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Im Februar überraschte uns Amiga, Inc. mit der Ankündigung einer Partnerschaft mit der finnischen Firma Nokia, die besonders durch ihre mobilen Telefongeräte bekannt geworden ist. Die Partnerschaft betreffe die Bereitstellung der "Amiga Anywhere"-Umgebung (ehemals AmigaDE) für das Nokia Mediaterminal 511 S sowie die Schaffung von Inhalten. Laut Amiga, Inc. soll Amiga Anywhere auch auf der im Sommer erscheinenden Version des Geräts vorinstalliert sein.
Auf die Nachfrage bei Nokia Home Communications Deutschland hin erhielten wir eine zwar prompte, aber dennoch wenig informative Antwort. Das Mediaterminal werde, aller Voraussicht nach, im ersten Halbjahr dieses Jahres erscheinen. Mehr Informationen, als sie auf der Nokia-Website [1] zur Verfügung stehen, lägen bislang nicht vor. Also hier noch keine Bestätigung des Deals. Der Hauptsitz von Nokia dagegen antwortete kurz vor Redaktionsschluss wie folgt:
"It is not Amiga Anywhere, but rather a Linux version of Amiga Digital Environment (DE). Amiga DE is pre-installed on the Nokia Mediaterminal, for the Swedish market. The Nokia Mediaterminal is currently available in Sweden and is an infotainment device for the home which combines digital television, internet and more. This cooperation is with Nokia Home Communications in Sweden, for the Swedish market, and only for the Nokia Mediaterminal in that market."
(Es handelt sich nicht um Amiga Anywhere, sondern eher um eine Linux- Version des Amiga Digital Environment (DE). Amiga DE ist auf dem Nokia Mediaterminal für den schwedischen Markt vorinstalliert. Das Nokia Mediaterminal ist derzeit in Schweden erhältlich und ein Infotainment-Gerät für zuhause, es kombiniert digitales Fernsehen, Internet und mehr. Die Kooperation besteht mit Nokia Home Communications in Schweden, für den schwedischen Markt und nur für das Nokia Mediaterminal in diesem Markt.)
Ein wenig ernüchternd also. Doch was bekommen die Schweden denn da überhaupt?
Im recht schicken Gehäuse findet sich ein Intel Celeron, getaktet mit mindestens 566 MHz, eine 40-GByte-Festplatte und 64 MByte Speicher. Dazu gesellt sich ein integriertes V.90-Modem (Unterstützung für ein DSL-Modem ist gegeben). Für den Kontakt nach außen gibt es zwei Smart-Card-Slots, einen PCMCIA-Slot, zweimal Firewire, zweimal USB, einmal Ethernet 10/100 MBit sowie Anschlüsse für analogen und digitalen Sound und für ein Standard-Antennenkabel.
Gedacht ist das Gerät nämlich als Multifunktionseinheit, die einfach an den heimischen Fernseher gestöpselt wird und dort eine Vielzahl von Diensten vereinigt. Das Mediaterminal ist ein digitaler Satelliten-Receiver, der nicht nur Free-TV sondern auch Pay-TV und Pay-per-view-Dienste unterstützt. Weiterhin bietet das Gerät die Funktion eines digitalen Videorecorders, der bis zu 9 Stunden aufzeichnen kann. Nettes Goodie ist die "Pausefunktion", die das laufende Programm zwischenspeichert, so dass man ruhig auf die Toilette gehen kann und dann an der Stelle weitersieht, an der man pausiert hatte.
Neben den Fernseh-Features ermöglicht das Terminal auch den Empfang von digitalen Radio-Programmen. Außerdem ist es natürlich auch möglich, wie sollte es anders sein, im Internet zu surfen (mit Mozilla als Browser) und E-Mails zu schreiben.
Außerdem soll das Terminal auch für den Spielspaß zwischendurch dienen, und hier kommt wohl das "Amiga Anywhere" ins Spiel, denn das Gerät nutzt Linux als Betriebssystem, und der Player für Linux ist ja bereits seit einiger Zeit verfügbar. Da das Gerät wohl kaum für Computer-Freaks gedacht ist, sondern für Durchschnittsbürger, die sonst gar nicht die Möglichkeit hätten, mit dem "Amiga Anywhere" in Berührung zu kommen, ist das sicherlich positiv zu beurteilen. Wirklichen Nutzen vom "Amiga Anywhere" hat man allerdings erst, wenn man mehrere Geräte besitzt, die es unterstützen. Da muss AMIGA, Inc. wohl noch mehr Firmen überzeugen, aber dies versuchen sie ja bereits, unter anderem in Form der wenig populären Kooperation mit Microsoft.
[1] http://www.nokia.de/home_communications/produkte/media_terminal/
Oliver Tacke <oliver@aakt.de>