4. Preview: Die Völker

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Auf dem Amiga (Mindestvoraussetzungen am Schluss) soll bald "Alien 
Nations", bei uns besser als "Die Völker" bekannt, erscheinen. Also habe 
ich meinen Bruder beauftragt, sich das Game mal auf dem PC für mich 
anzuschauen. Lest, was er zu diesem Spiel sagt:

Screenshot:
Screenshot

»Da ich einen PC habe, musste ich mal wieder für einen kleinen Test 
herhalten. Ich habe "Die Völker" früher immer gerne gespielt und spiele 
jetzt sehr gerne den zweiten Teil. Um mich an den ersten Teil zu erinnern 
(3 Jahre her), habe ich mir das Spiel noch mal installiert.
Worum geht es? Die Völker ist ein Aufbaustrategiespiel á la "Die Siedler". 
Zwar kommen im weiteren Spiel auch Kampfelemente, aber der Aufbau nimmt den 
größten Teil ein.

Das Spiel beginnt mit einem sehr lustigen Intro. 2 Weltraumstörche sollen 
drei Babys verschiedener Rassen auf 3 Planeten absetzen. Da sie aber total 
besoffen sind und lieber noch einen heben möchten, setzen sie die drei 
Babys auf 1 Planeten ab.
So entwickeln sich drei unterschiedliche Rassen auf einem Planeten:

- Die Pimmons, blaue Steinzeitwesen.
- Die Amazonen, wirklich schnuckelige Frauen.
- Die Sajikis, eine sehr aggresive Insektenrasse.

Screenshot:
Screenshot

Bevor man in die 20 Missionen pro Rasse einsteigt, gibt es 5 
Tutorialmissionen, die einen in das Spiel einweisen.
Und hier entdeckt man direkt die beiden Stärken von "Die Völker": Eine 
wirklich atemberaubende Grafik, zwar im Comicstil, aber alles bewegt sich, 
super Farben und wirklich zum Knuddeln süße Animationen der Bewohner, und 
zum anderen die perfekte Steuerung. Trotz der Tatsache, dass jedes Gebäude 
(und davon gibt es 75!) und jeder Spieler (auch mal über 1000) auswählbar 
und mit Optionen belegbar ist, weiß man immer, welche Möglichkeiten man 
hat. 
Der Einstieg in das Spiel ist wirklich kinderleicht. Die ersten Missionen 
(pro Rasse) auch noch. Dann wird der Schwierigkeitsgrad angezogen. Aber 
langsam und ausgewogen. Auch das gefällt mir sehr gut.

Screenshot:
Screenshot

In "Die Völker" müsst ihr mit strategischem Weitblick dem eigenen Volk 
größtmöglichen Wohlstand sichern, die dazu nötigen Ressourcen 
erwirtschaften und eure Siedlungen gegen feindliche Übergriffe verteidigen. 
Zahlreiche Bau- und Entwicklungsoptionen stehen dafür zur Verfügung. 
Von Jägern und Sammlern kann euer Volk zu fleißigen Ackerbürgern gemacht 
werden, Forschung im volkseigenen Labor ermöglicht den Bau neuer Einheiten 
und Gebäude, und geschickter Handel mit befreundeten Nachbarn bietet 
lukrative Einnahmequellen. Was richtig Spaß macht, ist der große 
Forschungsteil. Nur so erfindet man neue Häuser und Erweiterungen. Auch 
Arbeiter wachsen nicht (wie noch bei "Die Siedler") an den Bäumen, sondern 
müssen von teuer bezahlten Lehrern ausgebildet werden. Das ist manchmal gar 
nicht so einfach, da die Schule nur ein paar Leuten Platz gewährt und die 
Ausbildung Zeit braucht.
Eure Völker entwickeln ein Eigenleben. Mit fortschreitendem Wachstum 
verlangen sie nach Wirtshäusern, Zeitungen, Theatern und anderem Luxus. 
Solide Finanzplanung ist hier von Nöten, denn jedes Gebäude hat natürlich 
Betriebskosten.
Unterschiede im Verbrauch von Ressourcen, in der Forschungsgeschwindigkeit 
und bei den Kampfeinheiten machen für jede Rasse andere Vorgehensweisen 
notwendig.

Screenshot:
Screenshot

Mein persönliches Fazit: Das Spiel ist jetzt natürlich nicht mehr auf dem 
neusten Stand. Aber davon abgesehen ist es ein sehr ausgewogenes Spiel, das 
niemals Langeweile aufkommen lässt. Es verfügt über sehr gute Missionen und 
eine wirklich überaus gelungene Steuerung.
Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung. Und ich hoffe für alle Amiga-
User, dass der zweite Teil auch noch umgesetzt wird. 

Ansgar«


So, dass hört sich ja schon mal ganz vielversprechend an. Im Anschluss gibt 
es nochmals die komplette Featureliste, die laut Titan auch bis auf eine 
kleine Einschränkung im Multiplayermodus (keine Vernetzung mit PC, dafür 
aber mit Amiga und MAC über TCP oder LAN) 1:1 umgesetzt werden soll:

- riesige 3D-Landschaft 
- drei unterschiedliche Völker 
- 75 unterschiedliche Gebäude und 85 Berufe 
- Spielfeld stufenlos zoombar 
- Forschung mit 100 Erfindungen 
- "Lebendige" Welt mit Wildtieren und Bewohnern, die ihrem Tagwerk 
  nachgehen 
- Schulsystem zur Ausbildung von Bewohnern 
- Erfahrungssystem bei Kampfeinheiten 
- Hoher Wuselfaktor 
- Leichte Zugänglichkeit 
- Kampagnen mit 20 Einzelmissionen pro Volk 
- Multiplayer-Modus
- 3D-Karten werden unterstützt  
- Hervorragende und detailreiche Grafik mit liebevollen Animationen 
- Diplomatiesystem 

Und nun zu der alles entscheidenden Frage: Wird das Spiel auch für den 
"Classic-Amiga" erscheinen? Auf der Homepage steht dort "noch" ein JA (PPC 
und massig Speicher vorausgesetzt), aber gerade dieser Speicherverbrauch 
stellt ein Problem dar. Originalton Michael Garlich (Titan): »Tja, und die 
Amiga-Umsetzung macht heftigste Probleme: Der Speicher reicht hinten und 
vorne nicht. Sieht schwer nach einer MorphOS/OS4-only-Geschichte aus, denn 
wir bekommen den Speicherverbrauch ohne VM nicht unter 128 MB.«

Jürgen Theiner <Juergen.Theiner@t-online.de>