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Wer Bilder in den Computer einscannt, wird das Ergebnis meist nachbearbeiten müssen, damit eine vernünftige Grafik dabei herauskommt. Dazu existiert auf dem Amiga eine durchaus ansehnliche Anzahl an Grafikprogrammen:
ArtEffect, Haage & PartnerAnhand der "ArtEffect Plugin Collection CD" bzw. deren Filter und Effekte soll hier die exemplarische Vorgehensweise beschrieben werden.
Als Ausgangsmaterial und Beispiel dient uns eine Grafik von Buffy, die dem Kalender "Buffy the vampire slayer" (ISBN 0-7683-4484-0) entnommen wurde. Dabei fällt nämlich auch sofort negativ ein Raster- bzw. Moiremuster über der gescannten Grafik auf. Grund dafür ist die Art des Druckes.
Unterschieden wird zwischen Rasterdruck und Ditherdruck. Beim Rasterdruck werden die Farben aus unterschiedlich großen Druckpunkten gebildet, wobei die Farben in voneinander abweichenden Winkeln aufgebracht werden. Beim Ditherverfahren hingegen werden nur kleine Farbpunkt verwendet. Für intensive/dunklere Farben werden viele Bildpunkte nebeneinander gedruckt. Dabei kommt allerdings kein regelmäßiges Raster zum Einsatz, sondern unregelmäßige Abstände.
Der Scanner tastet die Vorlage zeilenweise ab, wobei die Zeile aus vielen nebeneinander liegenden Bildpunkten besteht. Beim Rasterdruck führt dies dann zu einem mehr oder weniger stark sichtbarem Raster. Soviel zur eigentlichen Technik im kurzen.
Es gibt nun verschiedene Arten, wie diese Störungen beseitigt werden können.
1. Von Hand ausbessern
Die aufwändigste Möglichkeit, die mit jedem Programm möglich ist, ist die manuelle Nachbearbeitung von Hand. Diese kann mit der Lupe pixelgenau geschehen oder grob mit einem größeren Pinsel und geringer Deckungskraft. Da diese Vorgehensweise recht zeitaufwändig ist und viel Konzentration und Fingerspitzengefühl erfordert, wird sie wohl nur selten zum Einsatz kommen.
2. Weichzeichnen
Wesentlich eleganter ist da schon der Effekt "Weichzeichnen" (zu finden im Menü "Filter/Weichzeichner/Weichzeichnen"). Dieser vermischt teilweise die einzelnen Bildpunkte und erzeugt dadurch feinere Übergänge. Dadurch verlieren die Störungspunkte an Deckkraft und vermischen sich besser mit ihrer Umgebung.
Ein entscheidender Nachteil ist allerdings, daß das komplette Bild hierdurch leicht unscharf wird. Mehrmaliges Ausführen oder stärkere Konzentration führen zu immer unschärferen Grafiken. Während dies bei Grafiken nicht so schnell auffällt, ist es für Textpassagen überhaupt nicht geeignet, da die Kantenschärfe der Buchstaben verlorengeht und somit die Lesbarkeit reduziert und erschwert wird.
3. SmartBlur
Dieser Effekt (aus dem Menü "Filter/Weichzeichner/SmartBlur"), der mit der Collection-CD installiert wurde, ist eine ideale Lösung für unser Problem. Er beseitigt die störenden Stellen, ohne daß darunter die Schärfe des Bildes zu stark leiden würde. Er ist daher auch zum Nachbearbeiten von Textpassagen geeignet. Natürlich kann auch dieser Effekt keine Wunder bewirken. Am besten ist immer noch eine möglichst sauber eingescannte Grafik.
Je nachdem, wofür die Grafik weiterverwendet werden soll, ist sie in unterschiedlichen Auflösungen zu scannen. Durchschnittliche Werte sind:
| 75 dpi: | Webgrafiken |
| 150 dpi: | normale und zu druckende Grafiken |
| 300 dpi: | Fotos |
Dabei sollte grundsätzlich in 24 Bit Farbtiefe gescannt werden. Bei Bedarf kann die Grafik später im Malprogramm reduziert werden.
Man kann aber auch in höheren Auflösungen scannen, das Material nachbearbeiten und erst dann auf eine geringere Auflösung reduzieren. Auch hierdurch lassen sich Störungen verringern.
Über "Edges" wird bestimmt, wie starke Kontraste behandelt werden. "Hard" sorgt dafür, daß Bildteile mit starken Kontrasten als Kante betrachtet werden und somit auch nicht verändert werden.
"Soft" rechnet je nach Edgethreshold-Einstellung mehr Unschärfe in die gerade behandelten Bildteile ein. Mit Hilfe dieser Einstellung lassen sich Störungen aus beinahe gleichfarbigen Flächen einfach entfernen. Je weniger Kontrast im Bildteil, desto stärker die Unschärfe, die eingerechnet wird.
Je kleiner der "Radius", desto weniger umliegende Pixel werden untersucht. Kleinere Radien führen zu besseren Ergebnissen. Je kleiner der Wert bei "Edgethreshold", desto unschärfer wird das Ergebnis.
Für Grafiken eignet sich am besten das JPEG-Format, das durch unterschiedliche Komprimierungsraten die spätere Dateigröße bestimmt. Je kleiner der Qualitätswert (bzw. je größer die Komprimierung), desto schlechter wird das Ergebnis. Bis zu einem gewissen Grad ermöglicht es aber auch das JPEG-Format, die anzuzeigende Grafik leicht zu glätten. Wird die Grafik nur zwischengespeichert, um sie später noch weiter zu bearbeiten, eignet sich PNG oder IFF besser, da diese verlustfrei speichern und so die Originalqualität erhalten bleibt.
Die nachfolgenden Grafiken sollten auf einem eigenen Bildschirm im Echtfarbmodus betrachtet werden, damit die Ergebnisse deutlich sichtbar werden.
| Die Buffy-Grafik mit Weichzeichnen- und SmartBlur-Effekt |
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| Ein Text mit dem Weichzeichnen-, Schärfen- und SmartBlur-Effekt |
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| ArtEffect-Programm und Plugin Collection CD |
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| Für Fans das komplette Kalenderblatt |
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Grundlagen zu den Scannertypen, zum Scannen selbst und Tipps zur Nachbearbeitung finden sich auch im aktuellen Amiga Magazin 03/2002 und 04/2002 bzw. können online auf meinen Webseiten unter http://www.meicky-soft.de/amiga-magazin/amindex.html gelesen werden (der zweite Teil aus der Aprilausgabe steht ab etwa Mitte März bereit).
Michael Christoph <michael@meicky-soft.de>