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Kalenderblatt Alle wollen hier in der NoCover über Amiga lesen. Ja das tut mir aber leid, ich habe auch keine weiteren Neuigkeiten, was nicht schon alles bekannt ist. Dafür lese ich aber jeden Morgen das Kalenderblatt meines Abreisskalenders, der hier neben dem Amiga an der Wand hängt. Da stehen gerne schlaue Sprüche, Rezepte für das Mittagsessen, Anektoden und Wissenswertes darauf. Und heute lautet der Haupttext: Wussten Sie, dass in 10 Kilometer Meerestiefe in völliger Dunkelheit noch Fische leben? Hier herrscht ein Druck von 1000 Athmosphären! Wenn Fische so tief noch leben können, muss dort auch Luft vorhanden sein. Diese kann nur von der Oberfläche kommen. Es muss also senkrechte Strömungen geben.Oha, schon wieder etwas gelernt. Oder doch nicht? Komisch, es steht gar nicht dabei, wer das entdeckt und beschrieben hat. Also bleibt nichts anderes übrig, als mal kurz nachzudenken. Eines steht mal fest, die Tiefen des Meeres sind noch weitgehend unerforscht. Man kennt das Relief des Meeresbodens, weiß in etwa wo welche Rohstoffe vorkommen und bekommt von der Industrie nur Geld, wenn es sich lohnt, die Kupfer-, Kobalt-, Nickel-, Phospat-, Mangan- und Erdölvorkommen abzubauen. Dabei darf man auch schauen, wie weit reicht eigentlich das Shelf (gehört noch zu den den Kontinenten). Dann darf man auch Vermutungen anstellen, wie sind eigentlich die Canyons im Kontinentalabhang entstanden und wie kommt es, dass diese sogar auf dem Boden der Tiefseen noch vorkommen. Ach ja Tiefsee: Diese reichen nur bis zu einer Tiefe von 6000 m. Und hier wurden bisher nur bizarre Lebensformen entdeckt, wirbellose Tiere und ganze Ökosysteme, die ihre Nahrung aus heißen Tiefseequellen gewinnen müssen. Bis aber diesem allem erst mal nachgegangen wird, hat man bestimmt schon die ersten Tiefbohrungen auf dem Pluto hinter sich. 10 Kilometer: das kann eigentlich nur der Marianengraben sein, dessen tiefste Stelle 11.034 m beträgt und wo im Januar 1960 Jacques Piccard mit einer Tauchkugel (Bathyscaph) sich 10.900 m hinab gleiten ließ. Mir ist momentan leider nicht bekannt, wie tief Jacques-Yves Cousteau wirklich gekommen ist. Seine Dokumentarfilme betrafen eigentlich immer das Schelf und den Kontinentalabhang. Wenn ich mich nicht täusche, hatte es ihm der mittelozeanische Rücken sehr angetan und dort besonders die "sea mounts", die unterirdischen Vulkane bzw. auch die "black smoker" (schwarze Raucher), wo sich gerne die oben erwähnten wirbellosen Tiere aufhalten und ihn sehr faszinierten. Aber von Sauerstoffbedarf für diese Lebensform hatte er nie gesprochen und meines Erachtens ist dies auch nur durch chemische Reaktion möglich und nicht z.B. durch Kiemenatmung. Um sicher zu gehen, habe ich auch mal im Lexikon nachgeschaut und da steht, dass Fische Wirbeltiere sind und es ca. 22.000 Arten geben soll. Hier ist die Unterteilung in zwei Kategorien vorgenommen, die Knorpel- und die Knochenfische. Leider habe ich keine Angaben gefunden, bis zu welcher Tauchtiefe Fische gehen können. Lebensformen der Tiefseeregionen in 4000 bis 6000 m Tiefe können nie auftauchen, da sie bei Druckabnahme einfach zerplatzen. Weiterhin sollte man einmal einen Physiker fragen, was passiert, wenn ein Luftmolekül von der Wasseroberfläche bis auf 10.000 m Tiefe transportiert wird. Trennt sich das Makromolekül in seine einzelnen Bestandteile oder bleibt es im originalen Verhältnis zusammen? Wie verhält sich der Stickstoff? Wie verhält sich der Sauerstoff? Bleibt das Kohlendioxid bestehen oder wird es auch aufgespalten? Diese Fragen sollte man erst tunlichst betrachten und erläutern, bevor man einfach behauptet, Luft wird in senkrechten Strömungen bis zu einer Tiefe von 10 Kilometer befördert und von Fischen eingeatmet. Und was habe ich nun wirklich gelernt? Auch die schlauen Sprüche und die Lebensweisheiten der Kalenderblätter sollte ich etwas skeptischer gegenüberstehen und diese nicht einfach kommentarlos übernehmen. |
| Autor: Wolf Zimmer | E-Mail: wolf@wozim.de | Homepage: http://www.wozim.de |