AMIGA-aktuell-Forum
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In dieser Rubrik sind die - bei den meisten anderen Magazinen getrennt
geführten - Rubriken "Leserbriefe", "Kleinanzeigen", und "Problemecke"
zusammengefasst.
Wenn Ihr einen Beitrag habt, schreibt bitte an:
Carsten Schröder
Helmoltstraße 10
37081 Göttingen
E-Mail: aakt@aakt.de
1. Die Frage des Monats - wir möchten eure Meinung erfahren
Jeden Monat stellen wir euch in dieser Rubrik eine Amiga-bezogene Frage
oder machen eine provokante Bemerkung (die übrigens nicht unbedingt unsere
Meinung wiedergeben muss), in der Hoffnung, dass ihr euch möglichst
zahlreich mit Kommentaren zu Wort meldet. Wir werden eure Beiträge in der
jeweils folgenden Ausgabe veröffentlichen. Schickt sie an aakt@aakt.de
Die Frage des letzten Monats lautete:
»Wie stehst du zu folgender These: Ein Rechner mit AmigaOS, aber ohne 68k-
Prozessor und Customchips ist kein Amiga!«
Erfreulicherweise war die Beteiligung diesmal sehr rege - hoffentlich
handelte es sich nicht nur um eine Eintagsfliege. Nahezu alle Statements
besitzen ein und denselben Tenor: Der Amiga wird nicht oder kaum durch
seinen 68k-Prozessor bzw. die Customchips definiert - vielmehr ist das
Betriebssystem das Entscheidende.
Hier sind alle Zuschriften, die uns erreicht haben (im Anschluss daran
folgen noch drei zu spät eingegangene Stellungnahmen zur Frage des Monats
der Aprilausgabe):
Bernd Gaußmann urteilt so: »Das stimmt natürlich einerseits, wenn man auf
das klassische Amiga-Design abstellt. Andererseits hat dieses Konzept
allerdings, technisch gesehen, schon ein paar Jährchen "auf dem Buckel".
Erwartet man auch auf einem Amiga-Computer Software in einer Qualität wie
sie auf anderen Plattformen zu finden ist (z.B. aufwändige 3D-Spiele), hat
AMIGA, Inc. mit seiner Firmenpolitik einen Weg eingeschlagen, der meiner
Meinung nach der richtige ist.
Ein nativ auf PowerPC-Basis laufendes AmigaOS und neue Hardware (Pegasos,
AmigaOne G3/G4) ist ein wichtiger Schritt in eine mögliche Zukunft und
bietet zudem Leistungsreserven für modernere Software. Hinzu kommen
zeitgemäße Schnittstellen - auch nicht zu verachten.
Etwas verunsichert wird man allerdings durch die zwei angekündigten
PowerPC-Lösungen, die (noch) auf unterschiedliche Betriebssysteme zu setzen
scheinen (MorphOS/AmigaOS4.0).
Ein Amiga-Emulator, der auf einem AMD-Rechner läuft, ist meiner Meinung
nach keine adäquate Lösung für die Zukunft des Amiga.«
Wolfgang Haas meint: »Das ist eine Grundsatzfrage. Wann ist ein Amiga ein
Amiga? Seit ich unter Linux meine Shell aussuchen kann, wandelt sich auch
das Amiga-Bild. Ich habe auch Amithlon und AmigaOS XL. Würde eine Firma
einen Amiga auf den Markt werfen, der auch die Amiga-Disketten verarbeiten
kann, wäre ich schon bereit, meinen 2000er und 4000er abzugeben. Letztlich
haben Athlons mit 1 GHz derart viel Power, dass eine gesamte 68000-Umgebung
emuliert werden kann. Ich selbst programmiere nicht auf dem Amiga, sondern
nutze nur fertige Softwarepakete. Ich kann mir aber vorstellen, dass es
durchaus Probleme mit der Programmstrukturumsetzung gibt.«
Cord Hagen ist dieser Ansicht: »Wir alle kennen das sogenannte Amiga-
Feeling, wenn wir mit den Classic-Systemen arbeiten und spielen. Ob dieses
typische Arbeitsgefühl tatsächlich auf derart andere Hardware portiert
werden kann, ist tatsächlich fraglich. Ich würde da aber über ungelegte
Eier gar nicht weiter nachdenken wollen - ich will mich dann, wenn es
soweit ist, lieber selbst davon überzeugen. Ich habe auch nie zu den
Amiganern gehört, die bei der bloßen Ankündigung eines neuen Systems gleich
gerufen habe "Will ich haben, muss ich haben, wo kann ich es
vorbestellen?". Wie kann man ein Produkt kaufen, welches man nicht im
geringsten kennt, das noch nicht mal in der Praxis existiert und wozu es ja
noch nicht mal Erfahrungsberichte gibt? Nur weil ein Amiga-Aufkleber am
Gehäuse angebracht ist? Nun, wer es sich leisten kann, ein solch teures
Überraschungspaket zu kaufen, warum nicht? Ich gehöre leider nicht dazu.
Wenn der neue auf dem Markt ist und mich überzeugt, dann kaufe ich das
System auch - gleich, mit welcher Hardware es arbeitet - es hat mich dann
ja scheinbar überzeugen können.
Rein marketing-technisch finde ich den A1.5 nicht ganz so optimal. Trotz
der nicht mehr zeitgemäßen Hardware kann da nur noch der Gesamteindruck zur
Kaufentscheidung führen. Von den technischen Daten her, wird dieses System
aber leider nicht für Aufmerksamkeit bei Fremd-Usern sorgen können. Am
Jahresende werden die Windows-User die 3GHz-Schallmauer durchbrechen und
ich befürchte, dass wir dann immer noch auf 600MHz-CPUs hocken werden, und
das zu weit höheren Preisen. Für Amiga-Fans alles kein Thema - wir wissen,
dass nicht allein eine hochgetaktete CPU das ganze System ausmacht. Für den
Amiga-Markt wird das neue System ein guter Schritt sein, aber ob der
restliche Markt darauf aufmerksam wird?
Ich persönlich wäre auch für das Motto "Weniger ist oft mehr" gewesen.
Lieber weg mit den PS/2-Anschlüssen und dafür mehr USB2.0-Slots!
Diskettenlaufwerk raus und CDRW als Standard rein! Serialports weg und
vielleicht FireWire rein. So irrsinnig sich das erst mal anhört, aber
allein durch das Weglassen völlig veralteter Technologien, die eigentlich
überflüssig geworden sind, wirkt ein System schon moderner. Firmen wie IBM
und Co. versuchen schon lange Zeit, die alten Komponenten aus dem Standard
zu hebeln, und ich meine, auf serielle- und PS2-Anschlüsse kann man
wirklich verzichten, und Diskettenlaufwerke nutzt heute auch kaum noch
jemand, sofern CDRW-Nutzung in optimalem Umfang im OS integriert ist, ich
also die CDRW auch wie eine Diskette nutzen kann, ohne extra Programme
aufrufen zu müssen.
Hier hätte die neue Amiga-Plattform den richtigen Schritt gehen können und
sich von vornherein von altem Ballast befreien können.«
Kai Eckardts Antwort lautet wie folgt: »Zur Frage, ob ein Amiga Chipset und
68k-CPU haben muss, denke ich: Nein, muss er nicht. Wichtig ist ein
Betriebssystem, das durchschaubar ist. Allerdings halte ich nicht viel vom
x86-Prozessor. Der ist zu kompliziert, da muss man wissen, welcher Befehl
mit welchem Register verwendet werden darf. Dürfte den meisten Usern egal
sein, aber mich interessiert so was schon.«
Jens Bache ist dieser Auffassung: »Ein Computer mit AmigaOS aber ohne
Customchips und 68k-CPU ist zwar kein Amiga, wie er es eigentlich im
Original ist, ich finde aber, dass es kein Problem ist, wenn eine andere
Hardware zum Einsatz kommt. Solange das AmigaOS darauf nativ läuft,
bezeichne ich es als Amiga.«
Andreas Riefe schreibt: »Heutzutage wäre ein Amiga mit 68k-CPU überhaupt
nicht mehr lebensfähig. Ich bin seit 1993 begeisterter Amiganer und habe
ein CD32, A600 und A1200 mit PPC-Board. Es ist mir immer noch ein Spaß, mit
Final Writer zu arbeiten, obwohl ich auch mit Office XP arbeiten könnte.
Schlecht wäre, ein PC mit einem Amiga-Ball zu versehen, weil der Amiga
immer eine Alternative zum PC dargestellt hat.
Ein 68k-Prozessor darf es heute nicht mehr sein, aber es sollte auf keinen
Fall eine auf Intel basierende Maschine werden. Ich könnte mich mit AMD
anfreunden!!
Das Amiga-OS in sinnvoller Weiterentwicklung und einem guten Preis-
Leistungsverhältnis, aber trotzdem IBM-kompatibel, wäre ein prima System.«
Achim Stegemann führt aus: »Für mich gilt: Generell ist nicht die Hardware
entscheidend für das "Gewisse Etwas", das ein Betriebssystem ausmacht, egal
ob das nun Windows, MacOS, Linux und eben auch AmigaOS ist.
Was doch jeder Benutzer am Amiga schätzt, ist seine Benutzerfreundlichkeit,
Einfachheit und hohe Effizienz der Rechnerleistung. Das alles hängt aber
mit dem Betriebssystem zusammen und nicht mit der Hardware.
Daher gilt für mich, dass, egal ob nun ein 68k, PPC oder gar x86 (Puristen
mögen mir verzeihen) als Herz schlägt, egal ob ich auf einem Original-
Amiga, UAE oder Amithlon "meinen" Amiga bediene, dort wo Amiga-Software
läuft, auch ein Amiga ist.
Ich weiß, dass viele "Hardcore"-Amiganer Amithlon und UAE als Verrat
ansehen. Aber sie vergessen, dass unsere geliebte Hardware alt wird. Was
also machen, wenn man auf seinen Amiga nicht verzichten will, wenn einem
der Amiga kaputt geht? Wenig Alternativen, die günstig sind, gibt es nicht.
Was die Customchips betrifft: Ich benutze schon seit langem keine
Customchips mehr. AGA ist auf meinem 4000er verbannt. Ich benutze nur noch
Software, die auch auf Grafikarten lauffähig ist. Wenn ich mal wirklich
Lust auf ein AGA-Spiel bekomme (oder gar noch älter), dann benutze ich
WinUAE. Tatsächlich ist WinUAE kompatibler zu älteren Spielen als es mein
4000er mit CybervisionPPC und einem PPC604e je gewesen ist. Auch hier sieht
man doch deutlich, dass selbst ein Original-Amiga nicht unbedingt DER Amiga
sein muss.
Schmerzlicher wird es beim Soundchip. Zwar haben mittlerweile die meisten
Anwender eine Grafikkarte, aber eine Soundkarte eher die wenigsten im
Amiga. Aber auch hier gilt bei Emulationen: AHI ist Standard, und Paula
wird ebenfalls von allen Emulatoren emuliert.
Fazit für die Frage des Monats: Auch ein AmigaOS ohne 68k und Customchips
ist ein Amiga. Denn das Innenleben ist doch uninteressant. Das was der
Benutzer tun kann und wie er es tun kann, das ist das Entscheidende für
mich, was das Amiga-Feeling angeht.«
Kai, mit Nachnamen ebenfalls Stegemann meint: »Heutzutage geht das schon in
Ordnung. Man kann sogar soweit gehen, dass auch ein Rechner ein Amiga sein
kann, ohne dass der Name draufgepappt ist. Im Umkehrschluss kann auch ein
Computer kein Amiga sein, obwohl Amiga draufsteht.
Aber für mich kann ein x86-basierter Rechner kein Amiga sein.«
Hans Happe formuliert: »Die Aussage kann ich so nicht unterstützen. Amiga
ist für mich alles, was mit (relativ) durchschaubarem Betriebssystem, dem
AmigaOS, zu tun hat. Wie das dann mit welchen Prozessoren berechnet wird,
ist doch völlig uninteressant. Die Technik bleibt ja nicht stehen, heute
wird doch auch nicht mehr auf dem Kohleofen das Essen bereitet, sondern auf
dem Elektroherd. Es kommt doch auf die Zutaten und den Koch an, wie das
Essen dann letztlich schmeckt, und da schmeckt mir halt die Amiga-Kost
immer noch sehr gut, obwohl, es besteht schon Bedarf an neuen
Kochbüchern... ;-)«
Mathias Klingner sieht die Sache so: »Ich besitze zwei A1200 und einen
A600, alle mit 030/50MHz-Prozessor und Fast-RAM (16 bis 32 MB). Mit diesen
Computern, die auch alle drei im Einsatz sind, erledige ich vom Drucken bis
zum Scannen, einfache Bildbearbeitung und Textverarbeitung mit
Bildeinbindung sowie das Surfen im Internet und E-Mails alles, was so zu
Hause anfällt.
Wenn ich jetzt z.B. einen Amithlon-Rechner mit der Amiga-Emulation und
dieser alle meine oben beschriebenen Dinge mit meinen jetzt zur Verfügung
stehenden Programmen ebenso flott oder noch schneller verrichten würde,
dann würde ich sagen, dass es ein Amiga ist. Er müsste allerdings in der
Handhabung ebenso wie meine jetzigen Rechner sein. Eventuell noch ein
besseres Betriebssystem, mit dem es auch möglich ist, z.B. auf die
Internetseite von "Pro 7" zu gelangen, MPEG-Musik abzuspielen und alle PDF-
Dokumente anzuzeigen.
Das typische am Amiga ist ja meiner Meinung nach nicht der in die Jahre
gekommene Prozessor, sondern die ansprechende Arbeitsumgebung, mit der das
Arbeiten am Rechner zu Hause zur Freude wird und nicht so steril wie auf
einem Windows-Rechner mit seinen Programmen abläuft. Bestes Beispiel ist
das Mail-Programm "YAM", in welches ich gerade diesen Text eingebe.«
Axel Knabe fasst sich kurz: »Ein AMIGA ist für mich ein Rechner, der vom
Hersteller gebaut worden ist, um darauf AmigaOS/MorphOS laufen zu lassen.
Dumme Dosen mit Emulatoren sind für mich keine AMIGAs. 68k-Prozessor und
Customchips sind kein Muss für einen AMIGA. Es sind nur
Ausstattungsmerkmale.«
Dominic J. erläutert ausführlich: »Leute, die im Jahre 2002 noch immer
denken, dass ein 68k bzw. Paula und Co. einen Amiga ausmachen, die werden
mit diesem heutzutage nicht mehr weit kommen. Ich bin der Meinung, dass der
Amiga mit dem OS 4.0 (PowerPC-nativ) und der PowerPC-CPU (G3/G4) gut
bedient sind. Der PowerPC ist nur eine Weiterentwicklung des 68k auf Risc-
Basis. Natürlich ist es nicht sonderlich erfreulich, dass es Commodore,
Amiga Technologies oder AMIGA, Inc. nicht geschafft haben, den Zorro-Bus
mit Hilfe von Dritten zum Standard zu entwickeln.
Das gleiche gilt in meinen Augen für das Customchipset. Aus dem einstigen
(theoretischen) technischen Vorsprung, den Commodore damals mit dem AGA
bzw. AAA-Chipset gegenüber den IBM-kompatiblen PCs hatte, hätte heute DER
Maßstab für Grafikkartenchipsätze werden können. Der neue Amiga wird mit
den momentanen Spezifikationen annähernd marktfähig sein. Es kommt nur
darauf an, wie lange Eyetech braucht, um ihn auszuliefern und wie viel er
dann kostet. In solch schwierigen Zeiten muss der Amiga(-User) eben mit dem
zufrieden sein, was er bekommt, und allzu sehr mit PC-Komponenten ist er
auch nicht zugestopft. Immerhin wurde ein neues Mainboard designt (erstmals
seit dem des A4000T 1994). Für mehr Neuentwicklungen ist im Moment kein
Geld und keine Zeit. Wenn AMIGA und/oder Drittfirmen wieder Geld durch die
Verkäufe in den Kassen haben, werden auch sie nicht davor zurückschrecken,
spezielle für den Amiga zugeschnittene Hardware zu entwickeln. Alles auf
einmal geht nicht. Ein Schritt in die Zukunft ist getan, und allmählich
lernt der Amiga wieder laufen - das nur (hoffentlich) schneller als beim
letzten Mal...«
Piscitello Giancarlo meint: »Amiga ist das, was wir daraus machen oder
sehen. Wenn das Gerät von AMIGA & Co. kommt, dann wäre sinnvoll, es als
"echten" Amiga-Nachfolger zu betrachten.
Dass leider die Eigenschaften des Classic-Amiga überholt sind, ist jedem
klar. Also, es lebe Amiga!«
Martin (Nachname unbekannt) hat folgendes Statement abgegeben: »Die Frage
erscheint generell überflüssig - so finde ich jedenfalls -, da auch der
Amiga schon vor 10 Jahren in Richtung PCI-Steckkarten und erweiterbarer
Module gehen sollte. Wäre Escom oder Commodore nicht pleite gegangen, wäre
nach dem AAA-Chipset der nächste Schritt ein Amiga mit Grafikkarte,
Soundkarte, etc. gewesen - natürlich um einiges besser als ein
entsprechender Wintel-PC.
Ein leistungsstarker Prozessor, wie der G3-PowerPC/600 MHz, in Verbindung
mit z.B. einer ATI Radeon 8500 macht die Frage nach Customchips hinfällig.
Von entscheidender Bedeutung wird vielmehr das Betriebssystem im
Zusammenspiel mit der "neuen Hardware" sowie die Treiberunterstützung sein.
Ein Amiga ist in dem Moment ein Amiga, wo der Individualismus in jeglicher
Form dem Monopolisten und der Masse die Stirn bietet. Und wer sich für ca.
1000 Euro und mehr ein System mit AmigaOS 4 kauft und, ich betone, keine
PS2 oder X-Box oder Gamecube etc., der kann nur mehr ein Amigafan sein...
Amiga lebt durch den Glauben an das Einzigartige, und dieser Gedanke lebt
in jedem Stück Amiga-Software, oder wenn man so will auch Hardware, die für
den Amiga eingesetzt wird, und nicht im Einheitsbrei.
Wenn es einen G3-Rechner mit OS 4 tatsächlich zu kaufen gibt und ich das
notwendige Geld habe, werde ich mir sicher einen solchen, vielleicht auch
Pegasos, kaufen.
P.S. Ein Amiga definiert sich durch Einzigartigkeit, Durchhaltevermögen
(meiner läuft seit über 12 Jahren) und Ausbruch aus der PC-Mist in
kommerzieller Form.«
Astrid (Nachname unbekannt) antwortet: »Wenn nicht bis Mitte des Jahres
G3/G4-CPUs ab 600 MHz mit AmigaOS 4.0 als Komplettsystem erhältlich sein
werden, dann war's das komplett. So lange warte ich noch, aber dann war's
das. Solange es eine PowerPC-orientierte Risc-CPU ist und AmigaOS darauf
läuft, ist es in gewissem Sinne ein Amiga!!! 68k-CPUs sind tolle
Prozessoren, keine Frage, jedoch nicht mehr ganz zeitgemäß. Die einzige
Chance für AMIGA ist ein Komplettsystem oder dergleichen mit präemptivem
Multitasking, sprich AmigaOS 4.0 mit aktuellen Komponenten. Der Prozessor
ist ein PowerPC-G3, ist ja wohl klar, somit ist die Prozessorfrage generell
überflüssig. Schöne Grüße an alle, die ihren A1200 genauso hoch schätzen
wie ich und auf den "neuen" warten.«
Jürgen Lange teilt mit: »Auf die Leistung mancher Customchips verzichte ich
schon seit dem Einsatz einer Grafikkarte (Picasso IV). Und dass der 68k-
Prozessor auch nicht das Maß der Dinge sein kann, zeigen die diversen
Schritte Richtung PPC uns x86.
Ja, ich bezeichne meinen PC mit Amithlon als Amiga.«
Klaus Moddemann schreibt: »Ich finde, es ist kein Amiga, wie wir ihn bis
heute kennen und liebgewonnen haben, der neue wird aber auch nie so sein.
Der neue Rechner, Amiga will ich an dieser Stelle noch nicht sagen, darf
aber auch nicht so sein, da er in der Entwicklung und Produktion zu teuer
werden würde, weil wir nicht davon ausgehen können, gleich zigtausend Stück
davon abzusetzen. Deshalb ist es erst mal ratsamer, auf günstige
Standardkomponenten, unter anderem, zurückzugreifen.
Was den Amiga ausmachte, war aber nicht nur die Hardware, die ihn von
seinen Konkurrenten unterschied, es war ja auch die Software, das AmigaOS,
das wir alle kennen und schätzen, trotz seiner zahlreichen Macken.
An dieser Stelle ist der neue Rechner wieder ein "echter" Amiga, weil er
sich, geringfügig zwar, in der Hardware als auch in der Software
unterscheidet. Ich habe mir schon einen Pegasos bestellt, weil ich keine
Lust habe, mich weiter mit Wintel-Mist herumzuschlagen. Auch wenn er keinen
MC68k und Customchips mehr hat, es ist ein eigenständiges System, das neue
Wege geht, sich von den anderen abhebt, ein AmigaOS besitzt/benutzt,
deswegen ist es ein Amiga - der neue Amiga - für mich.«
Michael Schulz hat sich diese Frage »[...} auch schon oft gestellt. Was
macht eigentlich den Amiga aus? Das Betriebssystem, die CPU, die
technischen Besonderheiten, wie etwa die ROMs, oder etwa alles zusammen?
Jede Plattform entwickelt sich weiter. Einen 68060 in einem neu geplanten
AmigaOne zu verwenden, so gut er auch ist, wäre reine Nostalgie. Viele neue
Möglichkeiten, wie 3D-Spiele, DVD usw. blieben ihm verwehrt. Ich finde,
dass sich ein Amiga durch das Betriebssystem AmigaOS auszeichnet, welches
zu 100% abwärtskompatibel sein muss.«
Matthias Schrameyer hat uns folgende Zeilen geschickt: »Ich bin der
Meinung, dass diese These nicht stimmt. Früher war der Amiga dem PC ja
durch seine Grafikfähigkeit haushoch überlegen. Ob das nun Customchips oder
'ne Grafikkarte gewesen wäre, hätte doch wohl keine Rolle gespielt. Nun ist
die Entwicklung aber doch weiter gegangen und nicht mehr auf Chips stehen
geblieben. Es ist doch gut, wenn man sich, nach dem was man machen will,
die anderen Bausteine aussuchen kann, damit der Rechner in dem Preisrahmen
liegt, den man anpeilt. Außerdem merkt man doch als Anwender nicht, ob das
nun ein Intel, AMD, 68k oder was weiß ich noch ist. Ich denke, dass das OS
der Faktor ist! Es wäre aber auch nicht schlecht, wenn man sagen würde,
damit alles gut läuft, sollte man das und das mindestens drin haben. So in
der Art wie Apple das mit ihren Macs machen. Da läuft das OS halt super und
es gibt dann auch weniger Probleme. Allerdings sollte man beim Amiga die
Wahl haben, welches Modell ich mir denn nun kaufe, so dass der untere
Standard halt "bekannt" ist.
Und dann kann man sich seinen Amiga zusammenstellen und hat dann dank des
AmigaOS einen echten Amiga!«
Peter Dorn antwortet: »Ganz einfach, die Technik des Amiga Classic ist weit
überholt. Deshalb muss ein Wechsel stattfinden, weil sonst der Anschluss
gar nicht mehr stattfinden kann. Der Classic-Amiga ist ja sowieso ein Oldie
in der Computerbranche. Oldies können ja eines Tages sehr wertvoll werden,
stimmt es?«
Last but not least hat Dieter Groppé nachstehende Zeilen verfasst: »Ich
finde nicht, dass der Amiga durch den 68k-Prozessor oder gar die
Customchips zu dem wird, was er ist. O.K., die Chips sowie teilweise
überhaupt die Hardwarearchitektur waren damals etwas Besonderes, aber
leider heute nicht mehr. Vielmehr empfinde ich die "Ebenenstruktur", wenn
ich es mal so nennen darf, als das absolut Besondere.
So war es für einen Programmierer (und letztlich auch für den User) immer
relativ simpel, einfache Dinge zu tun, und zwar relativ hardwareunabhängig.
Oder zu sagen, ich will etwas ganz Spezielles mit einer bestimmten Hardware
machen, ist kein Problem, auch das lässt sich systemkonform tun.
Hört sich jetzt etwas kompliziert an, daher mal an einem Beispiel erklärt:
Will ich irgendetwas schreiben, so kann mir egal sein, wohin letztlich
geschrieben wird, einfach die "Schreib"-Funktion der Library aufgerufen,
und schon erledigt alles andere der Amiga.
Will ich aber lieber direkt auf Diskette in einem besonderem Format
schreiben, so bin ich etwas mehr hardwareabhängig und kann trotzdem über
ein Device ohne direkten Hardwarezugriff arbeiten.
Also diese besondere Struktur, Library für allgemeine Funktionen, dafür
absolut ausgabeunabhängig, das Device nur für das spezielle Geräte, aber
dort sehr flexibel.
Und wem das nicht reicht, der kann auch noch einen Handler schreiben, der
wieder eine Zwischenebene darstellt, und mir somit ermöglicht, meine
spezielle Hardwareschreibweise über die Library zu ermöglichen.
Das ist außerdem noch sehr flexibel; wie man im Amiga-Leben sieht, kommen
immer wieder einfach nur neue Devices für eine neue Hardware, und schon ist
der grundsätzliche Zugriff möglich.
Ich finde, dass dies ein wichtiger Punkt des sogenannten Amiga-Geistes ist,
und nicht der Prozessor.«
Darüber hinaus haben uns noch drei Stellungnahmen zur Frage des Monats der
Aprilausgabe (»Wie beurteilst du die Annäherung von AMIGA, Inc. und
Microsoft prinzipiell?«) erreicht:
Wolfgang Haas schreibt: »Ich arbeite vorzugsweise mit Linux. Bin zwar kein
genereller Microsoft-Gegner, halte mich aber strikt zurück. Mit Windows
2000 ist schon stabil zu arbeiten, ich lobe aber NT 4.0. Amiga im Netzwerk
muss naturgemäß viele Hürden nehmen, hat man seine DIN-A4-Seiten-
Bemerkungen abgearbeitet, ziehe ich den Amiga mit OS 3.1 oder 3.5 dem
Windows 95 allemal vor.«
Günter Raab antwortet: »Allen Unkenrufen so mancher Amiganer zum Trotz
finde ich, dass eine Annäherung von AMIGA, Inc. an Microsoft mehr als
notwendig ist.
In meiner letzten Lesermail im März bekrittelte ich die immer noch sehr
mangelhaften Möglichkeiten zum direkten Datenaustausch von Amiga und PC,
insbesondere in der Bürosoftware.
Es ist nun einmal Tatsache, dass MS Word und Excel zu den unbestrittenen
Marktführern gehören. Und dies nicht zu Unrecht. Auch Apple Macintosh hatte
die Zeichen der Zeit erkannt und das MS-Office-Paket auf das MacOS
portiert. Und zwar rechtzeitig!
Auch für den Amiga ist dieser Schritt unausweichlich, wenn unser Computer
überleben soll. Viele ehemalige Amiganer mussten einfach zum PC wechseln,
hauptsächlich aus beruflichen Gründen, aber auch im privaten Bereich hatten
viele es einfach satt, gewisse Dateien nicht 1:1 austauschen zu können.
Wozu aber das Rad neu erfinden? Wenn die Möglichkeit besteht,
weitverbreitete Spitzenprogramme (Word, Excel, Internetbrowser) in das
Amiga-System einzubauen, so sollte keine Zeit mehr verloren werden!
Hüten sollte sich aber AMIGA, Inc. davor, das OS an Microsoft anzugleichen.
Das wäre wohl unverzeihlich! Der Grund, warum (nicht nur) ich nicht längst
auf einen PC wechselte, ist Windows - das mit Abstand aufgeblasenste und
lähmenste Betriebsystem. Aber auch das MacOS ist nicht unbedingt das
berauschenste.
Seit einigen Wochen besitze ich auch einen G3-Mac, er kann aber meinen
Amiga in Sachen Bedienungskomfort nicht das Wasser reichen.
Geschwindigkeitsmäßig hat er trotz 350 Mhz (gegenüber 68060/66) schon etwas
mehr drauf. Allein das wäre mit einem PowerPC auf dem Amiga mehr als wett
zu machen - wenn ich einen kaufen könnte...
Jedoch läuft auf dem Mac eben das MS-Office, das für meine Frau wichtig
ist, und ich kann endlich im Internet ohne nervige Javascript-Fehler
surfen!
Den allergrößten Teil meiner Arbeiten erledige ich aber immer noch mit dem
Amiga. Sollte endlich der AmigaONE kommen und das neue OS die
Versprechungen halten, dann wird wohl der Mac dem neuen Amiga Platz machen
müssen.«
Jens Bache meint: »Ich finde eine Partnerschaft zwischen Amiga und
Microsoft zwar gar nicht gut, aber dadurch bekommt Amiga wieder etwas Geld
in die Kassen.«
Nun zur aktuellen Frage des Monats:
»Würdest du ein favorisiertes Hard- oder Softwareprodukt auch dann kaufen,
wenn es nachweislich von gewaltverherrlichenden Extremisten entwickelt
wurde? Warum beziehungsweise warum nicht?«
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