4. Test: Piktogramm-CD-ROM »GlowIcon Collection 2« (von Uwe Pannecke)

Bilder einer Ausstellung

Die 'GlowIcon Collection 2'-CD-ROM


1. Sag mir, wo die Icons sind

Die kleinen Sinnbilder auf der Workbench-Oberfläche geben den zugehörigen 
Programmen und Dateien nicht nur beim AmigaOS erst den letzten Schliff. 
Design spielt eine wichtige Rolle, bekanntlich "isst" das Auge mit. Nun 
liegt dem AmigaOS zwar ein Icon-Editor bei. Doch nicht jeder ist ein 
begnadeter Künstler im Entwurf eben jener Sinnbilder. Auch der Hinweis, 
unter den Tonnen an Software im Aminet sei eine fast endlose Reihe an Icon-
Sammlungen, hilft nicht zwangsläufig. Mancher hat immer noch keinen 
Internetzugang, andere scheuen einfach die Mühe, megabyteweise LHA-Pakete 
herunterzuladen und zu entpacken, um im Anschluss feststellen zu müssen, 
wieder nicht DAS gewünschte Icon gefunden zu haben.
Für beide geschilderten Problemfälle bieten Oliver Tacke und Thomas 
Peterseim mit ihrer CD-ROM "GlowIcon Collection 2" einen möglichen Ausweg.


2. Systemanforderungen

Wer seine Workbench-Oberfläche mit diversen Icons aus der vorliegenden CD-
ROM aufpeppen möchte, sollte wenigstens ein AmigaOS ab Version 3.0 sein 
Eigen nennen. Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob er das Lieblings-
Betriebssystem nun auf einem "echten" Hardware-Amiga oder emuliert unter 
fremder, vor kurzer Zeit (und bei einigen Amiganern wohl auch nach wie vor, 
wenn auch eigentlich völlig unbegründet) arg verpönter Hardware laufen hat. 
Der Workbench-Bildschirm sollte schon mindestens in 256 oder mehr Farben 
erstrahlen und Abmessungen im "Quadratpixel-Modus" wie etwa 640x480, 
800x600, 1024x768 Pixel usw. unterstützen. Unansehnlich verzerrt erscheinen 
die Icons in Bildschirmmodi wie etwa HighRes mit 640x256 Pixel oder 
SuperHighRes.
  

3. Inhalt

3.1 Wurzelverzeichnis

Die CD-ROM gliedert sich in zwei gleich umfangreiche Sektionen, abgelegt in 
den Schubladen "Deutsch" und "English". In den beiden Schubladen wiederum 
könnt Ihr neben der lokalisierten Dokumentation jeweils den kompletten 
Datenbestand wiederfinden. Was bei der Dokumentation durchaus Sinn macht, 
erscheint bei den Icons und Zusatzprogrammen nicht unbedingt 
nachvollziehbar. Die Icon-Motive in der deutschen Fassung sind schlicht 
eineiige Zwillinge der englischen Ausgabe und unterscheiden sich in einigen 
Fällen lediglich in der Bezeichnung.
Die Anleitung der Zusatzprogramme liegen in beiden "Sprach"-Schubladen 
ohnehin nur in englischer Sprache vor. Doch lassen wir uns von solchen 
Kleinigkeiten (mancher mag es auch Spitzfindigkeiten nennen...) nicht an 
der Exploration des CD-Inhalts hindern.

Screenshot:
Screenshot

Da beide Schubladen im Wurzelverzeichnis der CD den gleichen Inhalt 
bieten, konzentrieren wir uns naheliegend auf die "Deutsch"-Schublade. 
Selbige präsentiert fünf weitere Unterverzeichnisse.


3.2 Informationsquelle

In "Dokumentation" werden alle für eine problemlose Nutzung der Icon-
Sammlung wichtigen Informationen sowohl im AmigaGuide- als auch HTML-Format 
präsentiert.

Screenshot:
Screenshot

In beiden Dokumentformaten wird der Anwender durch eine klar strukturierte 
Gliederung umgehend an die gewünschte Information gelangen. Neben einer 
Inhaltsbeschreibung erfährt der Amiganer alles Wissenswerte zu den 
Systemanforderungen und zur Installation. Eine FAQ beleuchtet einige 
typische Fragen, die im Zusammenhang mit der vorliegenden Icon-Sammlung 
aufkommen (könnten), auf rechtliche Dinge wird hingewiesen und einige 
Screenshots machen Appetit auf die eigentlichen Icons.

  
3.3 Icons, so weit das Auge reicht

Verlassen wir also die ansprechende Dokumentation und wenden uns den beiden 
Verzeichnissen "GlowIcons" und "NewIcons" zu. Und damit haben wir uns auch 
schon zum eigentlichen Ziel vorgearbeitet. Beide Verzeichnisse enthalten 
(im wahrsten Sinne des Wortes) tausende von Sinnbildchen. Dennoch muss der 
dürstende Sucher nicht im Icon-Meer ertrinken: Oliver Tacke und Thomas 
Peterseim haben die Icons in diverse Kategorien zusammengefasst und in 
separate Schubladen übersichtlich geordnet.
Die eigentlichen Motive der Icons in den "GlowIcons" als auch "NewIcons" 
sind identisch. Die Icons unterscheiden sich lediglich, wie bereits der 
jeweilige Schubladen-Titel andeutet, im Icon-Format.    

Screenshot:
Screenshot

Ihr werdet im "Anwendungen"-Verzeichnis     451 Icons finden, in "Spiele" 126 
Vertreter, in "Workbench" 210, in "Schubladen" 730 Sinnbildchen; in 
"Mappen", einer speziellen Darstellung von Schubladen, wie sie u.a. vom 
MacOS bekannt sein dürfte, tummeln sich 1278 Icons, in "Verschiedenes" 
immerhin noch 283 Exemplare.
Eine Schublade "Dockicons" bietet mit 537 Icons in einem etwas größeren 
Format und mit einheitlichem Hintergrund reichlich Futter selbst für extrem 
ausgedehnte Docks, egal ob im Toolmanager, AmiDock oder in welchem Programm 
auch immer. 

Screenshot:
Screenshot
        
So verschieden auch die Motive der Icons sein mögen, identisch ist ihre 
durchweg hohe Qualität. Kaum ein Ausrutscher ist zu finden, und auch 
anspruchsvolle, ja selbst mäklige Naturen dürften schon eine Weile suchen 
müssen, um einen Stein (ähm Icon) des Anstoßes zu finden.

Screenshot:
Screenshot


3.4 Extras

Wer sich von den 3615 Icons nicht erschlagen ließ, findet im "Extras"-
Verzeichnis weiteres interessantes Material. Neben Werkzeugleisten im 
GlowIcon-Stil für AmigaWriter, AmigaDE, ArtEffect, AWeb, Getzilla, IBrowse, 
ReqAttack, Voyager3 und YAM tummelt sich MakeUp für AMP und CoolCalc in 
Form von diversen Skins. Das Hintergrund-Motiv BoingBall residiert in 
diversen Auflösungen von 640x400 bis 1280x1024 und unterschiedlichen 
Farbnuancen in einem eigenen Verzeichnis.
Eine Schublade versorgt alle Amiganer, die neben einem Rover Mini auch ihre 
Workbench in Mini-Auflösung fahren (müssen), mit passenden Icons im Mini-
Format. 

Screenshot:
Screenshot

Wie schon bei den Icons, kann auch im "Extras"-Verzeichnis nur mit Mühe an 
der Qualität herum gemäkelt werden. Mir gelingt es trotzdem. :) Obwohl die 
Autoren in der Dokumentation schreiben, Fehler im Typ der abgelegten Icons 
aus der ersten Auflage diesmal vermieden zu haben, schlichen sich wohl doch 
einige erneut ein. So wird beispielsweise im YAM-Verzeichnis auf Mausklick 
einmal die Toolbar in der Vorschau präsentiert, ein anderes Mal lediglich 
eine Fehlermeldung über ein (natürlich) nicht auffindbares Programm. Kein 
Wunder, denn der Icon-Typ wurde fälschlicherweise auf 'Program' und nicht 
wie erwartet auf 'Project' eingestellt. 

Screenshot:
Screenshot

Letztendlich stellt dies aber einen leicht verschmerzbaren Lapsus dar, da 
sich die Toolbar-Vorlage als solches, wenn schon nicht anzeigen, so 
natürlich dennoch verwenden lässt. 


3.5 Zusatzprogramme

In der gleichnamigen Schublade verbergen sich zwei Programmpakete: So zum 
einen NewIcons in der endgültigen Version 4.6 und das unter AmigaOS 3.5 
oder höher einsetzbare DefIcons v44, welches Dateitypen erkennen und ihnen 
(so denn noch nicht geschehen) ein passendes Icon unterjubeln kann.   


4. Installation

Wer auf eine Installationsroutine für die Integration einzelner Icons in 
die heimische Workbench-Oberfläche hofft, wird zwangsweise enttäuscht 
werden (müssen). Nur ist diese Enttäuschung leicht zu verschmerzen, denn 
ein Icon-Implantat gestaltet sich denkbar einfach: Sorgt das NewIcons-
System für den optischen Feinschliff der Workbench, kann das enthaltene 
Werkzeug 'CopyNewIcon' entsprechend der NewIcons-Anleitung herangezogen 
werden.
Unter AmigaOS 3.5 oder höher gestaltet sich der Austausch der Icons fast 
schon spielerisch einfach: Ihr aktiviert das auszutauschende Icon mit einem 
Mausklick und ruft über das Workbench-Menü den Unterpunkt 
"Piktogramm/Informationen anzeigen ..." auf. Anschließend zieht Ihr mit der 
Maus das gewünschte neue Icon einfach über das alte im geöffneten 
Informations-Fenster. Augenblicklich erstrahlt im Fenster neuer Icon-Glanz. 
Ein Klick auf "Speichern" sorgt für die dauerhafte Fixierung des neuen 
Icons. 
DOpus-MagellanII-Eigner werden in der Dokumentation auf CD mit speziellen 
Hinweisen bedacht.


5. Fazit
 
Die "GlowIcon Collection 2" ist eine Amiga-CD, die rundum Freude macht. Das 
Arrangement ist stimmig, die Motive können in ihrer Qualität durchgängig 
überzeugen, die Dokumentation gestattet auch AmigaOS-Laien eine 
erfolgreiche Icon-Implantation. 
Wer auf der Suche nach einer umfangreichen Icon-Sammlung ist, wird mit der 
liebevoll zusammengestellten "GlowIcon Collection 2" bestens bedient. 
Nahezu alle denkbaren Bereiche des Amiga-Software-Universums werden oft 
gleich mit mehreren Motiven abgedeckt. 
Einziger Wermutstropfen ist aus meiner Sicht der Preis der CD-ROM. Mit 
knapp 20 Euro seid Ihr dabei. Für eine Icon-Sammlung sicher kein 
Pappenstiel. Eine Reduzierung des Preises um mindestens ein Drittel würde 
sicherlich auch letzte Zweifler überzeugen...
Dennoch, alles in allem eine gelungene CD-ROM und rundum empfehlenswert.
 
 
6. Bezugsquelle

Grenville Trading International GmbH
Weiherstraße 5
79761 Waldshut-Tiengen

WWW: http://www.schatztruhe.de 
E-Mail: amiga@schatztruhe.de

Uwe Pannecke <Uwe.Pannecke@t-online.de>