen würde. Also rief ich bei KDH an und zwei Tage später hatte ich einen Philips CDRW 1200 in meinen Tower eingeführt nur um gleich darauf - inzwischen mit der Software und dem Installieren neuer Laufwerke vertraut - festzustellen, dass dieser beschädigt war und AudioCDs nicht fehlerfrei einlesen konnte. Aber so etwas ist bei KDH kein Problem: Zurückgeschickt und dafür das neu hereingekommene Mitsumi CR-48x8TE bestellt, dass hier und jetzt vorgestellt werden soll. Zu Anfang eine kurze Bemerkung über die verwendete Brennersoftware: MakeCD (ich besitze V3.2c und arbeite mit der V3.2d Public Beta 9) scheint zu Anfang recht kompliziert für Ungeübte, dies sollte aber niemandem Angst machen, da man das Programm auf Anfängermodus schalten kann, bzw. sich das Programm nach der Installation schon in diesem befindet, bei dem man nicht viel falsch machen kann. Doch als Experte weiß man mit der Zeit die vielen zusätzlichen "Kleinigkeiten" sehr zu schätzen. Die Laufwerke werden damit auch meist automatisch erkannt, nur bei ganz Neuen wird man um den Standard-SCSI-Treiber nicht herumkommen, der aber leider auch kein Alleskönner ist! Als Testcomputer kam ein A1200 im Elboxtower mit Blizzard 060/50mhz und 64MB Ram zum Einsatz, der außer zwei Festplatten, die mittels IDEFix97 verbunden sind, einem externen HD-Floppy, einem Flickermagic-T und dem zu testenden CD-Brenner noch recht leer ist. Beim Öffnen des Packetes musst ich leider gleich als erstes feststellen, dass wie immer bei Amigahändlern weder eine deutsche Beschreibung (in diesem speziellen Falle war zwar ausnahmsweise eine dabei, nur leider in keiner mir bekannten Sprache), noch leere CDRs, Brenner-Software oder Kabel zur Verbindung mit einer Soundkarte beigelegt waren, wie man es beim Kauf eines CDRs im PC-Handel in der Nähe gewohnt ist. Aber da es von einem erfahrenen Amigahändler kam bestand die berechtigte Hoffnung, das es auch wirklich funktioniert. Als zweites viel mir auf, wie unglaublich hässlich dieser kleine Asiate war. Natürlich soll man nicht vom Äußeren auf die Funktionalität schließen, aber etwas mehr Ästethik war ich von allen anderen Modellen die ich bisher gesehen hatte schon gewohnt. Nunja, dafür ist das Mitsumi im typischen Amigabeige gehalten anstatt im dunkleren PC-Grau. Der Einbau verlief ohne Probleme und die Konfiguration am IDEFix, zweiter Strang Port 1, war schnell erledigt. Das Fertigungsdatum war laut Stempel August 2001, was ziemlich lange her war dafür das ich es im Dezember als Neuware gekauft hatte. Das Lesen von DatenCDs klappte auch sofort und ging recht flott, subjektiv betrachtet. SCSI-Bench lieferte neben der Revision V1.1B entsprechend gute Ergebnisse für ein IDE-Gerät am Amiga ohne Expressoption. Die Übertragungssrate lag bei 1300cps bis 1600cps. Die Fehlkäufe waren zwar etwas schneller, aber hatten dafür andere Probleme. Aber auch die blieben bei dem Mitsumi nicht lange unentdeckt. Die Geschwindigkeiten waren vom Hersteller mit 48-fach Lesen, 8-fach Brennen und 4-fach Wiederbeschreiben angegeben, wogegen KDH mir am Telfon die folgenden Werte mitgeteilt hatte: 12-fach Lesen, 8-fach Brennen und 4-fach Wiederbeschreiben. Nungut, auch diese Werte wären mir recht gewesen, aber es sollte anders kommen... Nach einigen Abbrüchen beim Testbrennen mit MakeCD wegen Bufferunderruns, die ich mir nicht erklären konnte da ich 50MB Ram zur Verfügung stellte und auch die Chunks angepasst waren - das genaue Lesen der Softwareanleitung hatte sich hier wirklich bezahlt gemacht - musste ich feststellen, dass das Laufwerk einfach nur 4-fach Schreiben kann. Später erkannte ich, dass MakeCD nicht wie bei anderen Laufwerken den Puffer schneller bedient, sondern dass das Laufwerk stehts mit höherer Geschwindigkeit schreibt, als Daten in den Puffer geladen werden. Dies kann man allerdings auch mit herabsetzen der Brenngeschwindigkeit nicht ändern, was sicher am Befehlsatz und/oder der Priorität des Laufwerkes liegt. Mit 4-facher Geschwindigkeit konnte ich mich ja noch abfinden, aber beim Schreiben von DatenCDs mit vielen kleinen Dateien, tauchte das selbe Problem leider auch in dieser niedrigen Geschwindigkeit auf. Trotz meines großen Puffers wurde dieser bis zum Ende des Brennvorgangs nicht immerwieder ganz aufgefüllt, was ich dem kleinen - vom Hersteller aber leider nirgendwo angegebenen - internen Speicher des Laufwerkes zuschreiben würde. Die einzige Lösung hierfür ist das Anlegen einer Imagedatei, was die Brennzeit natürlich verdoppelt. CDRs Wiederbeschreiben funktioniert mit diesem Laufwerk auch, aber das ist noch problematischer und äußerst langsam. Außerdem entstehen - bei mir zumindest - durch die obengenannten Geschwindigkeitsprobleme oft fehlerhafte Medien. Da ist es dann doch billiger, umweltschonender und weniger nervenaufreibend, 50 Eurocent mehr für einen weiteren "normalen" Rohling auszugeben! In jedem Falle sollte man es aber vermeiden etwas anderes als vielleicht Textverarbeitung neben dem Brennvorgang zu machen. Besonders CPU-lastiges ist nicht zu empfehlen, denn dann klappt es mit dem Mitsumi überhaupt nicht und man kann glücklich sein im Testmodus gebrannt zu haben wenn mal wieder ein Track nicht vollständig geschrieben wurde! Aber es ist eine Fehlinformation, die in diversen Amiganewsgroups rumgeht und unbedingt beseitig werden muss, dass man mit dem Amiga generell nur 4-fach brennen kann. Ich selbst habe mit den neuesten Laufwerken in Geschwindigkeiten höher als 8-fach gebrannt, nur leider wurden diese nicht direkt von MakeCD unterstützt, sodass z.B. kein DAO-Modus (Disc-At-Once) verfügbar war. Beispiele dafür sind der neue Acer (48-fach Lesen, 24-fach Schreiben und 16-fach Wiederbeschreiben), ein alter HP (8-fach, ohne Wiederbeschreiben) und der neue Ricoh. Diese hatten 1A-Geschwindigkeiten auf dem selben Computer und haben das System minimal belastet, sodass ich neben dem Brennen ohne Probleme LZX-Archive packen, Musikabspielen, Kopieren von Datein auf der Festplatte UND Texte verarbeiten konnte. Allerdings hatten alle leider das Problem, dass es keine direkten Treiber gab und das der Standardtreiber von Make CD keine für sie vollständigen Befehlsätze hatte, sprich dass z.B. DAO nicht möglich war und im TAO-Modus (Track-At-Once) die 2 Sekunden Pause aus Pfeiftönen bestand. Fazit: Das neue Mitsumi-CDR tut trotz seines unangenehmen Äußeren seine Arbeit. Es ist leider nicht das Beste (Komfortabelste), das man sich wünschen kann und auch nicht das Schnellste, doch man kann es am Amiga nutzen. Ich bin zwar nicht wirklich zu frieden mit der Geschwindigkeit und der Systemauslastung, aber ein anderes IDE-Laufwerk hatte KDH leider nicht mehr vorrätig, also habe ich mich damit abgefunden nur 4-fach brennen zu können und bei DatenCDs mit der doppelte Brennzeit zu rechen um eine Imagedatei anzulegen und so den Bufferunderun zu vermeiden. von Marc "Zito" Oberst |