Wolf´s Leserbrief an Poldi


Grüß dich Poldi!

Obwohl es mir immer noch gegen die Hutschnur geht, einen Gesprächspartner mit seinem Nicknamen anzureden, mache ich heute einmal eine Ausnahme bei dir. Hätte ich wohl diesen Brief mit Walter begonnen, dann hättest du wohl noch nicht einmal gewusst, dass du gemeint bist. Deshalb die Anrede mit deinem Namen Poldi.

Dieser Leserbrief resultiert aus dem Absatz bezüglich der Frage nach der Erstellung der HTML-Version der NoCover aus deinem Leserbrief an Kilian. Ich gehe davon aus, dass Kilian dir in dieser NC schon die Antworten auf deine in dieser NC erschienen Fragen gegeben hat. Doch möchte ich auf den angesprochenen Absatz etwas näher eingehen, ich kenne Kilians Antworten nicht.

Die NoCover erscheint seit der Nummer 50 als HTML-Version und hat, wie du auch erwähnt hattest, die Erstellung in Magnetic Pages abgelöst. Es gibt keine zusätzliche ASCII-Version in Form von AmigaGuide. Das erste HTML-Outfit der Nummer 50 wurde von Thomas Szedlak erstellt und als die NoCover dann als 3-Frame Version (NC-64) erschien, kam ich hier ins Spiel. Dieses Outfit habe ich zusammengebaut und weiter betreut. Die Zweiframe Version wurde eigentlich zwingend notwendig, weil viele User noch einen 13" Monitor mit der Auflösung PAL:Hires nutzten. Andreas Magerl führte später zur Auflockerung die animierten GIFs in der Menueleiste ein, aber ich plädierte wieder für deren Ablösung, weil dies ständigen und teilweise auch hektischen "Bewegungen" der Animationen doch recht stark beim Lesen irritierten und störten.

Den neuen Einstieg mit der Trennung der NoCover und der Amiga Aktuell habe ich eigentlich deshalb vorgenommen, damit auch die Arbeit von Carsten Schröder mehr in den Vordergrund gesetzt wird. Weiter besteht nun die Möglichkeit, ein weiteres Magazin (das eventuell nicht mehr alleine existieren möchte) hier mit aufzunehmen.

Und nun zu deiner bisher noch nicht gestellten Frage, warum erzähle ich dir dies alles. Kilian schickt mir die meisten ASCII-Texte zum Umsetzen in eine HTML-Version. So auch deine bisher fünf Artikel. Die Seite für die Mitgliederliste habe ich aus deinem Brief der letzten NC selektiert. Wie du aber auch ersehen kannst, habe ich dein Foto um die Hälfte verkleinert, so passt es besser auf die Seiten. Übrigens habe ich dieses auch für meine NoCover-Guide für deine Seite benutzt ohne dich vorher zu fragen. Die drei Backgrounds für deine Artikel habe ich aus dem neuen SelfHTML von Stefan Münz. Solltest du zukünftig etwas anderes haben wollen, dann musst es sagen.

Nun ein paar Anmerkungen zu deinen Texten. Du hattest Kilian eigentlich einen Persilschein gegeben, dass deine Texte geändert werden dürfen. Nur habe ich davon keinen Gebrauch gemacht, ausgenommen ein paar orthografischer Schreibfehler, die immer wieder einmal vorkommen können. Grammatikalische Eingriffe habe ich nicht gemacht, obwohl mir persönlich solch ellenlange Bandwurmsätze nicht besonders zusagen. Eines habe ich aber gemacht und das wirst du wohl auch sofort bemerkt haben, das ist die Richtigstellung deines Gebrauchs des Wortes "das" (als rückbezüglich) und "dass" (als Konjunktion). Eines kannst du dir in diesem Zusammenhang sehr leicht merken, wenn du den Nebensatz mit "welches" oder "dieses" einleiten kannst, dann steht "das". Sonst immer "dass" (nach alter Schreibform: daß), also ein typischer "dass-Satz". Dann darf ich dir diesbezüglich noch einen Tipp geben: Vermeide es Treppensätze mit der Konjunktion "dass" zu bilden, weil die mehrfache Wiederholung der gleichen Konjunktion eintönig und hässlich ist. In den Schulbüchern wird als negatives Beispiel folgender Satz angeführt:

Ich bitte dich. dass du, wenn du Peter anrufst, ihm sagst, dass ich in der Zeitung gelesen hätte, dass zu befürchten sei, dass das schlechte Wetter noch länger anhält.
Glaube mir, ich will keineswegs eine Deutschstunde abhalten oder dir in irgendeiner Weise eine Vorschrift machen. Jeder sollte wirklich so schreiben, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und seine persönliche Note nicht verbiegen lassen. Nur die offensichtlichen Fehler springen halt ins Auge und können dadurch den gesamten Inhalt eines Berichtes negativ beeinflussen. Das wollte ich mit meinen Ausführungen zum Ausdruck bringen.

In diesem Zusammenhang eine kleine Anektode:

Der englische Staatsmann Benjamin Disraeli korrigierte, todkrank, noch die Fahnen seiner letzten Rede. "Ich will nicht", sagte er, "mit schlechter Grammatik auf die Nachwelt kommen".
Dies ist jetzt in diesem Zusammenhang natürlich als Scherz gemeint und keineswegs persönlich zu nehmen. Menander sagte: Kein Übel kann dir geschehen, wenn du es nicht selber dafür hälst. Und mit diesen Worten schließe ich meinen Brief an dich. Hättest du eine E-Mail Adresse, wäre dieser Leserbrief wohl nicht entstanden und ich hätte dir diesen Inhalt wohl schon in Kurzform zukommen lassen.

Bis zum nächsten Mal alles Gute, Wolf.


Autor:   Wolf Zimmer E-Mail: wolf@wozim.de Homepage: http://www.wozim.de