
Es ist wirklich schwierig RushHour einem Genre zuzuordnen ! Würde es dem Spiel denn gerecht werden, wenn man es als Geschicklichkeitsgame abstempelt ? Vielleicht würde der Autor es doch lieber lesen, wenn ich dieses Game als strategisch angehauchte "Verkehrs-Simulation", als Echtzeit-Ampeln-Stellen-Und-Gleich-Auf-Bildschirm-Auswirkung- Erkennen-Strategie bezeichne... 8-)

Das Spielprinzip von RushHour lässt sich schon in wenige Worte kleiden. Primärer Auftrag: Eskortieren sie eine bestimmte Anzahl von Wagen durch einige verzwickte Städte ! Sekundärer Auftrag: Verhindern sie unnötige Staubildung ! Equipment: Für den User frei schaltbare Ampeln an jeder Kreuzung !
Nachdem wir uns also eines der insgesamt 6 Städte ausgewählt und den Schwierigkeitsgrad entsprechend unserer Tagesform eingestellt haben, geht der (schnell zu Magengeschwüren führende) Stress los. Autos kommen von überall her und das nur mit dem einzigen Ziel diese Stadt nach einer kleinen Rundfahrt wieder zu verlassen. Was sich aber als recht schwierig gestaltet, wenn der User immer noch wie gebannt auf den Bildschirm starrt, anstatt den Joystick über die zahlreichen Kreuzungen zu postieren. Zu einem "Gott der Ampeln" degradiert üben wir uns also in beherzten Drücken des Feuerknopfes, um an verschiedenen Stellen Grünes respektive Rotes Licht zu signalisieren. Der Verkehr soll schliesslich fliessen ! Und nur mit einer guten Beobachtungsgabe sind solche Blech an Blech-Sezenarien zu verhindern :

Das Spielprinzip ist also wirklich leicht zu verstehen - aber im späteren Verlauf nicht gerade leicht zu bewerkstelligen. Die insgesamt 26 Level können einem in höheren Schwierigkeitsgraden ganz schön was abfordern ! Schnell wachsen da ein paar imaginäre graue Haare mehr auf den Kopf...
...ist die Grafik als auch der Sound von RushHour reichlich unspektakulär ! Kleinpixelige Autos schleichen lautlos über den Apshalt, und glänzen höchstens damit, dass sie mal in einer etwas skurrilen Form unsere Augen erfreuen. Mal in Form eines Dreiecks (die neuste BMW-Generation) oder als eine Art Kugel (Runde Borg-Schiffe in den Strassen New York`s). Trotzdem muss man der Grafik zugute halten, dass sie stets übersichtlich ist, und man selbst in haarsträubenden Situationen den Überblick behält. Die Musik düdelt emotionslos im Optionsmenü - der Ingame-Sound beschränkt sich auf ein gelegentliches Hupen der Wagen bei einer Staubildung...auch hier gibt es nichts weltbewegendes. Das Spielprinzip aber an sich ist durchaus spassig. Inspiriert wurde es von dem C64er Spiel "Traffic" - und ist somit nicht neu, aber wenigstens auf dem Amiga einmalig. Ich persönlich konnte dem Spiel aber nach knapp 2 Stunden nicht mehr viel abgewinnen, da mir doch ein wenig abwechslung fehlte ! Und trotzdem: RushHour hat seine Reize ! Und der eine oder andere wird dieses Spiel nach den ersten proberunden mit Sicherheit in sein Amiganer-Herz geschlossen haben. Test It !
