3. Anmerkungen zum Leserbrief von Andreas Guldner (von Carsten Schröder)

Mitte Januar hat mich eine Reaktion auf mein Schlusswort der letzten AMIGA-
aktuell-Ausgabe (Titel: "Neues Jahr - neues Glück?") erreicht, die ich mit
ziemlich gemischten Gefühlen aufnahm. Einerseits bewundere ich die Mühe,
die sich der Leser Andreas Guldner gemacht hat, indem er auf drei in
kleiner Schrift bedruckten DIN-A4-Seiten seine Kritik an dem erwähnten
Artikel äußerte. Kurz gesagt stimmt Andreas in nahezu allen darin
angesprochenen Punkten nicht mit mir überein. Damit und auch mit Passagen,
in denen er mir beispielsweise vorwirft, meinerseits ein x86-Fanatiker zu
sein (was definitiv nicht der Fall ist), könnte ich gut leben, denn es gibt
nun mal nicht nur eine, sondern sehr viele unterschiedliche Positionen in
der "Amiga-Frage". Allerdings habe ich beim Lesen der Zeilen doch etwas den
Eindruck gewonnen, dass der Leser mein Schlusswort "in den falschen Hals
bekommen" hat, denn er unterstellt mir, ich betriebe Schuldzuweisungen und
würde einen Sündenbock suchen.
Beides möchte ich mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Ich habe
niemanden irgendeiner Sache beschuldigt, erst recht keinen Amiga-Anwender.
Ich habe lediglich zum Ausdruck gebracht, dass ich der festen Überzeugung
bin, dass diejenigen, die an eine PPC-only-Zukunft des Amiga glauben, mit
ihrer Einschätzung der Erfolgschancen falsch liegen - und zu irren kann
keinem verboten sein. Ebenso mache ich niemanden für das Scheitern dieses
Weges verantwortlich, da dies zu verhindern meiner Überzeugung nach ja
gerade nicht in der Macht der Amiga-User liegt. Somit kann es auch keinen
"Sündenbock" geben. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ich den
betreffenden Artikel eher ruhig und relativ emotionslos verfasst habe - im
Gegensatz zu manch anderem Schlusswort der Vergangenheit.
Abschließend möchte ich anmerken, dass ich zum Thema "PPC-Amiga" in den
letzten Monaten nahezu alles gesagt habe, was mir wichtig ist. Nun warte
ich mit euch gemeinsam auf das Erscheinen der angekündigten Hard- und
Softwareprodukte - wenn auch mit einer völlig anderen Erwartungshaltung
als dies bei manch anderem User der Fall ist.
Meiner Schätzung zufolge wird etwa ein halbes bis Dreivierteljahr nach dem
Erscheinen von Pegasos und des AmigaOS 4.0 bzw. einer Endanwenderversion
von MorphOS der (Miss)Erfolg dieses Weges schon relativ klar erkennbar
sein. Zu der Zeit werde ich mich erneut zu diesem Thema äußern.

Carsten Schröder <aakt@aakt.de>