Review: Diamond Challenge

  • Genre: Puzzle-Plattformer
  • Mindestanforderung: OCS/ECS Amiga, 68030/25, 1MB ChipRam
  • Hersteller: Christian Kargl
  • Quelle: Aminet
  • Oftmals werden Freeware-Games kontinuierlich über die Jahre hinweg weiterentwickelt. Da häuft sich dann Versionsnummer über Versionsnummer (auch auf die Gefahr hin das der User gar nicht mehr durchblickt) - Bugfixes werden vom Autor durchgeführt - Kleinigkeiten an der Grafik, am Sound oder am Spielgeschehen verbessert...und das natürlich nur solange die Resonanz stimmt und der Genius hinter seinem Werk noch freude an der arbeit empfindet. Der Puzzle-Plattformer "Diamond Challenge" jedenfalls liegt mittlerweile in der V.1.33 vor...und kommt heutzutage besser weg als es noch vor zwei Jahren der Fall war.

    Yeti`s und andere Albträume...

    Wohl angelehnt an das legendäre "Chips Challenge" (das schon ein gutes Jahrzehnt auf dem Buckel hat und wohl nur den knallhartesten Nostalgikern unter euch ein Begriff sein dürfte), geht es bei DC darum den Hauptcharakter zum Ausgung zu bugsieren. Ob es sich bei dem beharrten wuscheligem Etwas, das man steuern darf, nun um einen Yeti handelt, der sich unangenehmen DNA-Experimenten unterziehen musste oder ob der Autor damit seinen schlimmsten Albtraum (Volksmund: Schwiegermutter !) auf den Bildschirm gezaubert hat, sei mal dahin gestellt. Dieses Gelb-Orange, aus der Sesamstrasse entflohene, Dingen jedenfalls steuern wir durch einen (in der Vogelperspektive dargestellten) Irggarten - damit es endlich wieder nach Hause telefonieren kann. ;-) Bis zum Exit gibt es jedoch zahlreiche Hürden zu überwältigen. Bunte Türen können nur mit den gleichfarbigen Schlüsseln geöffnet werden - Löcher im Boden wollen mit dem zu findenden Werkzeug gestopft werden - Aufgesammelte Bomben eignen sich prima um störende Wände in tausend Einzelteile zu zerlegen - Teleporter sorgen für Verwirrung - vereiste Wege entpuppen sich des öfteren als tödliche Rutschpartie in die Abgründe des Nichts...und noch vieles mehr wartet auf den geneigten Spieler. Obligatorische Gegner dürfen natürlich auch nicht fehlen. Bei Diamond Challenge sind es gar Drei an der Zahl, die A) unterschiedliche Stärken an den Tag legen und dadurch B) mehr oder weniger intensiv mit dem unendlich vorhandenen Schüssen eines übergebraten bekommen müssen. Das aufsammeln der Diamanten hat bei DC leider nur Alibi-Charakter, und dient dazu die Punkteleiste ein wenig aufzustocken. Nicht mehr - aber auch nicht weniger ! Sind die ersten Level noch recht einfach zu bewältigen, so werden die Stages in höheren Regionen recht kniffelig und vor allen Dingen mehrere Bildschirme gross. Netterweise kommt das Spiel gleich mit einem Tutorial daher, dass uns Schitt für Schritt den Gefahren und aufzusammelnden Utensilien näher bringt. Fragen bleiben nach diesem spielerischem Rundgang durch die Welt von DC keine mehr offen !

    Schwierig, schwierig...

    ...in diesen Schlusswörtern ein objektives Fazit abzugeben, wie ihr es normalerweise an dieser Stelle erwartet. Die Grafik ist mit der nötigen Liebe zum Detail gepixelt worden und liegt vollkommen im grünen Bereich - wohingegen der Sound aber recht ereignislos im Hintergrund vor sich hin dudelt. Nein, das Problem ist das Game selbst: Während es an dem Ideenreichtum nicht mangelte, und die zahlreichen Hürden/Hindernisse schon für die nötige abwechslung hätten sorgen können (!) - so scheitert der Spielspass jedoch an dem mir verhassten "Dieses Level musst Du erst auswendig lernen, bevor Du es bewältigen kannst"-Phänomen ! Es gibt zahlreiche Sackgassen und ausweglose Situationen, wo dann nur noch der müde Druck auf die "Del-Taste" (der das Level neu startet) einem aus der Patsche helfen kann. Gelangt man z.B. auf eine Eisstrecke und rutscht von links nach rechts (und wieder zurück) immer wieder in den Abgrund, dann gesellt sich schnell der Frust dem Spiel hinzu. Die vorhandenen Level verlangen zu 90 % keinen Gehirnschmalz in den Oberstübschen der Spieler, sondern lediglich ein stupides auswendig lernen der Schritte die man in einer bestimmten Reihenfolge tätigen muss. Und das nervt gewaltig ! Ein weiterer Schwachpunkt ist die Steuerung - Millimeter genaues herumführen der Spielfigur ist hier gefragt, wenn man nicht mal aus versehen in den Abgrund rutschen will, oder trotz eines Schlüssels eine Tür nicht aufbekommen kann. Ein vereinfachtes steuern der Figur von Feld zu Feld wäre hier um einiges sinnvoller gewesen. Aber trotz dieser kleinen Schwäche und den nicht allzu gelungenen Levels, kann ich jedem nur empfehlen sich seine eigene Meinung zu bilden ! Schliesslich liegt dem Spiel auch ein recht komfortabler Level-Editor bei - und wenn alle Stricke reissen, dann baut man sich halt selbst seine Dungeons !

    Anchecken und es lieben ? Oder das Game genervt wieder von der Platte entfernen ? Nun, findet euren Gemütszustand bei einer Runde Diamond Challenge selbst heraus !

  • Diamond Challenge:
  • Grafik: Befriedigend
  • Musik/Sound: Ausreichend
  • Langzeitmotivation: Ausreichend

  • Rainer "The Machine" Thieke