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Maya
Forscher entdeckt ältestes Maya-Wandbild Diese
kleine Bemerkung (ich weiß nicht mehr in welchem Zusammenhang)
ließ mich neugierig werden und der Sache etwas nachgehen.
Auf der Flucht vor drückender Tropenhitze hat ein Archäologe
einen spektakulären Fund gemacht: das älteste vollständige
Wandgemälde der Maya-Kultur. Durch Zufall hat ein Archäologe in
Guatemala ein Meisterwerk der Maya-Kultur entdeckt. Im Inneren einer
Pyramide der Ruinenstadt San Bartolo stieß der Forscher auf ein
vollständig erhaltenes Wandgemälde. Mit rund 2000 Jahren ist es
das älteste Maya-Zeugnis dieser Art.
Über die Entdeckung, die schon im März vergangenen Jahres
gemacht wurde, berichtet das Magazin «National Geographic» in
seiner Aprilausgabe. Danach war der Archäologe William Saturno vor der
drückenden Hitze in einen unterirdischen Tunnel geflüchtet, den
Grabräuber als Zugang zu einer Pyramide der Ruinenstadt San Bartolo
gegraben hatten. Dort stieß er auf das von den Dieben bereits
teilweise freigelegte Gemälde.
Das Bild zeigt eine Szene mit neun Personen, eine davon wahrscheinlich
ein Maisgott. Die Figuren sind von geometrischen Mustern umgeben.
Vermutlich sind erst etwa zehn Prozent des Gemäldes freigelegt.
Experten datieren den Fund, der von seinem Entdecker zu den
«wichtigsten Fundstücken der Maya-Kultur» gerechnet wird,
in die präklassische Periode der Maya.
Wandgemälde aus dieser Zeit (etwa 2000 vor bis 250 nach Christus)
wurden bislang nur in der guatemaltekischen Ruinenstadt Tikal entdeckt. Die
dortigen Bilder sind jedoch kleiner und weniger gut erhalten als der neue
Fund. Mehr Informationen über das Gemälde und die bislang wenig
bekannte Fundstätte San Bartolo soll jetzt ein auf fünf Jahre
angelegtes Forschungsprojekt liefern.
Und nun noch ein bisschen Hintergrundwissen zur Mayakultur: Die
Mayawelt kann man in 3 verschiedene Zonen unterteilen, die sich
geographisch folgendermaßen verteilen:
- Die Zentralzone enthält im wesentlichen das Petén samt
Belize. Es ist ein flaches, vom Tropenwald bedecktes Land. Dort haben sich
die ältesten der großen Mayastädte wie Tikal und
Uaxactun gebildet. Außerdem zählt zum Zentralgebiet auch das
Becken des Rio Usumacinta im Westen, das von Bonampak, Yaxchilan, Piedras
Negras und Palenque abgesteckt wird und sich bis Jonuta und
Comalcalco an der Golfküste im fernsten Westen der Mayawelt fortsetzt,
weniger als 100 km vom olmekischen Platz La Venta entfernt.
- Die Nordzone, die den größten Teil der Halbinsel
Yucatán umfaßt, mit den Städten des sogenannten
Puuc-Stils: Uxmál, Kabah, Labná und
Chichén Itzá und den Städten im Rio Bec-Stil:
Xpuhil, Chicanna und Kohunlich.
- Schließlich die Südzone mit dem Bergland Südguatemalas,
dessen Vulkanketten den Pazifik säumen.
Es gab kein einheitliches Maya-Reich. Das Maya-Tiefland war in eine
Reihe unabhängiger politischer Einheiten aufgeteilt, die den
Stadtstaaten der Sumerer und Griechen ähnelten. Anscheinend befanden
sich diese Zentren in dauernden Kriegszustand, wobei bis zum 3. Jahrhundert
anscheinend nicht territoriale Vergrößerungen, sondern die
Gefangennahme hochrangiger Persönlichkeiten das Hauptziel der
Kampfhandlungen war. Kriegführen und Gefangennehmen von Gegnern war
für Maya-Könige enorm wichtig. Damit vergrößerten sie
ihr Prestige. Je wichtiger der Gefangene war, desto größer war
der Prestigegewinn. Die Gefangenen wurden dann in einem Opferritual
gefoltert und getötet.
Trotzdem entwickelten die Maya eine gemeinsame Kultur. Dieses Volk einte
dieselben Mythen, dieselbe Schöpfungsgeschichte, die Religion und
dieselben Vorstellungen von dem Leben nach dem Tode.
Spätestens nach dem 1. Jahrhundert nach Christi gab es zwischen dem
Tiefland der Mayas und Teotihuacán Kontakte. Man fand
Gegenstände von Teotihuacán-Machart in Tikal und anderen
Tieflandorten und Gegenstände im Maya-Stil in Teotihuacán. Es
wurden nicht nur materielle Güter ausgetauscht, sondern auch Ideen,
wie man am Tlaloc-Venus-Krieg sieht.
Die spätklassische Maya-Kultur erreichte ihren Höhepunkt im
südlichen Tiefland Ende des 7. Jahrhundert und während des 8.
Jahrhundert. Etwa 800 n.Chr. begann in den südlichen Mayastädten
dann ein weitreichender und unerklärlicher Verfall spürbar zu
werden. Das ganze Jahrhundert hindurch stellte Stadt auf Stadt die
Steinmetzarbeiten ein, hörte auf, Steinmonumente zu errichten. Die
Bautätigkeit kam an den meisten Orten völlig zum Stillstand. Die
Städte wurden von ihren Bewohnern aufgegeben und vom Tropenwald
überwuchert.
| Merkmale des Zeitabschnitts |
Chronologie |
Frühe Vorklassik
Erste dauerhafte Dorfsiedlungen an Flüssen und Seen. Landwirtschaft.
Entstehen hierarchisch strukturierter Dorfgemeinschaften |
2000-900 v. Chr.
1100 Erste Siedler im Copán-Tal
|
Mittlere Vorklassik
Durchgehende Besiedlung der gesamten Mayaregion. Weitere ökonomische
und soziale Differenzierung. Städte entstehen. Verdichtung der
Handelsbeziehungen. Fernhandel. |
900-400 v. Chr.
600 Älteste Siedlung im Gebiet von Tikal |
Späte Vorklassik
Starkes Bevölkerungswachstum und Neugründungen vieler
Städte. Große Bevölkerungszentren. Das Königtum
entsteht. Verwendung der Hieroglyphenschrift. Einführung von
Bewässerungssystemen, Terrassierung und Hochäcker-Wirtschaft.
Regional Krisenerscheinungen. |
400 v. Chr.-250 n. Chr.
300 v.Chr. Miraflores-Anfang in Kaminaljuyú
50 n. Chr. Aufgabe von Zentren wie El Mirador und Cerros.
197 Älteste datierte Stele
219 Dynastiegründung in Tikal |
Frühe Klassik
Die politische Struktur des Staates entwickelt und verbreitet sich.
Selbständige Stadtstaaten. Stark geschichtete, spezialisierte
Gesellschaft. Im 6. Jh. allgemeine Schwächeperiode
("Hiatus") |
250-600 n. Chr.
292 Erste datierte Mayastele in Tikal
426 Yax K`uk`Mo` gründet die Dynastie von Copán
541 Beginn des Baus der Akropolis von Copán
553 Inthronisation von König Wasser (Yahaw Te) in Caracol
562 Caracol führt Krieg gegen Tikal
5-6. Jh. Wanderungen von Völkern aus dem Hochland und Einfluß
von Teotihuacán |
Späte Klassik
Aufstieg neuer, mächtiger Herrschaftszentren. Höhepunkt der
demographischen und kulturellen Entwicklung. Im 9. Jh. Niedergang des
südlichen Tieflands. Ursachen: Zunahme und Intensivierung von Kriegen,
ökonomische und ökologische Krise. Politische Destabilisierung.
Aufgabe der Zentren. Aufstieg und Blüte des nördlichen
Tieflands. |
600-900 n. Chr.
615 Pakal König von Palenque
642 Sonnentempel in Palenque
681 Schild-Jaguar König von Yaxchilan
683 Tod Pakals von Palenque
695 18-Kaninchen König von Copán
Platte der Krypta von Palenque
um 700 Grab des Tempels I in Tikal
746-810 Stelen im Fünfjahresrhythmus in Quiriguá
752 Vogel-Jaguar König von Yaxchilan
763 Yax Pak König von Copán
820 Yax Pak stirbt
822 Letztes Steinmonument in Copán
867 Frühestes Inschriften-Datum in Chichén Itzá |
Nachklassik
Die Institution der zentralen Herrschaft verliert endgültig an
Bedeutung. Regierung durch Gruppen. Bis zur Mitte des 15. Jh. Niedergang
aller dominierender Zentren. Yucatán wird in eine Reihe
unabhängiger Provinzen aufgeteilt. Zustand, den die Spanier
vorfinden. |
900-1500
9. Jh. Aufgabe von Tikal, Quiriguá
909 Letztes Datum in Langer Zählung
967 Quetzalcoatl zieht von Tula nach Chichén Itzá
11.-13. Jh. Wiederbesiedlung von Tikal
1200 Copán vollständig verlassen
Chichén Itzá wird aufgegeben
1224 Ende der toltekischen Herrschaft in Yucatán; Invasion der
Itzá
1250 Gründung Mayapáns
1263 Itzá sind in Mayapán
1283 Bürgerkrieg mit den Cocom
1441 Ende der Liga von Mayapán
1451 Untergang Mayapáns |
Kolonialzeit
Eroberung und Missionierung durch die Spanier, Unterwerfung. Hispanisierung
indianischer Kultur und Lebensweise. Wiederholt Mayaaufstände.
Isolierte Gruppen können sich dem Kontakt noch entziehen. |
1500-1821 (in Belize bis 1981)
1524 Quiche-Hauptstadt erobert
1542 Spanier gründen Meridá
1697 Letztes unabhängiges Mayareich unterworfen (Tayasal)
1712 Tzeltal-Aufstand in Cancún
1820 Quiche-Aufstand von Totonicapan |
Unabhängigkeit von Spanien
Weitere Rebellionen. Marginalisierung, Unterdrückung und Verfolgung
indianischer Ethnien: Rückbesinnung auf eigenständige indianische
Kultur ("Maya-Renaissance") in jüngster Zeit. |
seit 1821 (in Belize seit 1981)
1847-1901 "Kastenkrieg" der Maya in Yucatán
1867-1870 Tzotzil-Rebellion in Chamula
1992 Proteste indianischer Organisationen gegen die Kolumbus-Feiern |
Das sollte nun reichen.
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