An dieser Stelle möchte ich mal ein paar CD`s kurz vorstellen, die ihr Euch bei Nuclear Blast (eine der Kundenfreundlichsten Firmen überhaupt) billig unter den Nagel reissen könnt. Sämtliche vorgestellten Silberscheiben sind für unter 10,- DM zu haben, wobei ihr hier aber nur einen Bruchteil von diesen Angeboten wiederfinden werdet. Wer das volle Programm möchte, sollte sich den kostenlosen Mailorder-Katalog abgreifen: www.nuclearblast.de ! Zu empfehlen ist dieser, teils aus wirklich günstigen Angeboten bestehende, Katalog alle male, wenn es darum geht sich mal ordentlich mit schwerer Mucke zuzudecken ohne gleich den Monatslohn hinblättern zu müssen. :-) Hier also ein paar Tipps, was Ihr Euch zulegen, und welche "Meisterwerke" Ihr meiden solltet...
Wertung:
0-2 *-( Ohrenschmerzen 3-4 :-( Nur teilweise geniessbar 5-6 :-/ Durchschnittlich 7-8 ;-) Beachtenswert 9-10 :-)) Ausnahmslos Gut 11-12 8-)) Granate
Pegazus - (Wings Of Destiny) - (1998) Tracks: 9 Length: 49:32
Reichlich unspektakulär ist das Debüt der Australischen "Pegazus-Warriors" ausgefallen. Und auch "Wings Of Destiny" knüpft nahtlos an dieses laue, recht emotionslos gespielte Erstlingswerk an. Die Vier selbsternannten Heroen aus dem Land der putzigen Koalas spielen so "true", dass es schon fast nicht mehr wahr ist. Und auch wenn der Mix aus Iron Maiden und Manowar die Demaio-Anhängerschaft aufhorchen lässt, so kann dieses Werk doch noch nicht einmal ansatzweise im Schatten eines Meisterwerkes wie "Battle Hymns" oder "Kings Of Metal" (beide Manowar) verweilen. Dafür wird hier einfach zu sehr auf Sparflamme gekocht. Das gute "Enchanted World" und das schnelle "Cry Out" bilden hier die ausnahme. Der Rest ist bestenfalls durchschnitt, und mit dem Instrumental "Life On Mars", dem Midtempo- Stampfer "Braveheart" oder der gähnend-langweiligen Ballade "Destiny" gibt es obendrein noch drei totalausfälle. Ebenfalls ein Reinfall: die Produktion ! Bei solch dünn rüberkommenden Gitarren frage ich mich mit Recht welcher tiefe Weinkeller da wohl für die Session herhalten musste. Das ausgerechnet die absolut schwach gespielten Drums stellenweise dominieren, setzt dem ganzen die Krone auf. Sänger Cecati dagegen hat schon Talent (erinnert an einen entfernten Verwandten von Bruce Dickinson) und macht seine Sache recht ordentlich. Dennoch kann auch er keine Akzente setzen - und so verkümmert "Wings Of Destiny" als 08/15 Produkt in meinem CD Ständer, das höchstens mal für 2, maximal 3 Songs hervorgekramt wird. Wirklich nur etwas für True-Metal-Fetichisten !
Anspieltipp: Enchanted World Wertung: 4/12
Pegazus - (Breaking The Chains) - (1999) Tracks: 10 Length: 50:07
Hui - Der Titel des Albums scheint hier Programm zu sein. So scheint es, dass sich Pegazus von ihren imaginären Ketten befreien konnten ! Wuchtig, fett produziert knallt einem der klassische Heavy Metal nur so um die Ohren - man ist fast geneigt zu sagen: es liegen produktionstechnische Welten zwischen dem Vorgänger und der aktuellen Pegazus-Langrille. Klischeebeladen wird mit dem Ohrwurm "Metal Forever" losgelegt, und auch "Breaking The Chains" wird mit Sicherheit einen Ehrenplatz in den Herzen der Metaller bekommen, die von solchen Metal-Hymnen nicht genug bekommen können. Wahrer Höhepunkt des Albums ist aber das absolut göttliche "The Crusade" gefolgt vom Moshen-kompatiblen "Bastards Of War", dass den neuen Drummer Rob Stoj in Höchstform zeigt. Einzigster Ausfall ist auch diesmal wieder das Instrumental "Emerald Eyes", dass man auch, alleine schon der kompaktheit halber, hätte weglassen können. Weitere Songs wie "Queen Evil", "Apache Warrior" oder der Bonustrack "A Little Time" sind nett, und leben hauptsächlich von ihren eingängigen Refrains. Besonders letzteres ist sicher der Abräumer in den angesagten Clubs, da er, wie eigentlich fast alle Songs von Pegazus, leicht zu verdauen ist und schnell in den Gehörgängen rotiert. Leichte Hausmannskost eben, die auch auf diesem Album wie eine Mischung aus stampfendem und leicht episch angehauchten Heavy Metal der Marke Manowar/Maiden klingt. Lyrisch immer noch ein wenig platt - aber wen kümmert das, solange die Musik stimmt ? Vier Nackenbrecher befinden sich auf dieser Silberscheibe, die kein Metaller verpasst haben sollte. Und deswegen ein Kaufgrund, wenn man dem True-Metal noch nicht den Rücken zugewandt hat ! Eine Steigerung ist aber wirklich noch drinne - und diesesmal bin ich doch ein wenig neugieriger als sonst auf das nächste Pegazus-Release !
Anspieltipp: Bastards Of War Wertung: 8/12
Sinner - (The Second Decade) - (1999) Tracks: 15 Length: 74:35
Diese Hardrock-Combo um Frontmann Mat Sinner sollte eigentlich jedem Headbanger ein Begriff sein. Und falls dem nicht so ist: Hier ist das Best-Of-Album, dass einen kleinen Überblick über deren bisheriges Schaffen gibt. Value for Money - 74 Minuten Spielzeit plus einem Bonustrack in Form eines Videoclips zum Preis von knapp 7 DM !!! Da lacht die Brieftasche und freuen sich die Ohren, die mit epischen Knallern wie "A Question Of Honour", "Judgmend Day", "Streets of Sin" oder dem schaurig-schönen "Nature Of Evil" zugedröhnt werden. Klasse arrangiert, astreine Gitarrenparts und eine ausdrucksstarke Voice. Wobei man zugeben muss, dass man sich an Mat Sinner`s (wohl vom Alkohol gekennzeichnete) Stimme erst mal gewöhnen muss - er könnte rein theoretisch auch Lemmy`s (Motörhead) kleiner Bruder sein ! Und dennoch krachen mit seiner Stimme Songs wie "Jump The Gun" oder dem süchtig machenden Rübenshaker "Used To The Truth" erst recht in die Gehirnwindungen des Hörers. Hier rockt der Bär, da brennt die Tanzfläche ! Ralf Scheepers (Primal Fear) steuert bei den Refrains einiger Songs seine markante Stimme bei. Die Deutsche Antwort auf Rob Halford ist nur leider viel zu schwach im Hintergrund zu vernehmen - Schade. Mit dem nicht ganz so gelungenen Accept-Cover "Balls To The Wall" (Stimmlich scheint Mat dort ziemlich am Ende seiner Kraft gewesen zu sein) und den müde dahin plätschernden "When Silence Falls", sowie den mit einem schwachen Refain versehenen "Devil`s River" gibt es aber auch nicht nur Höhepunkte auf dieser CD ! Und auch die akustik-Ballade "Respect", die übrigens nur auf dieser CD zu finden ist, will nicht recht zünden. Dennoch: Diese CD ist ihr Geld wert und bietet kompromisslosen Heavy Rock made in Germany ! Ideal um sich einen Eindruck von Sinner zu verschaffen !
Anspieltipp: Used To The Truth Wertung: 10/12
New Eden - (Obscure Masterplan) - (1999) Tracks: 10 Length: 50:04
Vieles von den günstigen Angeboten greift man sich natürlich blind ab - und das es dann dabei auch mal totalausfälle gibt steht ausser Frage. So ist mir das Erstlingswerk der Spanier New Eden vollkommen unbekannt...aber das ist etwas was ich keineswegs bedauere. Schon nach den ersten drei Songs "The Promise", "Evil Logic" und "I Am" beginnt man sich zu fragen was die Mannen um den Gitarristen Colmenares da eigentlich für kränkliche Riffkaskaden fabrizieren !? Dazu kommen unglaublich nervende Vocals, die im höheren Bereich nur noch meine Ohren zum bluten bringen. Das der Sänger (Tony Devita) oftmals einen Ton daneben liegt, ist schon nicht mehr mit der Begründung "dies ist ein sehr progressiv ausgerichtetes Album" zu entschuldigen. Gut, progressiv ist es - und sogar einen leichten Schimmer Power-Metal lässt "Obscure Masterplan" durchscheinen - aber das ganze ist nur noch ein nervtötender Brei absolut uneingängigen Schwermetalls geworden, dass ich nicht einmal meinem Erzfeind zumuten würde. Ich habe mir das Album drei mal (!!!) angetan und durfte danach erst mal zur Hausapotheke rennen - und das lag nicht nur an der grottentief schlechten Produktion, die dem Hörer schon einiges abverlangt. Ich habe es wirklich versucht, mich regelrecht gequält, mich in diese Materie reingearbeitet, aber selbst der einzigste Song der keine Gänsehaut auf meinen Rücken fabriziert (die Ballade "Shades Of You") ist einfach nur bescheiden - rettet diesem Album aber immerhin einen mageren Punkt in meiner Wertungs-Skala ! Die Prog-Götter Dream Theater würden so klingen, wenn sie alle plötzlich an einer geistigen Behinderung leiden würden ! Bleibt mir nur noch das Zitat aus dem Booklet: "I Hope You Enjoy The Music, Sing Along To The Words, And Tap Your Foot To The Drumbeats." ! Machen wir, Jungs...aber nicht zu Eurer Mucke !
Anspieltipp: ---- Wertung: 1/12
Hollow - (Modern Cathedral) - (1998) Tracks: 12 Length: 45:45
Ebenfalls eine Mischung (wenn auch eine weitaus gesündere) aus Power- und Progressive Metal bieten die Schweden Hollow mit ihrem zweiten Album "Modern Cathedral". Das lyrische Konzept einer (fast manisch) depressiven Seele wurde hier gekonnt musikalisch in Szene gesetzt. Zwischen den gut gehandhabten Riffs findet sich auch der Klang von Hammond-Orgeln und Congas wieder - die diese bedrückte Stimmung das ganze Album über in die richtige Atmosphäre tauchen. Hier wird nicht unnötig auf das Gaspedal getreten, sondern konsequenterweise werden auch einige ruhigere Töne angestimmt: Die superbe Halbballade "Lies" und das von Akustikgitarren begleitete "Whispers" zum Beispiel, zeigen, dass die intensivsten ruhigeren Songs immer noch von Metal Bands kommen ! Moshen ist angesagt bei den Headbang-kompatiblen "Speak To Me" und "Trademark", die von der emotionalen Stimme Andreas Stoltz` in das richtige Licht gerückt werden. Überhaupt weiss der Sänger, der stimmlich der Edguy-Frontsirene (T.Sammet) nicht unähnlich ist, zu gefallen. Zweifellos liefert er auf diesem Album eine mehr als nur souveräne arbeit ab ! Einzigste Wermutstropfen bei diesem wirklich gutem Album ist der belanglose Endtrack "Waiting", dass unspektakuläre "Hold Your Banners High" und...die Produktion. Und letzteres wertet die ganze moderne Kathedrale doch ein wenig ab, da man es fast nicht glauben mag, es hier mit einem aus dem Ende der 90er Jahren produzierten Langeisen zu tun zu haben. Nichtsdestotrotz sollte das niemanden davor abschrecken, mal in dieses sehr intensive, teils sehr ruhige und melancholische, Hörerlebnis reinzulauschen. Es lohnt sich !
Anspieltipp: Can You Hear Me ? Wertung: 10/12
Hollow - (Architect Of The Mind) - (1999) Tracks: 11 Length: 49:20
Volle Breitseite ! Spätestens nach diesem Output wünscht man Hollow den kommerziellen Erfolg an den Hals, auf das noch weitere Alben des progressiven Schweden-Quartett`s folgen mögen. Ging man auf "Modern Cathedral" noch recht sanfte Wege, gibt es beim aktuellen Langeisen fette Riffs auf die Rübe, so das die Anlage mal schnell nach Gnade schreit. Los geht es mit dem überragenden "Transcending Sorrow", dass dieses Konzeptalbum um Computer/Internet und den Menschen die versuchen dies zu kontrollieren, einleitet. Geile Gitarrenarbeit, gepaart mit einem höchst aggressiv wirkenden Stoltz, der stimmlich alles aus sich herausholt. Die Kracher "Rain" und "Secluded Dreams" zeigen Hollow in kollektiver Stärke - langsam beginnend, stetig steigend - und auch Tracks wie "Deifeid", "Shadow God" und "Cogito" wissen schlichtweg zu begeistern. Einzig das depressiv stimmende "Alone In Darkness" ist NUR ganz nett, während das etwas zu kurz geratene "Shutdown" dann doch aufgrund seiner mittelmässigkeit den Funken nicht rüberspringen lässt. Das war es dann aber auch schon an kleineren aussetzern auf dieser Silberscheibe. Und der letzte musikalische Hochgenuss, die Halbballade "Father", macht auch dies wieder wett ! Fragt sich letztendlich nur was schiefgelaufen ist !? Denn auch hier ist die Produktion nicht gerade das Gelbe vom Ei geworden. Aber ruhig Blut: Die Gitarren kommen einigermassen druckvoll aus den Boxen und alles wurde doch um einige Zacken besser abgemischt als beim Vorgänger. Allzu übel ist es wirklich nicht geworden - aber bei so einem Knaller, von dem man selbst nach zig durchläufen noch wie ein Junkie zehrt, nimmt man eine durchschnittliche Produktion gerne mal in kauf. Holt Euch das Teil !
Anspieltipp: Transcending Sorrow Wertung: 11/12
Ich hoffe Ihr konntet mit dieser Info etwas anfangen. Ein bissl Feedback wäre nicht schlecht, wenn Ihr weitere CD-Reviews hier im Starmag (ähä NoCover Grins Murmel) haben möchtet. :-)
