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Herzlich Willkommen zu den Kleinen Helfern im Juni. Diesmal möchte ich euch die Programme wget, PatchRAM und swfplayer vorstellen.
Viel Spaß beim Lesen!
Neben all dem digitalen Unsinn, den man ständig von diversen Suchmaschinen angeboten bekommt, soll es ja auch hin und wieder vorkommen, dass man beim Stöbern im Internet auf interessante Seiten stößt. In so einem Fall könnte es durchaus passieren, dass der Anwender diese Daten immer schnell abrufbar haben möchte, auch ohne eine ständige Verbindung zum Internet zu halten, und damit dem Risiko zu entgehen, aufgrund der nächsten Telefonrechnung einen Herzinfarkt zu bekommen. ;) Leider unterstützt kein einziger Amiga-Browser das Abspeichern kompletter Internet-Seiten (inklusive Unterverzeichnisse, Links und diverse Dateien wie Archive oder Grafiken), so dass man als Amiga-Anwender auf kleine Zusatztools wie z.B. Wget zurückgreifen muss. Wget ist ein sogenannter Robot, der das Internet als auch FTP-Server sogar rekursiv abgrasen kann und einige nützliche Funktionen, wie z.B. das Abspeichern kompletter Webseiten auf der Festplatte oder das Suchen nach Dateien mit Hilfe eines beliebigen Suchmusters, zur Verfügung stellt.
Nachdem das ca. 1.4 MByte große Archiv entpackt wurde, muss das 68k-Binary "wget" nur noch in ein beliebiges Verzeichnis kopiert werden. Das C- Verzeichnis der Systempartition dürfte dafür am besten geeignet sein, da die Bedienung ausschließlich über die Shell und mittels eines fürchterlich unübersichtlichen, dennoch extrem leistungsfähigen Kommandointerface erfolgt. Wer die ixemul.library und die ixnet.library noch nicht installiert hat, sollte dies erst schnell nachholen, denn beide Funktions- Bibliotheken werden von Wget benötigt.
Eine ungefähre Ahnung, was Wget zu bieten hat, kann der Anwender mit Hilfe des "--help"-Arguments bekommen. Nachdem ca. fünf Seiten mit Shell- Kommandos inklusive kurzer englischer Erklärung abgespult wurden, wird so mancher Anwender erschaudern und verzweifelt die Anleitung suchen. Leider liegt diese im Amiga-untypischen "man"-Format vor, für das es unter AmigaOS kaum einen vernünftigen Anzeiger gibt. Eine englische Anleitung für die aktuellere Version 1.8.1, für die es leider noch keine AmigaOS-Portierung gibt, kann man aber unter http://www.gnu.org/manual/wget-1.8.1/ runterladen.
Da es schon jede Menge gute Workshops zu Wget gibt, spare ich mir hier jegliche Einführung in dieses Programm. Einen sehr guten dreiteiligen Workshop zur Amiga-Version kann der Anwender z.B. in den Ausgaben 03 bis 05 des Online-Mags "Amiga Scene" finden, welche man sich aus dem Aminet (unter docs/mags/ascene0*.lha - * für die Ausgabe) runterladen kann.
Die Anforderungen an die verwendete Hardware werden leider ebenfalls nirgends erwähnt. Ein Rechner mit 68020-CPU, 2 MByte freiem RAM und OS 2.0 sollte allerdings vollkommen ausreichen. Dass eine Internetverbindung benötigt wird, muss ich nicht extra erwähnen. ;) Wenn es beim Start von Wget Programmabstürze gibt, sollte der Stack-Speicher vor dem Programmaufruf auf etwa 100-200 KByte erhöht werden. Open-Source- Portierungen haben sehr oft die Eigenart, extrem viel Stack-Speicher zu benötigen.
| Autor: | Diverse (Amiga-Port von "LouiSe") |
| Aminet: | dev/gg/wget-1.7.lha |
| Programmversion: | 1.7 |
| Homepage: | http://louise.amiga.hu |
| Lizenz: | GNU General Public Licence |
So intuitiv AmigaOS auch sein mag, hin und wieder findet man doch ein paar Merkwürdigkeiten, die jenseits des logischen Menschenverstandes sind. Eine davon ist mit Sicherheit die RAM-Disk, die jederzeit zu 100% voll ist, obwohl noch mehr als genug RAM-Speicher frei ist. Für ältere Revisionen des Amiga-Betriebssystems gibt es gegen dieses Phänomen schon diverse Patch- Programme, und auch für OS 3.9.2 wurde erst vor kurzem eine entsprechende Korrektur im Aminet veröffentlicht. Übrigens wird OS 3.9.2 zwingend vorausgesetzt - ohne das letzte Boinbag 2 läuft nämlich nichts.
Nachdem das Archiv entpackt wurde, muss zuerst das "AmigaOS ROM Update" "auseinandergenommen" werden. Das dafür benötigte Programm "ExtractModule" befindet sich in der PatchRAM-Distribution. In einer Shell gibt man dazu das Kommando...
ExtractModule from "Devs:AmigaOS ROM Update" module 17 to ram:Ram-Handler
...ein, und in der RAM-Disk erscheint eine neue Datei namens "Ram-Handler", welche nun mit...
spatch -oram:Ram-Handler.new -pRam-Handler.pch RAM:Ram-Handler
...gepatcht wird. Wenn keine Fehlermeldungen ausgegeben wurden, befindet sich der neue Ram-Handler in der RAM-Disk und trägt den Namen "Ram- Handler.new". Diese Datei muss jetzt mit...
copy xRam:Ram-Handler.new l:Ram-Handler
...nach "L:" kopiert werden. Zum Abschluss muss die Startup-Sequence noch etwas modifiziert werden, damit Setpatch nicht mehr den Ram-Handler aus dem ROM-Update lädt, sondern das gepatchte Modul, das sich jetzt in "L:" befindet: Vor der Zeile, in der Setpatch aufgerufen wird, muss die neue Zeile...
LoadModule L:Ram-Handler NOREBOOT
...eingetragen und der Setpatch-Aufruf folgendermaßen modifiziert werden:
SetPatch SKIPROMMODULES ram-handler >NIL:
Nachdem die geänderte Startup-Sequence gespeichert wurde, muss noch das Programm "LoadModule" in das "C:"-Verzeichnis kopiert werden.
So, wenn das erledigt wäre, wird der Rechner ausgeschaltet(!) und dann neu gestartet. Ist die Workbench wieder geladen, hat die RAM-Disk die Größe, die man von ihr auch erwarten würde. ;)
Die kurze englische Anleitung beschreibt übrigens noch eine weitere Möglichkeit, wie man PatchRAM ins System einbinden kann.
| Autor: | Thomas Richter |
| Aminet: | util/boot/patchram.lha |
| Programmversion: | 2.01 |
| Homepage: | |
| Lizenz: | THOR-Software Licence |
In den Genuss von Flash-Animationen auf Internet-Seiten kommen zur Zeit nur Anwender von Voyager. Für alle anderen Amiga-Browser wird leider kein entsprechendes Plugin zur Verfügung gestellt. Um auch mit Browsern wie AWeb und IBrowse solche Animationen anzeigen zu können, benötigt man das externe Programm swfplayer. swfplayer ist eigentlich nur ein kleines Shell- Programm, welches auch "solo" zur Anzeige von auf Festplatte gespeicherten Animationen verwendet werden kann. Der Player öffnet dazu ein neues Fenster auf der Workbench und spielt den Film in diesem Fenster ab. Der Nachteil bei Verwendung als Plugin für AWeb bzw. IBrowse liegt auf der Hand: Das Layout von Flash-animierten Seiten leidet unter dieser Darstellungsform. Zudem unterstützt der Player auch keine Features wie Streaming Audio, Anti- Aliasing und noch einige andere Dinge.
Die Installation ist schnell erledigt. Dazu wird das Archiv entpackt, das ausführbare Programm "swfplayer" in das "C"-Verzeichnis der Bootpartition kopiert und die Mime-Einstellungen des Browsers ergänzt. Unter AWeb zum Beispiel öffnet man dazu die Browser-Einstellungen und den dort zu findenden Reiter "5 Anzeiger". Mit einem Klick auf "Neu" wird ein neuer Typ erstellt, der mit den folgenden Parametern definiert werden muss:
| Typ: | application "/" x-shockwave-flash |
| Erweiterung: | swf |
| Aktion: | Ext. Programm (E) |
| Name: | c:swfplayer |
| Argumente: | %f |
Nachdem die neuen Mime-Einstellungen gespeichert wurden, kann AWeb nun auch Flash-Animationen abspielen.
Nun ja, das sieht zwar nicht besonders toll aus aber in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen. ;) Für den Betrieb von swfplayer wird ein Amiga mit 68020-CPU, FPU und AmigaOS 3.0 benötigt. Ein schnellerer Amiga mit Grafikkarte ist allerdings sehr zu empfehlen.
| Autor: | Olivier Debon (Amiga-Port von Paul Hill) |
| Aminet: | |
| Programmversion: | 1.1 |
| Homepage: | http://www.lagernet.clara.co.uk/main.html |
| Lizenz: | GNU General Public Licence |
So das war's mal wieder. Ich möchte mich noch bei den Teilnehmern der AMIGA-aktuell-Mailingliste für die Hilfe zu swfplayer und allen Lesern, die mir E-Mails geschickt haben, für die Vorschläge bedanken.
Christian Aichinger <christian@aakt.de>