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In dieser Rubrik sind die - bei den meisten anderen Magazinen getrennt geführten - Rubriken "Leserbriefe", "Kleinanzeigen", und "Problemecke" zusammengefasst.
Wenn Ihr einen Beitrag habt, schreibt bitte an:
| Carsten Schröder |
| Helmoltstraße 10 |
| 37081 Göttingen |
E-Mail: aakt@aakt.de
Jeden Monat stellen wir euch in dieser Rubrik eine Amiga-bezogene Frage oder machen eine provokante Bemerkung (die übrigens nicht unbedingt unsere Meinung wiedergeben muss), in der Hoffnung, dass ihr euch möglichst zahlreich mit Kommentaren zu Wort meldet. Wir werden eure Beiträge in der jeweils folgenden Ausgabe veröffentlichen. Schickt sie an aakt@aakt.de
Die Frage des letzten Monats lautete:
»In welcher Verfassung wird sich deiner Einschätzung nach der Amiga- PowerPC-Markt in einem Jahr befinden? Beschreibe beispielsweise, welche Art von Software in welcher Qualität und Menge (verglichen mit entsprechenden Windows-Programmen) deiner Meinung nach zu dem Zeitpunkt existiert, wie stark Standard-Hardware mit Treibern unterstützt wird, wie groß die Anwenderzahl ist, etc.«
Jürgen Lange beschreibt seine - negativen - Erwartungen recht ausführlich:
»Vorausschickend muß ich sagen, daß ich weder ein Befürworter noch ein Gegner einer PPC-Lösung für den Amiga bin.
Einer PPC-Lösung gebe ich trotzdem kaum eine Chance. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
1. PPC hat sich schon in der Vergangenheit nicht durchgesetzt. Hätten die von Phase5 entwickelten Dual-Prozessor-Boards einen größeren Kundenkreis gefunden, wäre auch mehr Software dafür entwickelt worden (was mehr Verkäufe initiiert hätte). Preis und Mehrwert dieser Lösung stand in zu großem Gegensatz. Dies könnte sich jetzt zwar ändern, da keine 68k-CPU mehr benötigt wird. Zudem fallen die Kontext-Switches weg, was dem einen oder anderen Programmierer eine Hemmschwelle wegnehmen könnte.
2. Es werden zu wenige PPC-Rechner gefertigt werden. Die von der bplan GmbH genannten 1500-2000 Rechner werden keineswegs für eine Software-Schwemme sorgen. Dafür ist die Zahl viel zu klein.
3. Das Fertigungs- und Vertriebskonzept stimmt nicht. Die Rechner von den derzeit vorhandenen Händlern fertigstellen zu lassen, halte ich für einen großen Fehler. Dies wird, wie bei den Phase5-Produkten, zu Problemen beim Support führen. Die bplan GmbH selbst scheint mir für das ganze Projekt als zu klein und zu finanzschwach.
4. Der Normal-User (ich rede jetzt nicht vom Amiga-Masochisten) erwartet schnelle Verfügbarkeit von Bauteilen im Schadensfall.
5. Es werden Anwendungen benötigt, die auf Amiga laufen und zumindest einen großen Teil der Funktionalität der für Windows vorhandenen Programme ebenfalls bieten.
6. Amiga muß sich an der Konkurrenz messen lassen können! Was hilft es, wenn der Port eines Spieles oder der Port einer Anwendung (z.B. Papyrus) zwar auch unter PPC läuft, aber auf anderen Systemen kostengünstiger und mit mehr Leistung zu haben ist.
Zusammenfassend sehe ich für den PPC-Amiga (oder PPC-MorphOS) keine große Zukunft, da Hardware in zu kleinen Stückzahlen und zu zu hohem Preis zur Verfügung stehen wird, daß sie einen Softwareschub initiieren könnte, der das Gesamtsystem überlebensfähig macht.
Alle Argumente gegen einen schnellen Emulator auf x86-Basis oder gar ein x86-AmigaOS gelten, von ein paar Freaks abgesehen, auch für die Zukunft eines PPC-Amiga. Besagte Freaks werden sich den PPC-Amiga kaufen, koste es, was es wolle. Aber ob das eine Basis ist?«
Stefan Kleinheinrich ist ebenfalls pessimistisch:
»Software: Etwa 50% der jetzt angekündigten Programme werden tatsächlich erscheinen, wobei der ein oder andere Hersteller sich nicht auf PPC-only beschränken wird (eine 68k-Variante für Amithlon/Classic-User ist relativ leicht verdientes Geld).
Treiber: So lange es AmigaOS 4 gegen MorphOS und alle gegen Amithlon geht, sehe ich schwarz.
Im Moment dürfte Amithlon schon wegen der teilweisen Nutzung von Linux- Treibern hier die Nase vorn haben. Auch denke ich, dass die Treiber für HighWay/SubWay/Amithlon eher fertig sind als die von MorphOS oder AmigaOS 4, so dass auch hier früher mit der Anpassung an einzelne Geräte begonnen werden kann.
Userzahl: Im großen und ganzen gleichbleibend, nur leider auf drei Systeme zersplittert.«
Nun zur aktuellen Frage des Monats:
»Wie beurteilst du die Annäherung von AMIGA, Inc. und Microsoft prinzipiell?«
Schickt eure Beiträge bitte an aakt@aakt.de