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Zum Editorial der Ausgabe 28
Sehr schön sind hier die Ankündigungen beschrieben, die diverse
Inhaber der Amiga-Rechte groß verkündet habe. Alle Vorbesitzer hatten
gemeinsam, dass sie keine Ahnung vom Amiga hatten. Nun ist Amiga Inc.
endlich eine eigenständige Firma, in Besitz von Leuten, die den Amiga
kennen und die Amiga-Gemeinde verstehen. Leider ist bis zu diesem
Zeitpunkt einfach zu viel Zeit vergangen, die allgemeine Entwicklung
zu weit voran geschritten, als dass das neue Team um Bill McEven
einfaches Spiel hätte. Auch die Amiga-Gemeinde ist zu klein geworden,
als dass ihre Kaufkraft für ein Unternehmen relevant sein könnte. Der
Zug ist ohne den Amiga abgefahren.
Blicken wir also in die Zukunft und da kann ich Murmel nur zustimmen:
Das neue Team hat bereits mehr erreicht als alle Vorbesitzer seit
Commodores Untergang zusammen.
- Rasche Veröffentlichung von AmigaOS 3.5 und bald darauf 3.9
- Veröffentlichung vom Amiga SDK 1.0 für Linux und Windows
- Einige Partnerschaften mit Unternehmen, von denen allerdings nur
die Partnerschaft mit Sharp von nennenswerten Umfang sein dürfte.
Die ersten zwei Punkte sind tatsächliche Veröffentlichung,
tatsächlich geschehen, wir konnten uns davon überzeugen und die
Produkte kaufen.
Dies verdient unsere Anerkennung, da die Firma Amiga über sehr wenig
Möglichkeiten verfügt. Kürzlich war in amiga-news zu lesen, dass am
AmigaDE ca. 30 Leute mitarbeiten, dies ist verglichen mit anderen
Unternehmen absolut lächerlich. Folglich haben wir es hier nicht mit
einem großen starken Unternehmen, sondern mit ein paar engagierten
Leuten zu tun, die eine Vision vor Augen haben und zielgerichtet
darauf hinarbeiten. Weiter so!!!
Aber auf welches Ziel wird hingearbeitet? Es ist in erster Linie
bestimmt nicht der AmigaONE, sondern vielmehr die pda-Pläne. Ein
Durchbruch mit Sharp auf dem pda-Markt würde die Tor öffnen für neue
Partnerschaften und Verträge in Richtung Handys, Kühlschränke, etc.
Was hat der Amigianer davon? Wenig, aber so bald das Geschäft läuft
und Geld in das Unternehmen fließt, stehen die Chancen auf dem
Desktop-Bereich wieder besser und es stehen einfach mehr Mittel zur
Verfügung, die Visionen auch hier umzusetzen.
Im Editorial 28 ist zu lesen: “... aber ich denke nie waren wir einem
neuen Amiga-Rechner näher als heute !!³ Dies stimmt vermutlich, aber
die Entfernung ist trotzdem noch sehr sehr weit und schwer zu
erreichen. Werden es Amiga und die Amiga-Gemeinde schaffen? Davon bin
ich nicht überzeugt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und bleibe
am Ball. Und es ist immer noch großartig vor einem echten Amiga zu
sitzen - ein unerreichtes Feeling! Für meine studentischen
Tätigkeiten reicht der Amiga unterdessen nicht mehr aus. Allen denen
es genau so geht kann ich nur raten: Holt Euch einen Mac als
Zweitrechner (oder ein Pinguin - es gibt durchaus Auswahl), er wird
Abhilfe schaffen und man muss sich als treuer Amigianer nicht an
Windows verkaufen.
Und schließen möchte ich hiermit:
“In a world without fences and walls, who needs windows and gates?³
euer miller
--
miller@ar-center.de
http://www.ar-center.de
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