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Tests und Erfahrungsberichte

1. Kleine Helfer für den Amiga-Alltag (von Christian Aichinger)

Herzlich Willkommen zur neuen Ausgabe der Kleinen Helfer. Diesmal gibt es Reviews zu Cyberlemmings und dem überarbeiteten Klassiker unter den Virencheckern: VirusZ III. Ach, und bevor ich es vergesse: Einen Aprilscherz findet ihr hier nicht ;-).

Viel Spaß beim Lesen!

VirusZ III

Über eine echte Virenproblematik kann der Amiga-Anwender eigentlich kaum klagen. Für Virenprogrammierer scheinen Amigas (Gott sei Dank!) nicht interessant genug zu sein, um solch üble Gesellen wie Badtrans oder Nimda auf den Anwender loszulassen. Das heißt aber nicht, dass es keine oder nur ungefährliche Viren auf Amiga-Rechnern gibt! Die Überraschung ist besonders groß, wenn sich ein als Freeware-Spiel oder Scene-Demo getarnter Trojaner auf der Festplatte zu schaffen macht und nach einem Neustart auf einmal nichts mehr geht oder einige wichtige Daten im Nirwana verschwunden sind. Besonders gemeine Gesellen laufen sogar auf einem echten Amiga völlig anstandslos - unter einer Emulation entpuppt sich dagegen die unerwartete "Funktionalität" als Festplattenformatierer. Doch Amiga-User haben zumindest hier Glück, denn an aktuellen Virencheckern mangelt es kaum. Einer davon ist VirusZ, der für geraume Zeit als der beste Amiga- Virenchecker gelobt wurde.

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Nach langer Entwicklungspause meldet sich nun der Autor Georg Hörmann mit der überarbeiteten Version III von VirusZ zurück. Das aktuelle Release trägt noch die Versionsnummer 0.97 - ist demnach also noch nicht dem Beta- Stadium entwachsen. Dennoch lief VirusZ III auf meinem Amiga als auch unter WinUAE sehr stabil und offenbar fehlerfrei. Aktuelle Viren wie z.B. "Anti- UAE Trojan" oder "Bobek" fand VirusZ anstandslos.

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Verbogene System-Vektoren und heutzutage kaum noch übliche Bootblock-Viren meldet VirusZ ebenfalls dem Anwender. Überhaupt ist die Liste, der durch VirusZ identifizierbaren Viren ellenlang. Auskunft darüber, welche Viren aufgespürt werden können, kann der Anwender dem Menü "Project/Show..." entnehmen.

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Um VirusZ betreiben zu können, wird mindestens AmigaOS 2.05 benötigt. Die Installation des eigentlichen Programms ist kinderleicht. Das Archiv muss nur entpackt und an einen beliebigen Platz auf der Festplatte kopiert werden. Soll VirusZ jedoch ständig das System im Hintergrund auf Virenaktivität überwachen, sollte das Hauptprogramm in die WBStartup- Schublade gezogen oder direkt in der User-Startup eingebunden werden. Die von VirusZ benötigten Libraries reqtools, xvs und xfdmaster müssen, falls nicht sowieso schon geschehen, zusätzlich aus dem Aminet geladen und auf dem System installiert werden.

Um wirklich vor allen neuen Viren sicher zu sein, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich die von VirusZ zur Identifikation von Viren verwendete xvs.library immer auf dem neuesten Stand befindet. Damit VirusZ auch Archive im LhA-, LZX- oder ZIP-Format auf Viren überprüfen kann, wird zusätzlich das XAD-System von Dirk Stöcker benötigt. Dieses ist im Lieferumfang von OS 3.9 schon enthalten. Für OS-Systeme bis Version 3.5 lässt sich die als Shareware vertriebene Library aber auch aus dem Aminet laden.

Die englischsprachige Dokumentation entspricht noch weitestgehend der Vorgängerversion von VirusZ II. Da aber VirusZ III nicht wirklich kompliziert zu handhaben ist, kann man eine überarbeitete Ausgabe durchaus verschmerzen. Alle Bedienelemente lassen sich mit einfachsten Englischkenntnissen völlig problemlos entschlüsseln, und wer zudem schon Erfahrungen mit anderen Virenkillern gesammelt hat, sollte mit VirusZ noch weniger Probleme bekommen, da sich die gesamte Benutzerführung nach den (zugegebenermaßen etwas angestaubten) Commodore-Styleguides richtet.


Autor: Georg Hörmann 
Aminet: util/virus/VirusZ.lha 
Programmversion: 0.97 
Homepage:  
Lizenz: Freeware 
  

Cyberlemmings:

Mal wieder ein Programm, das in keine Kategorie einzuordnen ist. Die beste Bezeichnung dafür wäre "Gag". Nun ja, so ein Gag kann ja durchaus zur Erheiterung und damit zur Steigerung der Arbeitsmoral dienen. Demnach sind die Cyberlemmings in den "Kleinen Helfern" gar nicht so deplaziert ;-). Wer also von den berühmten Psygnosis-Lemmingen oder anderen Krabbeltierchen schon immer so begeistert war, dass ein vernünftiges Arbeiten aufgrund von Entzugserscheinungen nicht mehr möglich gewesen ist, muss sich dieses Programm unbedingt mal ansehen.

Nachdem das Archiv entpackt wurde, kann es ohne großartige Installationsorgien losgehen. Einzige Voraussetzung ist, dass die Workbench in einer High-Color-Auflösung (also 15, 16 oder 24 Bit) und als Backdrop (der Menüpunkt "Workbench als Hintergrund" muß aktiviert sein) betrieben wird. Außerdem wird ein CyberGFX-kompatibles RTG-System (CyberGFX oder Picasso96) benötigt. Für MorphOS-Anwender wird neben der normalen 68k- Version, die ab einer 68020-CPU und OS 3.0 läuft, ein eigenes Binary mitgeliefert.

Ein Doppelklick auf das Piktogramm startet den Patch, und kurz darauf fallen klitzekleine Lemminge aus dem Himmel - öhm, soll heißen, aus der Workbench-Titelleiste. Sobald die kleinen Viecher auf einem beliebigen Fenster "gelandet" sind, kann man ihnen entweder den Boden unter den Füßen wieder wegziehen (gemein!) oder man lässt sie bis zum nächsten Abgrund krabbeln. Hin und wieder entschließen sich dann sogar einige besonders mutige Lemminge für den nächsten "Level" und fangen an, am Rand eines benachbarten Fensters hoch zu krabbeln, um dort die Aussicht zu genießen. Nun ja, sehr intelligent sind diese Tierchen bekanntlich nicht, so dass sie meistens gleich wieder auf der anderen Seite des Fensters herunterfallen ;-). Und sollte tatsächlich mal ein Lemming lebendig am "Bildschirm-Boden" angekommen sein, beendet er seine Vorstellung und wandert am Bildschirmrand von der "Bühne", um kurz darauf wieder eine neue "Workbench-Reise" zu unternehmen.

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Übrigens: Wer mit Lemmingen noch nie viel anfangen konnte, kann auch die Würmer aus dem Team17-Spielehit "Worms" von Workbenchfenstern stürzen lassen. Es werden insgesamt 3 verschiedene Grafiksets mitgeliefert. Und wer ebenfalls mit Lemmingen im Weihnachtsmann-Kostüm nicht zufrieden ist, kann sich auch die Mühe machen und ein eigenes Grafikset erstellen - Vorlagen aus diversen Video-Spielen gibt es ja genug.

Über die Tooltypes des Programms lassen sich noch allerlei Einstellungen vornehmen. Wer von Lemmingen oder Würmern nicht genug bekommen kann, kann z.B. die Anzahl der Objekte auf maximal 500 Stück erhöhen. Tierschützer dürfte das "RANDOMDEATH"-Tooltype interessieren und "NOCLIMBER" hilft gegen mutige Lemminge, die an Fensterrändern hochkrabbeln. Neben den genannten werden alle Tooltypes in der englischen AmigaGuide-Anleitung ausführlich beschrieben.


Autor: Adam Waldenberg 
Aminet: util/wb/CyberLemmings.lha 
Programmversion: 1.0 ß2 
Homepage: http://www.algonet.se/~chaozer 
Lizenz: Freeware 
  

So, das war's mit den Kleinen Helfern für diesen Monat. Ich weiß, es war diesmal wieder etwas kurz. Nur "leider" fahre ich in knapp fünf Stunden in den Urlaub ;-) und muss noch eine ganze Menge erledigen. Falls es Bugs in dem Artikel gibt, ihr eure Meinung loswerden möchtet oder einen genialen "kleinen Helfer" kennt, dann schreibt mir eine Mail.

Christian Aichinger <christian@aakt.dee

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