|
|
|
Nachdem AMIGA-CEO Bill McEwen in seinem neuesten Executive Update - ihr könnt es in dieser Ausgabe nachlesen - versehentlich oder mit Absicht (das sei einmal dahingestellt) die Nummer des (vermeintlichen AMIGA-) Messestandes auf der Mitte März in San Francisco stattfindenden "Embedded Systems Show" veröffentlichte, dauerte es nur Stunden, bis die ersten User feststellten, dass in der offiziellen Ausstellerliste [1] unter besagter Nummer (1602) nicht etwa AMIGA, Inc., die Tao-Group oder auch Nokia eingetragen ist - sondern niemand Geringeres als der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft. Natürlich schossen sofort Gerüchte ins Kraut - AMIGA bei Microsoft, konnte da etwas dran sein? Die zu dem Zeitpunkt noch recht gelassene Stimmung unter den Anwendern deutete jedoch darauf hin, dass dies kaum jemand für möglich hielt.
Um all diesen Spekulationen ein Ende zu setzen, entschloss sich wenige Tage später Gary Peake, Mitarbeiter von AMIGA, Inc., in der offenen Amiga- Mailingliste "AMIGEN" folgende Bestätigung zu veröffentlichen:
"Yes, Microsoft has asked us to demo DE and some of the developer applications running on various devices in their booth."
(Auf deutsch: "Ja, Microsoft hat uns gebeten, das AmigaDE und einige Entwicklerprogramme auf verschiedenen Geräten an ihrem Stand vorzuführen.")
Wie jeder weiß oder sich zumindest denken kann, erreichte er damit das
genaue Gegenteil - alle möglichen Gerüchte machten fortan die Runde, und
die Reaktionen mancher User glichen einem Erdbeben. Das alles, obwohl noch
völlig unklar war und auch heute noch ist, was AMIGA, Inc. und Microsoft
auf dieser Messe eigentlich bekanntgeben werden - wenn das überhaupt der
Fall ist. Denn bislang hat AMIGA - wenn man die Äußerung von Gary Peake als
offiziell betrachtet - lediglich einen einzigen(!) Satz - siehe oben - von
sich gegeben - der zwar Raum für allerlei Spekulationen lässt, aber extrem
arm an konkreten Informationen ist und nur aussagt, dass die Firma AMIGA,
Inc. auf Einladung von Microsoft an dessen Stand auf verschiedenen Geräten
das AmigaDE und einige Entwicklerprogramme präsentieren wird - mehr nicht.
Von einer Kooperation ist (noch?) keine Rede. Dass aber das AmigaDE
zukünftig auf einer Vielzahl von Hardwareplattformen, darunter auch
Microsofts PDA-Betriebssystem, lauffähig sein soll, ist bereits seit einer
Ewigkeit bekannt, und aus diesem Grund, ist auch eine Präsentation der
Amiga-Entwicklung an einem Microsoft-Messestand aus meiner Sicht zunächst
einmal nichts Sensationelles.
Unter [2] sind übrigens Informationen zu Microsofts Messeauftritt inklusive
der Namen der beteiligten Unternehmen - AMIGA, Inc. ist bei weitem nicht
das einzige - zu finden.
Ergo: Bevor nicht klar ist, wie sich eine mögliche Beziehung zwischen den beiden Unternehmen konkret gestaltet, sehe ich keinen Grund, mich zu irgendwelchen Spekulationen hinreißen zu lassen. Ich möchte an dieser Stelle lediglich anmerken, dass sich bei einer Kooperation mit Microsoft für die Firma AMIGA - neben ein paar Risiken (die existieren allerdings bei jeder Partnerschaft) - eine Vielzahl von Chancen ergeben könnten - in unterschiedlichsten Bereichen (finanziell, technologisch, die Bekanntheit AMIGAs bzw. Verbreitung des AmigaDE betreffend, etc.). Lassen wir uns also von dem überraschen, was Mitte März - möglicherweise - bekanntgegeben wird.
Übrigens: Viel spekuliert wurde in den letzten Tagen wie gesagt über die
Beziehung zwischen AMIGA und Microsoft - aber nicht über die des neuen
AMIGA-Chairmans Frank Wilde und des CEO Bill McEwen sowie deren
Machtpositionen im Unternehmen.
Ich jedenfalls halte es für sehr gut möglich, dass die jüngsten
Entwicklungen maßgeblich vom Chairman initiiert worden sind - dafür spricht
auch die Berufung von Liz Barnick und David Brott ins Management von AMIGA,
Inc. Denn beide waren zuvor bei der Firma Ravisent tätig - und bis vor gar
nicht so langer Zeit war deren CEO ein gewisser Frank Wilde...
Carsten Schröder <aakt@aakt.de>