57 v.Chr. Julius Caesar unterwirft das Siedlungsgebiet des keltisch- germanischen Mischstammes der Belgen 5. Jh. Mit dem Einfall der Franken endet die Herrschaft des römischen Reiches in der Provinz Belgica. Zur Zeit der Völkerwanderung entstehen durch die Einwanderung verschiedener fränkischer Stämme die Sprachbarrieren zwischen Flamen und Wallonen. 843 Mit der fränkischen Reichsteilung von Verdun fällt ein Teil des heutigen Belgien an das westfränkische, der andere Teil an das ostfränkische Reich. Beide Teile nehmen unter französischer bzw. deutscher Lehnsherrschaft unterschiedliche Entwicklungen. um 1100 Das französisch beherrschte Flandern erlebt auf Basis seiner Tuch- und Textilfertigung einen massiven wirtschaftlichen Aufschwung und etabliert sich um 1200 als reichste Region Europas nördlich der Alpen. 15. Jh. Vereinigung der belgischen Gebiete unter der Herrschaft Burgunds 1477 Mit dem Tod Karls des Kühnen fällt das Gebiet zusammen mit den Niederlanden an das Haus Habsburg, behält aber als Teil des burgundischen Reichskreises weitgehende Autonomie. 1579 Die südlichen katholischen Provinzen (das heutige Belgien) verbünden sich in der Union von Arras mit den habsburgischen Spaniern gegen die nördlichen calvinistischen Provinzen der heutigen Niederlande. 1581 Mit der Unabhängigkeit der Niederlande erhält Belgien seine heutige nördliche Landesgrenze. 1667 Ludwig XIV. löst mit seinem Versuch, französische Erbansprüche durchzusetzen, den 1. Reunionskrieg aus. 1700/01 Nach dem Erlöschen der spanischen Habsburger versucht er im Spanischen Erbfolgekrieg erneut die Spanischen Niederlande zu gewinnen. 1714 Mit dem Frieden von Rastatt zwischen dem deutschen Kaiser Karl VI. und Frankreich fällt das heutige Belgien an Österreich und heißt fortan "Österreichische Niederlande". 1740-48 Erneute französische Eroberung im Österreichischen Erbfolgekrieg 1748 Frankreich muß im Frieden von Aachen das eroberte Gebiet wieder abtreten. 1789/90 Die "Brabanter Revolution" weitet sich zur nationalen Erhebung gegen die österreichische Herrschaft aus. Nach Ausrufung der "Vereinigten Belgischen Staaten" durch die Aufständischen wird der gegründete souveräne Kongreß nach österreichischen Zusagen über einen Autonomiestatus wieder aufgelöst. 1794 Französische Revolutionsarmeen besetzen nach 1792 erneut Belgien 1815 Napoleon unterliegt bei Waterloo endgültig der antifranzösischen Koalition. Damit endet die Besatzung durch Frankreich. Auf dem Wiener Kongreß wird von den europäischen Großmächten der Zusammenschluß der bisher österreichischen Niederlande (Belgien), der unabhängigen Niederlande und Luxemburgs zum "Königreich der Vereinigten Niederlande" beschlossen. Sprachliche Differenzen, unterschiedlicher Glaube und Wirtschaftsinteressen (Belgien steht für Schutzzölle gegen die britische Konkurrenz, die Niederlande für den Freihandel zur Förderung ihrer Handels- schifffahrt) verhinderten ein erfolgreiches Zusammenwachsen. 1828/29 Belgische Liberale und katholische Verbände schließen sich in einer großen Unabhängigkeitsbewegung gegen die repressive Politik König Wilhelms I. zusammen. 18.11.1830 Ausrufung der Unabhängigkeit und Erlaß einer liberal-parlamen- tarischen Verfassung durch den Nationalkongreß nach erfolgreichem "Brüsseler Aufstand" 27.07.1831 Leopold I. von Sachsen-Coburg wird erster König von Belgien und leistet den Eid auf die Verfassung. Das Land selbst erklärt sich für permanent neutral. 1835 Bau der ersten europäischen Eisenbahnlinie in Belgien Förderung der aufstrebenden Schwerindustrie in Wallonien, während die Textilindustrie in Flandern ihren Niedergang erlebte. 1839 Anerkennung der Unabhängigkeit durch die Niederlande 1873 Erlaß von Sprachgesetzen durch Leopold II., um die sprachlichen Barrieren zwischen dem wohlhabenden Wallonien (französisch) und dem armen Flandern (flämisch) abzubauen. 1879 Belgien erhebt erstmals Gebietsansprüche im Kongobecken 1884/85 Einrichtung eines Kongo-Freistaats im Privatbesitz des Königs auf der Berliner Afrika-Konferenz 1885 Gründung der sozialistischen Arbeiterpartei 1908 Der belgische Staat übernimmt nach Bekanntwerden von Mißhandlungen an einheimischen Arbeitern ("Kongo-Greuel") die Kolonie Belgisch- Kongo (späteres Zaire). 1914 Einmarsch deutscher Truppen in Belgien ("Schlieffenplan") führt zum Kriegseintritt der Garantiemacht Großbritannien in den 1. Weltkrieg 1918 Ende der deutschen Besatzung 1919 Einführung des allgemeinen Wahlrechts Belgien erhält durch den Versailler Vertrag die preußischen Kreise Eupen, Malmedy und Saint-Vith sowie das ehemals zu Deutsch- Ostafrika gehörende Ruanda-Urundi zugesprochen. Zur Absicherung gegenüber Deutschland wird ein Bündnis mit Großbritannien und Frankreich eingegangen. 1922/23 Beteiligung belgischer Truppen an der Ruhrgebietsbesetzung 1924 Ruanda und Burundi werden zu weiteren Kolonialgebieten. 1932 Einführung neuer Sprachgesetze (Einsprachigkeit) zementiert erneut die innere Spaltung zwischen Wallonen und Flamen 1936 König Leopold III. erhebt die Neutralität erneut zur außenpoli- tischen Leitlinie. 1939 Frankreich und Großbritannien geben angesichts der deutschen Expansionspolitik eine Garantieerklärung für Belgien ab. 1940 Deutsche Truppen überfallen im 2. Weltkrieg das Land. Leopold III. geht mit der belgischen Armee freiwillig in Gefangenschaft. In London etabliert sich eine Exilregierung. 1944 Befreiung des Landes durch die Allierten und den belgischen Widerstand. Die Wallonen erzwingen die Abdankung des Königs, der als Kollaborateur beschuldigt wird. 1948 Beitritt zum "Brüsseler Pakt" mit den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich und Großbritannien Gründung einer Zollunion mit den Niederlanden und Luxemburg 1949 Beitritt zur NATO 1950 Nach einer Volksabstimmung wird Leopold III. als König zurück- gerufen, er muß jedoch nach einem Generalstreik der Sozialisten seinem Sohn Baudouin I. den Thron überlassen. Dieser wird als "König aller Belgier" zum Symbol für belgisches Nationalgefühl und Zusammenhalt der drei Volksgruppen. 1952 Belgien ist Gründungsmitglied der Montanunion 1955 Beteiligung an der WEU 1960/62 Die Kolonien Belgisch-Kongo, Ruanda und Burundi werden in die Unabhängigkeit entlassen. 1992 Jean-Luc Dehaene wird Regierungschef 1993 König Albert wird nach dem Tod seines Brudes Baudouin neuer König 1994 Inkrafttreten der neuen Verfassung mit Umwandlung des Landes in einen Bundesstaat. Weitgehende Autonomierechte für die Regionen sollen zur Überwindung des Konfliktes zwischen Wallonen und Flamen beitragen. Juni 1999 Der Dioxin-Skandal erschüttert die belgische Wirtschaft; heimische Geflügelprodukte mussten wegen der vereinzelten Verwendung von verseuchtem Futtermittel vom Markt genommen werden. Nach den Parlamentswahlen wird Guy Verhofstadt von den Liberalen neuer Regierungschef. ##