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Seit kurzem ist der Quellcode des beliebten First-Person-Shooters Quake 2 (hey, Jugendschutz und Kanzlei Gravenreuth: Ich hab's ausgeschrieben!) erhältlich und die Amiga-Zocker lechzen danach, seitdem ein paar der Jungs von Hyperion in ihrer Freizeit daran arbeiten. Grund genug also, ein paar Zeilen darüber zu verlieren. Steffen Häuser war so freundlich, mir Informationen und auch neue Screenshots zu liefern, die kaum ein Mensch je zuvor gesehen hat.
"Obwohl Quake 2 'nur' ein OpenSource-Port ist, legen wir dieselben Maßstäbe an wie an unsere anderen Spiele. Insbesondere bedeutet dies, dass wir ein 'richtiges' Betatesting durchführen. Es bedeutet außerdem, dass Dinge wie eine grafische Oberfläche zum Starten und ein Installations- Skript selbstverständlich sind.
Die Idee hinter dem Installationsskript ist dabei, dass der User aufgefordert wird, eine Quake 2 CD für Windows oder Macintosh einzulegen, und das Skript übernimmt dann die komplette Installation, so dass der User nichts 'von Hand' machen muss (wie bei anderen OpenSource-Ports in der Vergangenheit, wo man die Datenfiles von der PC CD von Hand umkopieren musste). Insbesondere werden hierbei auch die PAK-Files ausgepackt, damit das Spielen auch auf FFS schnell geht."
Um es noch einmal klarzustellen: es wird zwingend eine Original-PC-Version des Spiels benötigt. Da sie aber im Handel kaum noch zu finden sein dürfte, wird an einer Lösung gearbeitet, so dass alle interessierten Gamer das Prachtstück noch erwerben können. Genauere Aussagen waren leider noch nicht aus Steffen herauszuholen, dafür aber noch ein bisschen was zur Technik:
"Quake 2 besitzt einen Software-Renderer (in 8 Bit, weshalb er wesentlich schneller als etwa der Software-Renderer von Heretic II, welcher in 16 Bit war, ist) und einen Warp3D/MiniGL-Renderer (in 16 Bit). Sound-Support erfolgt wahlweise über AHI oder über Paula. An Inputgeräten werden unterstützt: Tastatur, Maus (inkl. Mausrad), CD32-Pad, PSX-Port, PC-Analog- Joystick (per Spezialadapter, wie bei Freespace)."
Zocker mit PPC unter der Haube sollten diesen wenigstens mit 150 MHz getaktet haben und den Rechner mindestens mit 64 MB RAM ausrüsten. Einige MODs (andere Spielversionen, die nur auf dem Spiel basieren, teilweise aber extrem anders sind - so etwas wie Counterstrike für Halflife) benötigen allerdings noch ein wenig extra Speicher. Für die 603e-PPCs ist außerdem eine 3D-Grafikkarte wärmstens zu empfehlen, die 604er kommen, je nach Anspruch, auch ohne aus.
Großvater 68k-Amiga guckt leider in die Röhre, denn das Spiel ist selbst auf einem 50 MHz 060 zu langsam, um spielbar zu sein. Anders hingegen sieht es für AmigaXL-Benutzer aus, wenn ihr PC mit etwa 1 GHz getaktet ist. Dort läuft die 68k-Version dann flott. Ein Bug im Emulator verhindert allerdings bisher das Spielen der MODs, aber der könnte bald beseitigt sein. Auf Amithlon hingegen ist selbiges Problem dafür verantwortlich, dass das Spiel bisher gar nicht läuft. Der Autor von Amithlon hat aber die nötigen Informationen erhalten, um den Fehler auszumerzen.
Für echte Amigas gilt, dass Quake 2 langsamer ist als die WarpOS-Version seines Vorgängers, jedoch schneller als Heretic II. Das "Feeling" ist mit Quake 1 zu vergleichen, aber besonders, wenn eine Menge Lichteffekte ins Spiel kommen, erinnert die Geschwindigkeit eher an Heretic II. Leuten ohne 3D-Hardware sei aber gesagt, dass der Software-Renderer deutlich schneller ist als in Heretic II, so dass Quake 2 dann wesentlich angenehmer spielbar ist.
Damit keine Langeweile aufkommt, gibt's haufenweise MODs. Schau'n wir doch mal, was Steffen dazu zu sagen hat.
"Die 'MOD-Szene' für Quake 2 war schon immer eine der größten. Ein 'MOD' ist eine Spielvariante, die das Spiel teilweise radikal ändert. Wir haben über 50(!) verschiedene MODs auf den Amiga umgesetzt. Die 'Highlights':
The Weapons FactoryIm Grunde sind die meisten der 'wichtigen' MODs portiert (und mit einigen MOD-Teams sind wir noch in Verhandlung betreffs des MOD-Sourcecodes). Nur einige wenige MOD-Teams haben eine Zusammenarbeit mit 'jemandem, den sie nicht kennen' rundheraus abgelehnt."
So. Das soll's dann auch gewesen sein. Bleibt zu hoffen, dass das Spiel bald fertig ist, denn bisher haben die Jungs von Hyperion noch nie enttäuscht. Es wäre übrigens prima, wenn ihr ihnen eine kleine Anerkennung in Form von E-Mails zukommen lassen könntet. Immerhin basteln sie uns in ihrer Freizeit ein wirkliches Hammerspiel!
Oliver Tacke <oliver@aakt.de> ...vielen Dank an Steffen Häuser für die Informationen und die Screenshot!