Spielsucht

Internet für Spielsüchtige gefährlich

Unter den Besuchern virtueller Casinos ist Spielsucht besonders verbreitet.

Virtuelle Casinos und Wettbüros ziehen überdurchschnittlich viele Spielsüchtige an. Amerikanische Forscher erwarten, dass das Problem mit dem Wachsen des Internets größer wird.

Das Internet ist für Spielsüchtige besonders gefährlich. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanischen Psychologen. Zwar bilden Online-Spieler noch eine Minderheit unter den Glücksrittern, unter ihnen finden sich aber überdurchschnittlich viele Spielsüchtige.

Die Psychologen George Ladd und Nancy Petry vom University of Connecticut Health Center befragten in ihrer Studie insgesamt 389 Spielern. Rund 15 Prozent der Teilnehmer seien krankhafte Spieler, so die Forscher. Die Befragten geben ihr Geld gleich für mehrere Spielvarianten aus: Lotterien werden von 89 Prozent aller Teilnehmer gespielt, auch Spielautomaten (82 Prozent) und Rubbellose (79 Prozent) stehen ganz oben in der Gunst der Spieler. Es folgen Kartenspiele (71 Prozent), Sportwetten (57 Prozent) und Bingo (56 Prozent).

Nur 31 Spieler - acht Prozent - gaben an, im Internet zu spielen. Damit steht das virtuelle Glücksspiel zwar am Ende der Liste, doch das Internet-Klientel ist extrem spielsüchtig: Drei von vier Betroffenen gaben zu, mit dem Spielen Probleme zu haben. Unter den Offline-Spielern bekannte sich dazu nur jeder Fünfte.

Internet-Spieler sind nach Erkenntnis der Forscher jünger und meist ungebunden, haben eine schlechtere Schulbildung und verdienen weniger als der Durchschnitt. «Das Angebot an Internet-Spielen zieht jene an, die ein einsames, anonymes Spiel bevorzugen», schreiben die Forscher in «Psychology of Addictive Behaviors», dem Magazin der American Psychological Association (APA).

Mit der wachsenden Verbreitung des Internet werde das Problem größer, erwarten die Forscher. Sie können allerdings noch nicht sagen, ob virtuelle Angebote die Spielsucht fördern oder ob die Süchtigen ihr Geld ohne Web-Zugang nur auf anderen Wegen verspielen würden.

Ihre Spielsucht beschert den Betroffenen übrigens nicht nur hohe Schulden. Zu den Begleitern des unkontrollierten Glücksspiels gehören nach Aussage der Forscher auch Drogenmissbrauch, Kreislauferkrankungen und Depressionen.

Autor:   Wolf Zimmer E-Mail: wolf@wozim.de Homepage: http://www.wozim.de